sprunghaft

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung sprung-haft
Wortzerlegung Sprung-haft
Wortbildung  mit ›sprunghaft‹ als Erstglied: ↗Sprunghaftigkeit
eWDG, 1976

Bedeutung

(oft und) plötzlich wechselnd, nicht stetig
a)
unausgeglichen, unstet, zu unvermittelten, plötzlichen Handlungen neigend
Beispiele:
er hat einen sprunghaften Charakter, ein sprunghaftes Wesen
sie ist unberechenbar und sprunghaft
b)
rasch von einem zu einem völlig anderen Gedanken, Gesprächsthema wechselnd, unzusammenhängend
Beispiele:
sie konnte der sprunghaften Unterhaltung nicht folgen
er erzählt sprunghaft
er denkt sprunghaft (= nicht folgerichtig)
Herrn Eschs sprunghaftes und reizbares Denken war nicht so leicht zu bändigen [ BrochHuguenau31]
c)
ohne Zwischenstufen, plötzlich, unvermittelt
Beispiele:
der Wasserstand, die Temperatur, das Realeinkommen, der Bedarf, der Umsatz von Modeartikeln, der Verkehr steigt sprunghaft (an)
der Fremdenverkehr, Protest, das Interesse für etw. wächst sprunghaft (an)
die Besucherzahlen gehen sprunghaft in die Höhe
etw., jmd. entwickelt sich sprunghaft (= diskontinuierlich, mit Unterbrechungen)
Obwohl der sprunghafte Wechsel der Situation ihn sehr erregt hatte [ ApitzNackt358]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sprung · sprunghaft · Gedankensprung
Sprung m. ‘vom Boden abschnellende Bewegung’, ahd. sprung (11. Jh.; gisprungi, 10. Jh.), mhd. mnd. sprunc ‘Sprung, Galopp, das Hervorsprießen, Ursprung, Quell’, mnl. spronc, nl. sprong, mit Ablaut gebildetes Abstraktum zu dem unter ↗springen (s. d.) behandelten Verb. In der Bedeutung ‘gesprungene Stelle, feiner Riß’ seit etwa 1700. sprunghaft Adj. ‘jäh, unvermittelt, unzusammenhängend’ (19. Jh.). Gedankensprung m. ‘unvermittelter, plötzlicher Übergang zwischen nicht zusammenhängenden Themen’ (Ende 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
floatend · ↗flüchtig · frei flottierend · nicht durchgängig (zu beobachten) · nicht in der Konstanz · nicht kalkulierbar · nicht kontinuierlich · nicht persistent · nicht verlässlich · nicht vorhersehbar · schwankend · ↗sporadisch · sprunghaft · ↗unbeständig · ↗unstet · vagabundierend · ↗volatil  ●  mal so, mal so  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
flatterhaft · sprunghaft · ↗unbeständig · ↗unstet  ●  ↗flippig  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
impulsiv · sprunghaft · ↗unberechenbar · ↗unbeständig · ↗unkalkulierbar · unvorhersagbar · ↗zufallsgesteuert · ↗zufällig  ●  ↗unvorhersehbar  Hauptform · ↗erratisch  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›sprunghaft‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

AgierenBeispielsätze anzeigen AnsteigenBeispielsätze anzeigen AnstiegBeispielsätze anzeigen AnwachsenBeispielsätze anzeigen AufwärtsentwicklungBeispielsätze anzeigen ErzählweiseBeispielsätze anzeigen PersonalpolitikBeispielsätze anzeigen PreisanstiegBeispielsätze anzeigen SteigerungeBeispielsätze anzeigen VermehrungBeispielsätze anzeigen ZunahmeBeispielsätze anzeigen angestiegenBeispielsätze anzeigen angewachsenBeispielsätze anzeigen ansteigenBeispielsätze anzeigen ansteigendBeispielsätze anzeigen anwachsenBeispielsätze anzeigen anwachsendBeispielsätze anzeigen assoziativBeispielsätze anzeigen fragmentarischBeispielsätze anzeigen geradezuBeispielsätze anzeigen gestiegenBeispielsätze anzeigen gewachsenBeispielsätze anzeigen impulsivBeispielsätze anzeigen launischBeispielsätze anzeigen schnellenBeispielsätze anzeigen steigendBeispielsätze anzeigen unberechenbarBeispielsätze anzeigen vermehrenBeispielsätze anzeigen wachsendBeispielsätze anzeigen zunehmenBeispielsätze anzeigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sprunghaft‹.

Verwendungsbeispiele für ›sprunghaft‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Erst dann folgen Analysen, oft assoziativ, ja sprunghaft, in jedem Fall zahlreich.
Süddeutsche Zeitung, 20.01.2001
Die Nutzung der Elektronik nimmt auch in der Europäischen Union sprunghaft zu.
Der Tagesspiegel, 14.02.2000
Die Zahl der Teilnehmer an den heiligen Übungen nahm in den zwanziger Jahren sprunghaft zu.
o. A.: Die Weltkirche im 20. Jahrhundert. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1979], S. 17780
Von Tag zu Tag wird sie sprunghafter in ihren Stimmungen.
Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 606
Die Ursachen der sprunghaften Erbänderung sind noch nicht genügend bekannt.
Wiehle, Hermann u. Harm, Marie: Lebenskunde für Mittelschulen - Klasse 3, Halle u. a.: Schroedel u. a. 1941, S. 94
Zitationshilfe
„sprunghaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sprunghaft>, abgerufen am 15.01.2021.

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