Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

ständig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung stän-dig
Wortbildung  mit ›ständig‹ als Letztglied: nicht ständig · nichtständig · unständig
eWDG

Bedeutung

fortwährend, ununterbrochen, andauernd
Beispiele:
im Wartesaal herrscht ein ständiges Kommen und Gehen
seine ständige Rede war, er habe keine Zeit
sie lebte in ständiger Furcht
der Verkehr nimmt ständig zu
dank seinem ständigen Bemühen konnte er das Klassenziel erreichen
die ständig wachsenden Bedürfnisse der Gesellschaft befriedigen
die ständige Kommissionen der örtlichen Volksvertretungen
er hat keine ständige (= feste) Wohnung
er ist ein ständiger Mitarbeiter unserer Zeitung
New York ist ständiger Sitz der Vereinten Nationen
häufig
Beispiele:
auf sein ständiges Bitten hin wurde er zugelassen
er ist unser ständiger Gast
er wollte sie ständig (= immer wieder) küssen
er hat ständig etwas zu tadeln
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stand · Ständer · Ständchen · standhaft · ständig · ständisch · Standbild · Standpunkt · Standgericht · Standrecht
Stand m. ‘aufrechte Stellung, das Stehen, Standort, Zustand, sozial zusammengehörige Gruppe, Gesellschaftsschicht, Rang’, ahd. -stant (in firstant ‘Weisheit’, 8. Jh., urstant ‘Auferstehung’, 11. Jh.), mhd. mnd. mnl. stant, nl. aengl. engl. stand, afries. -stand, -stond, schwed. stånd ist Verbalabstraktum zu dem unter stehen (s. d.) angeführten nasalierten Präsensstamm germ. *stand- (s. auch Stunde). Für -stand in Abstraktbildungen zu Präfixverben s. stehen. Ständer m. ‘Pfosten, Gestell’, ahd. stanter ‘Standgefäß’ (Hs. 12. Jh.), frühnhd. stander, stender. Ständchen n. ‘als Huldigung stehend dargebrachte kleine Musik’ (17. Jh.). standhaft Adj. ‘ausdauernd, beharrlich’ (Anfang 16. Jh.). ständig Adj. ‘feststehend, dauernd, immer wiederkehrend’ (16. Jh.); vgl. ahd. instentīgo Adv. ‘eifrig, unablässig’ (um 1000), mhd. gestendec Adj. ‘unveränderlich’, widerstendic ‘Widerstand leistend, widersetzlich, widerlich’. ständisch Adj. ‘den Land- oder Reichsständen zukommend’ (18. Jh.), ‘eine bestimmte soziale Gruppe betreffend’ (19. Jh.). Standbild n. ‘Statue’ (Ende 18. Jh.). Standpunkt m. ‘Punkt, auf dem jmd. steht’ (18. Jh.), meistens übertragen ‘Einstellung, Haltung, aus der heraus etw. beurteilt wird’. Standgericht n. ‘rasch einberufenes (ursprünglich im Stehen tagendes) Kriegs- oder Ausnahmegericht, bei dem in vereinfachtem Strafverfahren das Urteil sofort nach dem Verhör gefällt und vollstreckt wird’ (um 1500); entsprechend Standrecht n. ‘verschärftes Straf- bzw. Kriegsrecht’ (Ende 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
beharrlich · dauernd · laufend · nonstop · ohne Unterbrechung · ohne Unterlass · ohne abzusetzen · pausenlos · ständig · unablässig · unaufhörlich · unausgesetzt · unentwegt  ●  ununterbrochen  Hauptform · am laufenden Band  ugs. · in einer Tour  ugs.
Oberbegriffe
  • in einer bestimmten Häufigkeit · in einer bestimmten Regelmäßigkeit · mehr oder weniger oft · mehr oder weniger regelmäßig · mit einer bestimmten Auftretenswahrscheinlichkeit · mit einer bestimmten Häufigkeit  ●  so oft  Hauptform
Assoziationen
Synonymgruppe
Dauer... · Endlos... · dauernd · immerfort · pausenlos · permanent · ständig  ●  andauernd  ugs. · ewig  ugs., übertreibend
Oberbegriffe
  • in einer bestimmten Häufigkeit · in einer bestimmten Regelmäßigkeit · mehr oder weniger oft · mehr oder weniger regelmäßig · mit einer bestimmten Auftretenswahrscheinlichkeit · mit einer bestimmten Häufigkeit  ●  so oft  Hauptform
Assoziationen
Synonymgruppe
allzeit · fortwährend · immer nur · immer und ewig · immerdar · immerwährend · in Zeit und Ewigkeit · konstant · kontinuierlich · persistent · stetig · stets · stets und ständig · ständig  ●  alleweil  süddt. · allweil  süddt. · immer  Hauptform · perpetuell  geh. · perpetuierlich  geh.
