sprießen

Grammatik Verb · sprießt, spross, ist gesprossen
Nebenform selten sprießen · Verb · sprießte
Aussprache 
Worttrennung sprie-ßen
Wortbildung  mit ›sprießen‹ als Letztglied: aufsprießen · emporsprießen · hervorsprießen
Mehrwortausdrücke  wie Pilze aus dem Boden sprießen
eWDG

Bedeutung

gehoben eine Pflanze sprießteine Pflanze keimt, wächst
Beispiele:
die Blumen, Halme sprießen
das Gras sprießt (aus der Erde)
an den Zweigen sprossen, sprießten die ersten Knospen
die Saat sprießt schon
bildlich
Beispiele:
über seiner Oberlippe sprießen die ersten Schnurrbarthaare
in seinem Herzen begann die Liebe, Eifersucht, eine zarte Zuneigung zu sprießen
eine Unglückssache, aus der für keine Menschenseele Gutes sprießt [ A. ZweigErziehung257]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

spreizen · sprießen2 · Spreize · Sprieße · Sprieß · Spriet · Bugspriet
spreizen Vb. ‘etw. emporstehend machen, auseinanderstellen, -strecken, grätschen’, reflexiv (übertragen) ‘geziert einhergehen, sich aufspielen, sich sträuben, sich zieren’ spätmhd. spreutzen ‘(sich) stützen, stemmen’, frühnhd. auch ‘auseinanderstrecken, weit öffnen, auseinandersperren mit einem Querholz’ (in dieser Lautform noch bis Anfang 18. Jh.), frühnhd. (entrundet) spreizen (16. Jh.) sind Varianten mit Affrikata zu schwach flektierendem sprießen2 Vb. ‘(mit Holz) stützen, verstreben’, ahd. spriuzan ‘(unter)stützen, befestigen, sich stemmen’ (8. Jh.), mhd. spriuzen ‘stützen, stemmen’, frühnhd. spreussen, spreissen (16. Jh.). Es sind Ableitungen von dem zu stark flektierendem sprießen1 (s. d.) gehörenden Substantiv ahd. spriuza (10. Jh.), spätmhd. spreitze, spräutze frühnhd. sprücze, sprütze, sprutz (15. Jh.), nhd. Spreize f. (17. Jh.) ‘Stützbalken, Stütze’. Zugrunde liegt vielleicht die Vorstellung des sich wie ein gegabelter Ast emporreckenden Stützpfeilers. Dazu landschaftlich Sprieße f. auch Sprieß m. ‘Stütze, Stütz-, Querbalken, Sprosse, Strebe’, spätmhd. spriuze f. ‘Stützbalken’ sowie aus dem Nd. Spriet n. ‘Stange’, besonders (Seemannssprache) ‘vom Mast abgespreiztes Rundholz zum Ausspannen des viereckigen Sprietsegels’, in der Literatursprache (Anfang 18. Jh.) nach nd. Spriet, mnd. spriet, sprēt n., mnl. nl. spriet m., aengl. sprēot m., engl. sprit, germ. *spreuta-. Bugspriet n. ‘über den Bug hinausragende Segelstange’ (17. Jh.), mnd. bōchsprēt, nl. boegspriet, engl. bowsprit.

Thesaurus

Synonymgruppe
Keime bilden · Keime treiben · anfangen zu wachsen · aufgehen · aufkeimen · aus dem Boden wachsen · aus der Erde kommen · auskeimen · hervorkommen · hervorwachsen · keimen · sprießen  ●  (sich) vorwagen  geh., fig. · auflaufen  fachspr., Jargon
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) entladen · (sich) entzünden (auch übertragen: Streit .. an) · (sich) lösen · ausbrechen · entbrennen (Streit) · herausbrechen · herausschießen · heraussprudeln · hervorbrechen · hervorkommen · hervorschießen · losbrechen · sprießen  ●  aufbranden (Jubel, Beifall)  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
aufwachsen · groß werden · heranwachsen · sprießen · wachsen
Synonymgruppe
Triebe ansetzen · Triebe bilden · ausschlagen · austreiben · hervorsprießen · sprießen · treiben
Assoziationen
  • (sich) stark ausbreiten · (sich) stark vermehren · auswuchern · immer neue Triebe bilden · zuwachsen · zuwuchern · zügellos wachsen · überwuchern  ●  wuchern  Hauptform

Typische Verbindungen zu ›sprießen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sprießen‹.

Verwendungsbeispiele für ›sprießen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

An der einen Straße sprießt das Grün der Bäume, um die Ecke ist alles kahl? [Die Zeit, 18.11.2010 (online)]
Das erste Gras fängt an zu sprießen, Bäume zeigen zaghaft Grün. [Die Zeit, 05.08.2009, Nr. 12]
Daraus sproß vor etwa zwei Jahren ein eigenes Gesetz über den Gebrauch der französischen Sprache. [Die Zeit, 07.04.1978, Nr. 15]
Diese Heime scheinen in jüngster Zeit wie die Pilze aus der Erde zu sprießen. [Die Zeit, 03.11.1961, Nr. 45]
Aus faulem Nichtstun sproß noch in den allerseltensten Fällen ein Heil. [Keller, Paul: Ferien vom Ich, München: Bergstadtverl. Korn 1963 [1915], S. 53]
Zitationshilfe
„sprießen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sprie%C3%9Fen>.

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