Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

spurlos

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung spur-los
Wortzerlegung Spur -los
eWDG

Bedeutung

ohne ein Zeichen, eine erkennbare Spur zu hinterlassen
Beispiele:
jmd., etw. verschwindet spurlos
diese Episode war bald spurlos aus ihrem Gedächtnis geschwunden
die Zeit, ein Erlebnis ist spurlos an ihm vorbeigegangen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Spur · spurlos · Spurweite · großspurig · spuren · spüren · spürbar · Spürhund · Spürsinn
Spur f. ‘(Fuß)abdruck, hinterlassenes Zeichen, Fährte’, ahd. spor n. ‘Fußspur’ (8. Jh.), mhd. spor, spur, spür f. n. ‘Fährte, Spur’, mnd. spōr n., mnl. spōr(e) n., nl. spoor, aengl. anord. spor n., schwed. spår (germ. *spora n. ‘Fußabdruck’) sind abgeleitet im Sinne von ‘Tritt’ von germ. *spurnan ‘treten’ (s. Sporn) und gehören zur Wurzel ie. *sp(h)er(ə)- ‘zucken, mit dem Fuße wegstoßen, zappeln, schnellen’. Das zunächst neutrales Genus aufweisende germ. *spura- entwickelt im Mhd. feminin gebrauchte Formen, die sich im 16. Jh. durchsetzen. Spur bedeutet als altes Jagdwort ‘durch Tritt mit dem Fuß hinterlassener Abdruck’ (auf einer Unterlage, im Boden), übertragen das ‘hinterlassene Zeichen’, vgl. keine Spur ‘kein Zeichen’ (z. B. keine Spur von Mitleid), nicht die geringste Spur ‘nicht das geringste Merkmal, nicht der geringste Anhaltspunkt’ (alle 18. Jh.). spurlos Adv. ‘ohne jeden Anhaltspunkt, Nachweis’ (18. Jh.). Spurweite f. ‘Schienenabstand’ bei der Eisenbahn (19. Jh.). großspurig Adj. ‘aufgeblasen, angeberisch’ (19. Jh.). spuren Vb. (von Wagen) ‘eine Spur halten’, übertragen ‘sich einordnen, nicht abweichen, gehorchen’ (19. Jh.). spüren Vb. jägersprachlich ‘die Spur suchen, ihr folgen’, übertragen (13. Jh.) ‘wahrnehmen, merken’, (17. Jh.) ‘empfinden, fühlen’, ahd. spurien, spurren ‘der Spur des Wildes nachgehen’ (8. Jh.), mhd. spürn, auch ‘etw. aufsuchen, wahrnehmen’, mnl. spōren, spueren ‘nachspüren, forschen, untersuchen’, nl. speuren, aengl. spyrian ‘eine Spur machen, verfolgen, reisen, nachforschen’, anord. spyrja, schwed. spörja ‘fragen, hören, erfahren’ (germ. *spurjan). spürbar Adj. ‘fühlbar, merklich’ (18. Jh.). Spürhund m. ‘Jagdhund für das Aufspüren der Fährte des Wildes’, ahd. spurihunt (11. Jh.), mhd. spürhunt. Spürsinn m. ‘Fähigkeit zur Fährtensuche’ (beim Jagdhund), ‘feines, untrügliches Gefühl, etw. zu finden’ (18. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›spurlos‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›spurlos‹.

Verwendungsbeispiele für ›spurlos‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Während wir uns bereitmachten, auf sie loszustürzen, waren sie schon spurlos verschwunden. [Jünger, Ernst: In Stahlgewittern, Stuttgart: Klett-Cotta 1994 [1920], S. 65]
Danach verschwindet der Held spurlos, nirgends lässt sich sein ungewöhnlicher Name nachweisen. [Die Zeit, 09.12.2013, Nr. 49]
Seine Frau samt Kind hat ihn verlassen, mit ihrem Liebhaber ist sie spurlos verschwunden. [Die Zeit, 12.06.2012, Nr. 11]
Auch an ihm sei das Alter allerdings nicht spurlos vorbeigegangen. [Die Zeit, 05.03.2012 (online)]
Doch auch an dem, der die Entscheidung getroffen hat, geht sie nicht spurlos vorbei. [Die Zeit, 29.08.2011, Nr. 35]
Zitationshilfe
„spurlos“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/spurlos>.

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