städtebaulich

Grammatik Adjektiv · ohne Steigerung
Aussprache  [ˈʃtɛːtəˌbaʊ̯lɪç] · [ˈʃtɛtəˌbaʊ̯lɪç]
Worttrennung städ-te-bau-lich
Wortzerlegung Städtebau-lich
eWDG und ZDL

Bedeutung

theoretische oder praktische Aspekte der Planung, Art und Umsetzung baulicher Neu- und Umgestaltungsprojekte in größeren Siedlungen betreffend, besonders in Bezug auf deren Zusammenspiel mit der Umgebung
Kollokationen:
als Adjektivattribut: ein städtebaulicher Ideenwettbewerb, Wettbewerb, Entwicklungsbereich; städtebauliche Entwicklungsgebiete, Entwicklungsmaßnahmen, Planungen; das städtebauliche Leitbild
als Adverbialbestimmung: etw. städtebaulich aufwerten, integrieren, einfügen, vernachlässigen; städtebaulich dominant, markant, herausragend, bedeutsam
in Koordination: städtebaulich und architektonisch, landschaftsplanerisch, landschaftlich, denkmalpflegerisch, verkehrlich, verkehrstechnisch
Beispiele:
die städtebauliche Neugestaltung DresdensWDG
der Alexanderplatz und seine nähere Umgebung werden städtebaulich besonders hervorgehobenWDG
Im Stadtteil »Mitte Altona« sollen familiengerechtes Wohnen sowie soziale und städtebauliche Vielfalt realisiert werden. [Welt am Sonntag, 10.11.2019]
Ein fehlender städtebaulicher Wettbewerb sei die »Ursünde« des gesamten Projekts Kulturforum. [Die Welt, 08.11.2019]
Das urbane Gefüge Berlins war durch Krieg und Wiederaufbau‑Moderne zusehends »kariös« geworden, wie der große Berlin‑Kenner und ‑Liebhaber Hanns Zischler im Nachwort schreibt. Er macht dabei geltend, dass das Hansaviertel, das während einer früheren Bauausstellung 1957 auf dem Grund eines ehemals dicht bebauten Altbauviertels im Tiergarten entstand, »architektonisch ebenso überzeugend wie städtebaulich irreführend war«. [Süddeutsche Zeitung, 19.12.2018]
Die Kritik an einer angeblich gesichtslosen Architektur zielt aber oft auf große neue Siedlungsgebiete, etwa entlang der Bahngleise vom Hauptbahnhof aus oder in der Messestadt [München-]Riem. Wie solche Gebiete aussehen, entscheidet sich aber in städtebaulichen und architektonischen Wettbewerben. [Süddeutsche Zeitung, 22.11.2018]
In einem städtebaulichen Vertrag mit der Stadt Düsseldorf wurden die Mietpreise für zehn Jahre festgeschrieben; sie liegen nun bei – für Düsseldorfer Verhältnisse relativ günstigen – 11,65 Euro je Quadratmeter. [Süddeutsche Zeitung, 06.10.2017]
Die gewaltigen Arbeiterstädte, die Krupp im Weichbild der Stadt errichtet hat, geben der Stadt nicht nur ein besonderes städtebauliches Gepräge, sondern sind auch für den Bau‑ und Wohnungsmarkt, und zwar insofern von Bedeutung, als sie die private Herstellung von Arbeiterwohnhäusern in Essen neben den Kruppschen Bauten bedeutungslos und vor allem unlukrativ machen. [Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 02.03.1913]

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Typische Verbindungen zu ›städtebaulich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›städtebaulich‹.

Zitationshilfe
„städtebaulich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/st%C3%A4dtebaulich>, abgerufen am 19.04.2021.

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