sprühen

Grammatik Verb · sprüht, sprühte, hat/ist gesprüht
Aussprache  [ˈʃpʀyːən]
Worttrennung sprü-hen
Wortbildung  mit ›sprühen‹ als Erstglied: ↗Sprühdose · ↗Sprühfahrzeug · ↗Sprühmittel · ↗Sprühregen · ↗Sprühtrocknung · ↗Sprühwagen · ↗Sprühwasser
 ·  mit ›sprühen‹ als Letztglied: ↗absprühen · ↗ansprühen · ↗aufsprühen · ↗einsprühen · ↗umsprühen · ↗übersprühen
 ·  mit ›sprühen‹ als Binnenglied: ↗Feuer sprühend · ↗Funken sprühend · ↗feuersprühend · ↗funkensprühend · ↗geistsprühend · ↗lebensprühend · ↗lebenssprühend
 ·  mit ›sprühen‹ als Grundform: ↗versprühen · ↗zersprühen
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
in unzähligen Partikeln, winzigen Tropfen weggeschleudert werden
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’/‘ist’
a)
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
er schlug auf den Amboss, dass die Funken sprühten
die Flammen sprühen (im Kamin)
das Boot trieb durch die sprühende Gischt der Brandung
die Gischt hat gesprüht
er badete ... im Bach unterhalb des großen Wasserfalls, der herrlich sprühte [ H. MannJugend Henri Quatre6,6]
übertragen
Beispiele:
er sprühte von Ideen, Einfällen, ließ seinen Geist, Witz sprühen
er sprüht von, vor Lebendigkeit, Lebenslust (= er ist sehr lebhaft, ausgelassen)
sprühendsehr lebhaft, ausgelassen
Grammatik: oft im Partizip I
Beispiele:
sie hat eine sprühende Laune
er hat ein sprühendes Wesen, Temperament
sein sprühender (= überaus schlagfertiger, geistreicher, einfallsreicher) Witz, Geist bezauberte die Zuhörer
Hass, Zorn, Freude sprühte aus seinen Augen
irgendwohin sprühen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
die Gischt ist über das Deck gesprüht
der Regen ist gegen die Scheiben, über die jungen Pflanzen gesprüht
das Feuer, die Glut sprühte zum Himmel
der Kies sprühte gegen die Blechteile des Wagens [ Hausm.Abschied198]
b)
funkeln, glitzern
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
der Brillant sprühte
die Sonne sprühte auf den nassen Straßen
sprühende Sterne
das Gemälde sprüht von Farben
Ihr Haar ist sprühendes Gold [ H. Mann8,211]
übertragen
Beispiel:
seine Augen sprühten (vor, von Zorn, Begeisterung, Freude)
2.
es sprühtes regnet leicht, fein
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiel:
Es hatte beim Mondwechsel leise gesprüht [ LöscherAlles Getrennte91]
3.
etw. in unzähligen Partikeln, winzigen Tropfen von sich schleudern
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
a)
Beispiele:
die Lokomotive sprühte Funken
der Drachen sprühte Feuer
übertragen
Beispiele:
seine Augen sprühten Feuer, Funken, Hass
der Mund ist naß und sprüht Worte [ RemarqueIm Westen112]
b)
etw. auf, in etw. sprühenetw. durch eine Düse sehr fein verteilt auf, in etw. spritzen, schleudern, etw. zerstäuben
Beispiele:
das Bakterienpräparat wird auf das Saatgut gesprüht
flüssiges Bohnerwachs auf den Fußboden sprühen
sie sprühte ein Insektenmittel in den Schrank
Haarlack auf die Frisur, Parfüm auf das Kleid sprühen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sprühen Vb. ‘fein verteilt spritzen, stieben (von Wasser, Funken), fein regnen’. Das seit dem 16. Jh. bezeugte Verb (auf ein älteres anfrk. *sprōwan deutet entlehntes afrz. esproer, esproher ‘schnauben, fauchen, sprühen, (be)sprengen’) stellt sich mit nl. sproeien ‘ausgießen, spritzen, Funken sprühen’ und (ablautendem) mhd. spræjen, spræwen ‘spritzen, stieben, sprühen machen, streuen’, mnl. spraeyen ‘stieben’, norw. (mundartlich) spra ‘spritzen, sprengen’ sowie außergerm. griech. spḗirein (σπείρειν) ‘säen, besäen’, auch ‘ausstreuen, aussprengen, verbreiten’, mir. sreb ‘Strom’ zu der Wurzel ie. *(s)p(h)er-, erweitert *sprei-, *spreu- ‘streuen, säen, sprengen, spritzen, sprühen’ (wozu ↗spreizen, ↗sprießen1, ↗Spreu, ↗Sprosse, s. d.), und deren Variante ie. *sp(h)er(ə)- ‘zucken, mit dem Fuß wegstoßen, zappeln, schnellen’ (wozu ↗Sporn, ↗Spur und ↗Sprenkel, s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
sprayen · ↗spritzen · sprühen
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›sprühen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sprühen‹.

Verwendungsbeispiele für ›sprühen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Fünf, sechs Mal hintereinander sprühen die Funken in dieser Form auseinander.
Der Tagesspiegel, 25.06.2000
Der Drucker sprüht hier also keine Tinte auf den Schlitten der Druckköpfe.
C't, 1999, Nr. 19
Durch den Regen, der sprühend geworden war, brach sich das Licht.
Weismantel, Leo: Die höllische Trinität, Berlin: Union-Verl.1966 [1943], S. 9
Er hört auf nichts und schlägt um sich, der Mund ist naß und sprüht Worte, halbverschluckte, sinnlose Worte.
Remarque, Erich Maria: Im Westen nichts Neues, Berlin: Propyläen 1929, S. 104
Garnot sprühte, heftig nach Luft ringend, den Inhalt der Dose in den offenen Mund.
Simmel, Johannes Mario: Der Stoff, aus dem die Träume sind, Güterlsoh: Bertelsmann u. a. [1973] [1971], S. 222
Zitationshilfe
„sprühen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/spr%C3%BChen>, abgerufen am 24.11.2020.

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