Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

stämmig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung stäm-mig
Wortzerlegung Stamm -ig
Wortbildung  mit ›stämmig‹ als Erstglied: Stämmigkeit
eWDG

Bedeutung

kräftig und meist etwas untersetzt, gedrungen
Beispiele:
ein kleiner, stämmiger, breitschultriger Mann
ein großer stämmiger Mensch
stämmige Glieder, Beine, Schultern
Stämmig und gedrungen, mit armlangen, breitwülstigen Hörnern bewehrt ist der Alpensteinbock [ R. GerlachVierfüßler99]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stamm · stammen · abstammen · Abstammung · angestammt · stämmig · Stammbaum · Stammbuch · Stammhalter · Stammvater
Stamm m. senkrecht gewachsener Teil eines Baumes, von dem die Äste abgehen, übertragen ‘Geschlecht, durch gesellschaftliche, sprachliche und kulturelle Gemeinsamkeiten verbundene Menschengruppe, Sippenverband’, ahd. stam (um 800; vgl. auch liutstam ‘Volksstamm, Leute’, 8. Jh.), mhd. stam (Genitiv stammes) ‘(Baum)stamm, Geschlecht, Abstammung’, mnd. stam(me), mnl. nl. stam führen auf germ. *stamna- (vgl. dazu das unter Steven, s. d., behandelte Substantiv), während aengl. stemn, stefn, engl. stem germ. *stemni- voraussetzt. Dies läßt sich wie griech. stámnos (στάμνος) ‘großer Krug’, eigentlich ‘stehendes Gefäß’, air. tamun ‘Baumstamm’, toch. A ṣtām ‘Baum’ mit m-Formans von der unter stehen (s. d.) genannten Wurzel ie. *stā-, *stə- ‘stehen, stellen’ herleiten. Als Ausgangsbedeutung ist ‘Ständer’ anzunehmen. Die übertragene Bedeutung ‘Teil eines Volkes, Volksstamm, Geschlecht, Familie’ (vgl. oben ahd. liutstam) folgt dem Bild des sich nach allen Seiten ausbreitenden Baumes, dessen Äste aus einem gemeinsamen Stamm wachsen. Von einer ähnlichen Vorstellung ausgehend (in der Sprachwissenschaft) ‘einer Ableitung, einer Wortfamilie zugrundeliegendes Wort’ (17. Jh.), dann ‘bedeutungstragender Teil eines Wortes’ ohne wort- und formbildende Elemente, (in der Wirtschaft) ‘Grundstock, Kapital’ im Unterschied zu den Zinsen (18. Jh.), ‘fester Bestand an Personen, Mitarbeitern, Kunden, Mitgliedern’ (19. Jh.). stammen Vb. ‘seinen Ursprung haben’, mhd. stammen; dafür auch abstammen Vb. (17. Jh.); Abstammung f. ‘Herkunft, Ursprung’ (Ende 17. Jh.). angestammt Part.adj. ‘ererbt, überkommen, althergebracht’ (16. Jh., geläufig seit dem 18. Jh.). stämmig Adj. ‘(wie ein Baumstamm) kräftig, fest’ (17. Jh.). Stammbaum m. ‘(wie ein Baum mit Geäst dargestelltes) Geschlechtsregister mit dem ältesten Vorfahren als Stamm’ (17. Jh.), vgl. lat. arbor generātiōnis. Stammbuch n. ‘Register, Buch, in das die Mitglieder einer Familie, eines Geschlechts eingetragen werden’ (16. Jh.), dann ‘Buch, in das sich Freunde und Bekannte mit einem Denkspruch eintragen’ (17. Jh.). Stammhalter m. ‘männlicher Nachkomme, der das Geschlecht erhalten soll’ (17. Jh.). Stammvater m. ‘Begründer eines Geschlechts’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›stämmig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stämmig‹.

Verwendungsbeispiele für ›stämmig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie hatte seltsam kleine Füße für eine so stämmige Frau. [Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 93]
Der Hund, ein stämmiger Boxer, lief hinter dem Wagen her. [Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1960], S. 84]
Die Beine sind stämmig, die Arme kräftig, der Hals ist dick. [Der Spiegel, 12.11.1990]
Das Foto zeigt ein mittelblondes Kind auf dem Rücken einer stämmigen Frau mit Hut, wahrscheinlich ist es die Mutter. [Die Zeit, 29.09.2007 (online)]
Die Frau sei auf einmal „unendlich“ erleichtert gewesen, „so dankbar“ für das Geld, erzählt der stämmige Mann. [Die Zeit, 24.06.1994, Nr. 26]
Zitationshilfe
„stämmig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/st%C3%A4mmig>.

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