Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

stänkern

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung stän-kern
Wortbildung  mit ›stänkern‹ als Erstglied: Stänkerei · Stänkerer · stänkerig
 ·  mit ›stänkern‹ als Letztglied: Gestänker · anstänkern · herumstänkern
 ·  mit ›stänkern‹ als Grundform: verstänkern

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. Gestank erzeugen
  2. 2. [salopp, abwertend] Streit suchen, schüren, Unfrieden stiften
eWDG

Bedeutungen

1.
Gestank erzeugen
Beispiel:
er stänkerte, indem er trockenes Laub und Unkraut verbrannte
2.
salopp, abwertend Streit suchen, schüren, Unfrieden stiften
Beispiele:
immer muss er stänkern
warum stänkerst du schon wieder mit ihm, gegen ihn?
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stänkern · Stänker · Stänkerei
stänkern Vb. ‘Gestank verursachen’, besonders übertragen ‘Streit, Zank anstiften’, auch ‘unberechtigt fremdes Eigentum durchsuchen’ (eigentlich ‘dem Gestank nachgehen’), belegt seit dem 17. Jh. nach älter bezeugtem bestenckern, erstenckern (16. Jh.). Es handelt sich um Iterativbildungen zu frühnhd. stänken ‘Gestank erzeugen’, ahd. stenken ‘räuchern, duften’ (um 900), mhd. stenken ‘Geruch erzeugen’, einem Kausativum zu dem unter stinken (s. d.) behandelten Verb. Stänker m. ‘Zanksüchtiger’, auch ‘unberechtigt fremdes Eigentum durchsuchende Person’, früher ‘wer stinkt’ (17. Jh.). Stänkerei f. ‘Streiterei, Händel’ (17. Jh.), zuerst in der Studentensprache, von da aus allgemein.

Thesaurus

Synonymgruppe
Streit suchen · Unfrieden stiften · Unruhe (in etwas) bringen · Unruhe stiften  ●  Stunk machen  ugs. · stänkern  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Gestank erzeugen · Gestank machen · stänkern
Synonymgruppe
giften · höhnen · pesten · stänkern · ätzen
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›stänkern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn es denn sein musste, sollte er eben mal gegen den Kanzler stänkern. [Süddeutsche Zeitung, 30.01.2004]
Ich habe jahrelang gestänkert, im eigenen Interesse muss ich nun vorsichtig sein. [Süddeutsche Zeitung, 30.08.2003]
Ich lasse dich nicht in Stich, wenn einer stänkern sollte. [Fritsch, Gerhard: Fasching, Hamburg: Rowohlt 1967, S. 92]
Gerade drei Monate ist es her, da habe ich gegen Füllungen gestänkert. [Die Zeit, 08.12.1997, Nr. 49]
Dazu stänkern einige Spieler, ein neuer Trainer ist noch nicht gefunden, und obendrein gibt es den Dopingfall Frank de Boer. [Süddeutsche Zeitung, 31.05.2001]
Zitationshilfe
„stänkern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/st%C3%A4nkern>.

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