spucken

Grammatik Verb
Aussprache  [ˈʃpʊkn̩]
Worttrennung spu-cken
Wortbildung  mit ›spucken‹ als Erstglied: ↗Spuckerei · ↗Spuckkuchen · ↗Spucknapf · ↗Spuckschale · ↗Spuckschutz · ↗Spuckschutzwand · ↗Spuckwand
 ·  mit ›spucken‹ als Letztglied: ↗anspucken · ↗ausspucken · ↗hinspucken · ↗vollspucken

Bedeutungsübersicht+

  1. speien
    1. [bildlich] ...
    2. etw. (in großen Mengen) auswerfen
    3. [übertragen] ...
eWDG, 1976

Bedeutung

speien
Beispiele:
auf den Boden spucken
die Jungen standen auf der Brücke und spuckten ins Wasser
er spuckte (sich) [Dativ] in die Hände und griff zum Spaten
sie spuckte die Kirschkerne ins Gras
der Kranke hat Blut gespuckt
umgangssprachlichviele Fluggäste mussten spucken (= sich übergeben)
bildlich
Beispiele:
der defekte Motor spuckt
Unsre Artillerie bellte und spuckte [ RennKrieg315]
etw. (in großen Mengen) auswerfen
Beispiele:
ein Ofen spuckt wohlige Wärme
die Maschinengewehre spuckten Feuer und Tod
übertragen
Beispiele:
salopper wird aber spucken (= schimpfen, wütend sein), wenn er das erfährt
jmd. lässt sich [Dativ] nicht auf den Kopf spucken (= jmd. lässt sich nichts gefallen)
in die Hände spucken (= energisch an die Arbeit gehen)
jmdm. in die Suppe spucken (= jmds. Vorhaben, Pläne durchkreuzen, jmdm. dreinreden)
jmd. spuckt große Bogen, große Töne (= jmd. spielt sich auf)
jmd. spuckt Gift und Galle (= jmd. ist sehr wütend)
Er kann nun einmal nicht leben, ohne Gift zu spucken [ M. WalserHalbzeit404]
auf etw., jmdn. spuckenauf etw., jmdn. keinen Wertlegen, etw., jmdn. verachten
Beispiel:
darauf spucke ich!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

spucken · Spucke
spucken Vb. ‘Speichel von sich geben, ausstoßen’, frühnhd. (omd.) spūchen, spūgen (15. Jh.), nhd. (mundartlich) spauchen, nordd. mit expressiver Konsonantendoppelung spucken (16. Jh.), eine Intensivbildung mit Guttural zu mhd. (md.) spūwen (s. ↗speien). Spucke f. ‘Speichel’ (18. Jh.), rückgebildet aus dem Verb.

Thesaurus

Synonymgruppe
speien · spucken  ●  ↗rotzen  derb
Synonymgruppe
Fehlzündungen haben · spotzen (Motor) · ↗stuckern  ●  spucken  ugs. · ↗stottern  ugs.
Synonymgruppe
(Nahrung) nicht bei sich behalten (können) · ↗(etwas) erbrechen · ↗(sich) erbrechen · ↗(sich) übergeben · ↗hochwürgen · ↗speien  ●  Magen(inhalt) oral entleeren  variabel · ↗speiben  österr., bair. · spucken  regional · (das Essen) kommt oben wieder heraus  ugs. · ↗(sich) auskotzen  derb · Bröckchen lachen  ugs. · ↗brechen  ugs. · ↗göbeln  ugs., regional · ↗kotzen  derb · ↗reihern  ugs. · rückwärts essen  ugs., scherzhaft · ↗vomieren  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
ausstoßen (Qualm, Rauch, Gas)  ●  (aus)spucken  fig. · ↗emittieren  fachspr. · ↗rausschmeißen  ugs. · ↗speien  geh.

Typische Verbindungen zu ›spucken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›spucken‹.

Verwendungsbeispiele für ›spucken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich habe auf den Teller gespuckt, von dem ich früher gegessen habe.
Bild, 18.05.2005
Die Industrie macht das Geld locker, die Regierung spuckt große Töne.
Der Tagesspiegel, 11.10.2001
Sicher spuckte er vor dem Husten, beim Husten, nach dem Husten.
Schuder, Rosemarie: Agrippa und Das Schiff der Zufriedenen, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1987 [1977], S. 304
Wie ich mich einmal umgedreht habe, hat er mir auf die Füße gespuckt.
Langhoff, Wolfgang: Die Moorsoldaten, Stuttgart: Verl. Neuer Weg 1978 [1935], S. 92
Der tut, was sie alle tun: Er nimmt das Geld von seinem Land und spuckt dem Geber auf die Hand.
Tucholsky, Kurt: Guter Neurath ist teuer. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1929]
Zitationshilfe
„spucken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/spucken>, abgerufen am 20.09.2020.

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