Oberbegriffe
  • in einer bestimmten Häufigkeit · in einer bestimmten Regelmäßigkeit · mehr oder weniger oft · mehr oder weniger regelmäßig · mit einer bestimmten Auftretenswahrscheinlichkeit · mit einer bestimmten Häufigkeit  ●  so oft  Hauptform
Assoziationen
Synonymgruppe
beständig · feststehend · gleichbleibend · immer wieder · inert · invariabel · jederzeit · konstant · kontinuierlich · stetig · ständig · unabänderlich · unveränderlich  ●  invariant  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • andauernd · endlos · immer wieder einmal · immer wieder mal · immer wiederkehrend · in regelmäßigen Abständen · wieder und wieder · wiederholt · wiederholte Male · zum wiederholten Male  ●  Und täglich grüßt das Murmeltier.  Spruch · immer wieder  Hauptform · (es ist) immer wieder das Gleiche  ugs. · aber und abermals  geh., veraltet · am laufenden Meter  ugs. · dauernd  ugs. · ein(s) ums andere Mal  ugs. · ewig  ugs. · immer und ewig  ugs. · immer wieder das gleiche Spiel  ugs.
Synonymgruppe
(sich dauernd) wiederholend · (sich) endlos wiederholend · (sich) unablässig wiederholend · gebetsmühlenartig · gleichklingend · gleichtönend · immer wiederkehrend · in nicht enden-wollendem Gleichklang · in nicht enden-wollender Stereotypie · monoton · nicht enden-wollend · penetrant · repetitiv · ständig · unablässig · unaufhörlich  ●  ostinato (Musik)  ital. · in Dauerschleife  ugs. · iterativ  fachspr. · mantrahaft  ugs. · rekurrent  fachspr.
Assoziationen
  • (jetzt) fang nicht (schon) wieder damit an  ugs. · leg mal 'ne andere Platte auf  ugs., Spruch · man kann's (bald) nicht mehr hören  ugs., variabel
Synonymgruppe
beständig · die ganze Zeit · die ganze Zeit über · durchgehend · durchgängig · fortgesetzt · fortlaufend · fortwährend · immerfort · immerzu · in einem durch · in einem fort · ohne Unterbrechung · pausenlos · permanent · unablässig · unterbrechungsfrei · ununterbrochen · unverwandt  ●  die ganze Zeit hindurch  Hauptform · andauernd  ugs. · dauernd  ugs. · perennierend  geh., lat. · ständig  ugs.
Oberbegriffe
  • in einer bestimmten Häufigkeit · in einer bestimmten Regelmäßigkeit · mehr oder weniger oft · mehr oder weniger regelmäßig · mit einer bestimmten Auftretenswahrscheinlichkeit · mit einer bestimmten Häufigkeit  ●  so oft  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›ständig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ständig‹.

Verwendungsbeispiele für ›ständig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur so kann man sich vor dem Schicksal schützen, ständig ihr Opfer zu werden. [Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 606]
Die Frau hat durch ihren Zwang zur ständigen Bereitschaft kein körperliches Mittel der Abwehr. [Pilgrim, Volker Elis: Manifest für den freien Mann - Teil 1, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt 1983 [1977], S. 101]
Hier handelt es sich sehr viel mehr um eine ständige militärische, als um eine polizeiliche Einrichtung. [Eschenburg, Theodor: Staat und Gesellschaft in Deutschland, Stuttgart: Schwab 1957 [1956], S. 345]
Und ständig muß der starke Mann darauf bedacht sein, seine Macht zu halten. [Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 3, Berlin: Aufbau-Verl. 1956, S. 23]
Sie waren wichtige Hilfen bei der ständigen Überprüfung des eigenen Weges. [De Maizière, Lothar: Ansprache zum Inkrafttreten der Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion am 04.11.1998. In: Henner Barthel (Hg.), Politische Reden in der DDR, St. Ingbert: Röhrig, 1998 [1990], S. 189]
Zitationshilfe
„ständig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/st%C3%A4ndig>.

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