spulen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungspu-len
Wortbildung mit ›spulen‹ als Erstglied: ↗Spuler · ↗Spulerei  ·  mit ›spulen‹ als Letztglied: ↗abspulen · ↗aufspulen · ↗rückspulen · ↗umspulen · ↗zurückspulen
eWDG, 1976

Bedeutung

etw., besonders Garn, Band, auf eine Spule laufen lassen
Beispiele:
sie saß an der Nähmaschine und spulte
Garn, Fäden auf eine Spindel, ein Tonband auf eine andere Spule spulen
bildlich
Beispiel:
gedankenverloren spulte sie eine Haarsträhne um ihren Zeigefinger
sich spulen
Beispiel:
ein Gewirr von Gassen, das sich wie Garn um den Markt spulte [SeghersSiebtes Kreuz4,90]
übertragen
Beispiel:
dichterischseine Gedanken spulen und spulen, ohne von der Stelle zu kommen [FrischGantenbein224]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Spule · spulen · Spulwurm
Spule f. ‘(Holz)rolle zum Aufwickeln (von Garn und dgl.)’, ahd. spuola f., spuolo m. (9. Jh.), mhd. spuol(e) m. ‘Weberspule, Röhre, Federkiel’, mnd. spōle f. m., mnl. spoele f., nl. spoel f. (germ. *spōlōn m. f.) sind verwandt mit mhd. spale ‘Leitersprosse’, anord. spǫlr (aus germ. *spaluz) ‘Speiler, Stange’, schwed. spjäla ‘Latte’ und stehen im Ablaut zu dem unter ↗spalten (s. d.) behandelten, mit Dental erweiterten Verb. Die Ausgangsbedeutung ist ‘abgespaltenes (rundes) Holzstück’, das beim Weben zum Aufwickeln des Garns dient; seit dem 15. Jh. auch ‘Federkiel’, der zum Aufwickeln von Garn und zum Schreiben verwendet wird. spulen Vb. ‘auf die Spule wickeln keln’ (15. Jh.). Spulwurm m. im Verdauungstrakt schmarotzender Fadenwurm (15. Jh.), nach seiner spulenartigen Gestalt benannt.

Thesaurus

Synonymgruppe
aufwickeln · spulen · ↗wickeln

Typische Verbindungen
computergeneriert

Band Film Kilometer Pensum Programm Uhrwerk ab abspulen aufspulen einfallslos herunter herunterspulen locker lustlos routiniert runter runterspulen souverän spulen vor vorspulen weiter zurück zurückspulen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›spulen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Lied findet nur, wer es schafft, noch vor den eigentlich ersten Titel zu spulen.
Bild, 05.04.2003
Er spulte das Band bis fast ans Ende und startete den Rückwärtslauf.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 82
In rasender Geschwindigkeit spulte Seil von der Wickeltrommel, rotierte das Zugrad.
Düffel, John von: Houwelandt, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2004, S. 212
Sie lassen sich leichter durchsuchen; um eine bestimmte Stelle zu finden, muss man sie anders als bei Videokassetten nicht langwierig hin und her spulen.
C't, 2000, Nr. 21
Wenn auch die Freude zögerlich entwickelt wurde, der offizielle Teil spulte sich etwas zäh.
Die Welt, 29.11.1999
Zitationshilfe
„spulen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/spulen>, abgerufen am 17.11.2019.

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