sprudeln

GrammatikVerb · sprudelt, sprudelte, hat/ist gesprudelt
Aussprache
Worttrennungspru-deln
Wortbildung mit ›sprudeln‹ als Erstglied: ↗Sprudelliege · ↗Sprudelquelle · ↗Sprudelstein · ↗Sprudelwasser
 ·  mit ›sprudeln‹ als Letztglied: ↗aufsprudeln · ↗heraussprudeln · ↗hervorsprudeln · ↗lossprudeln · ↗weitersprudeln · ↗übersprudeln
 ·  mit ›sprudeln‹ als Grundform: ↗Sprudel
eWDG, 1976

Bedeutung

eine Flüssigkeit sprudelt
a)
eine Flüssigkeit bewegt sich mit zischendem, gluckerndem Geräusch spritzend, schäumend, wirbelnd an einem Ort empor
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
die Quelle, Fontäne, der Springbrunnen sprudelt
das Selterswasser, Sekt sprudelt (im Glas) (= die Kohlensäure entweicht prickelnd, perlend)
ein sprudelndes Getränk
das kochende Wasser sprudelt (= wirft Blasen auf)
übertragen
Beispiel:
er sprudelte vor guter Laune, vor Lebenslust
sprudelndüberschäumend, überquellend, sehr lebhaft
Grammatik: oft im Part. Präs.
Beispiele:
seine sprudelnde Fantasie, Lebensfreude, Heiterkeit
er hat eine sprudelnde Laune (= er hat eine ausgelassene, sehr fröhliche Laune)
sie hat einen sprudelnden Witz (= sie hat einen sprühenden, geistreichen Witz)
er hat ein sprudelndes Temperament (= er hat ein feuriges Temperament)
er unterbrach seine sprudelnde Rede (= er unterbrach seine hastige, überstürzte Rede)
die Worte sprudelndie Worte werden sehr schnell, hastig, überstürzt gesprochen
Beispiel:
seine Worte, geistreichen Bemerkungen, die Witze sprudelten (nur so)
jmd. sprudeltjmd. spricht sehr schnell, hastig, überstürzt
Beispiel:
»Ich habe dir viel zu erzählen«, sprudelte er
b)
eine Flüssigkeit sprudelt aus etw.eine Flüssigkeit quillt mit zischendem, gluckerndem Geräusch spritzend, schäumend, wirbelnd aus etw. hervor
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
die Quelle sprudelt aus dem Felsen, der Erde
das Wasser sprudelt aus der Röhre
das Selterswasser, der Sekt sprudelt aus der Flasche
übertragen etw. sprudelt aus jmdm.jmd. spricht etw. überstürzt, hastig
Beispiele:
die Beteuerungen, Antworten, Glückwünsche, Zahlen sprudelten (nur so) aus seinem Mund
Dann sprudelt ihm die französische Sprache von den Lippen [SteinbergTag408]
irgendwohin sprudeln
Beispiele:
es regnete so heftig, dass breite Bäche über die Wege sprudelten
Durch die Parks und neben den Straßen sprudelt das klare Wasser, das von den Gletschern ... kommt [GrzimekWildes Tier121]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sprudeln · Sprudel
sprudeln Vb. ‘(vom Wasser) wirbelnd hervorquellen, wallen’, übertragen ‘lebhaft und schnell reden’ (17. Jh.) ist wohl aus mundartlichem prudeln (s. ↗brodeln) unter Einwirkung von ↗sprühen (s. d.) entstanden. Sprudel m. ‘(Mineral)quelle’ (18. Jh.), Karlsbader Sprudel für die Karlsbader Quelle (19. Jh.); dann ‘Kohlensäure enthaltendes Getränk’.

Thesaurus

Synonymgruppe
blubbern · brizzeln (Kurzschluss) · spritzeln · sprudeln · ↗zischeln · ↗zischen
Oberbegriffe
  • (ein) Geräusch machen · zu hören sein
Assoziationen
Synonymgruppe
(die) Kasse klingelt  fig. · sprudeln (Einnahmen, Gewinne)  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alsterfontäne Bohrloch Brunnen Einnahmequelle Finanzquelle Fontäne Geldquelle Heilquelle Jungbrunnen Neptunbrunnen Quell Quelle Springbrunnen Steuereinnahme Steuerquelle Thermalwasser Wasserfall ergiebig heraussprudeln hervorsprudeln kräftig los munter reichlich spärlich weitersprudeln Öl Ölquelle übersprudeln üppig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sprudeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mal sprudeln sie, mal nicht, mal sind sie schwächer, dann wieder sind sie stärker dosiert.
Süddeutsche Zeitung, 20.07.2001
Schon heute sprudeln aus seinen Quellen rund 720000 Barrel pro Tag.
Die Zeit, 24.10.1997, Nr. 44
Ihre Quelle ist noch nicht verschüttet; sie sprudelt noch ursprünglich.
Alt, Franz: Liebe ist möglich, München: Piper 1985, S. 162
Das Säuseln in meinem Ohr schwoll an, es sprudelte und schäumte.
Franck, Julia: Lagerfeuer, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2003, S. 265
Aus dieser tiefverwurzelten Überzeugung, aus diesem kraftvollen Irrtum sprudelte die Quelle seines Talents.
Strauß, Botho: Der junge Mann, München: Hanser 1984, S. 324
Zitationshilfe
„sprudeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sprudeln>, abgerufen am 20.11.2019.

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