spuken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungspu-ken
Wortbildung mit ›spuken‹ als Erstglied: ↗Spukerei  ·  mit ›spuken‹ als Letztglied: ↗herumspuken · ↗rumspuken  ·  mit ›spuken‹ als Grundform: ↗spukig
eWDG, 1976

Bedeutung

als Spukgestalt erscheinen, umgehen
Beispiele:
in dem alten Schloss soll es früher gespukt haben
Ich habe mal als Kind von Gespenstern gelesen, die ihren Kopf unterm Arm trugen und damit spazieren gingen und spukten [KeunMitternacht158]
bildlich
Beispiel:
der Nebel spukt durch die Straßen
übertragen
Beispiele:
dieser Aberglauben, Unsinn, diese Vorstellung, Idee spukt noch in vielen Köpfen
noch lange spukten die Erlebnisse des Krieges durch seine Träume
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Spuk · spuken · spukhaft · Spökenkieker
Spuk m. ‘Gespenst, gespenstisches Treiben, Lärm’, mnd. spōk, spoek, spūk, spȫk, mnl. spooc, nl. spook ‘Geistererscheinung, Gespenst’. Daneben stehen auf hd. Gebiet (vereinzelt; unter nd. Einfluß?) mhd. gespüc, frühnhd. gespug (15. Jh.), nhd. Gespeuck (17. Jh.) und Spugniß (Luther, nach mnd. spȫknisse), die sich jedoch nicht fortsetzen. Vielmehr dringt nd. Spuk über norddeutsche Schriftsteller in die Literatursprache ein (17. Jh.). Alle bisherigen Erklärungsversuche sind unbefriedigend, z. B. Verbindung mit lett. spīgana ‘Geistererscheinung, Drache, Hexe’, spīgainis ‘Irrlicht’, lit. spingė́ti ‘flimmern, flackern, glitzern’ oder mit aengl. pūca, engl. puck ‘Kobold’, anord. pūki ‘Teufel’, schwed. (mundartlich) puke ‘Kobold’. de Vries Nl. 682 erwägt daher Herkunft des nd. nl. Wortes aus der Substratsprache eines Hünengräbervolkes. spuken Vb. ‘als Geist sein Wesen treiben, als Geist erscheinen, umgehen’ (17. Jh.). Ausgangsform ist mnd. nd. spȫken, wie auch norddeutsche Schriftsteller des 16. und 17. Jhs. schreiben. In der Literatursprache wird hingegen der Stammvokal an Spuk angeglichen. spukhaft Adj. ‘gespenstisch’ (19. Jh.), vgl. nd. spȫkhaftig. Spökenkieker m. nordd. ‘Geisterseher, wer das zweite Gesicht hat’ (19. Jh.), zu mnd. spȫk (s. oben) und ↗kieken ‘gucken, sehen’ (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
geistern · ↗herumspuken · ↗irrlichtern · spuken
Assoziationen
Synonymgruppe
(dahin)treiben · ↗(irgendwo umher)ziehen · ↗(um)wogen · ↗wabern  ●  (herum)spuken  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Burg Dämon Gedanke Gehirn Geist Gemäuer Gespenst Hinterkopf Hirn Kopf Köpfen Leinwand Mitternacht Phantom Schloß Teufel Traum dazwischen durchspuken herum herumspuken hinein mit nachts rumspuken seitdem seither umher umherspuken weiterspuken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›spuken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er spukt, manchmal unerträglich intensiv, in den Köpfen der Demokraten herum.
Der Tagesspiegel, 31.07.2004
Selbst die Sehnsucht nach einer imaginären Gemeinschaft eines einzigen Volks von heldenhaftem Rang spukt wohl noch in manchen Köpfen.
Die Zeit, 05.11.1998, Nr. 46
Die Sache mit der armenischen Weltverschwörung spukt in vielen Köpfen.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 163
Sie werden rar, also gilt es, um die Wette zu laufen - der Begriff von Sachwerten spukt in den Köpfen.
Reznicek, Paula von u. Reznicek, Burghard von: Der vollendete Adam. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 9154
Und die christliche Forderung, sich dieser göttlichen Vollkommenheit nach Kräften zu nähern, spukte damals auch in den besten Köpfen.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 31591
Zitationshilfe
„spuken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/spuken>, abgerufen am 17.10.2019.

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