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stäuben

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung stäu-ben
Wortbildung  mit ›stäuben‹ als Letztglied: abstäuben · aufstäuben · ausstäuben · bestäuben · einstäuben
 ·  mit ›stäuben‹ als Grundform: verstäuben · zerstäuben
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. stäubt
a)
etw. gibt Staub von sich
Beispiele:
die Blüte, Matratze, Straße stäubt
in der Mühle stäubte es sehr
b)
etw. zerstiebt in kleinste Teilchen, wirbelt in kleinsten Teilchen umher
Beispiele:
das Wasser stäubt
die Flocken, Funken stäuben
2.
etw. von etw. stäubenden Staub von etw. beseitigen
Beispiel:
er stäubte ein Fädchen vom Ärmel
3.
eine puderförmige Substanz auf, über etw. streuen
Beispiele:
jmdm. Puder auf die Haut stäuben
Mehl über den Teig, Pflanzenschutzmittel über den Acker stäuben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Staub · staubig · stauben · stäuben · abstauben · verstauben · verstäuben · verstaubt · bestäuben · zerstäuben · Zerstäuber
Staub m. ‘(aufwirbelnde) feine Schmutzteilchen’, ahd. stoub (um 1000), mhd. stoup, stoub (germ. *stauba-) und (mit anderer Bildungsweise) mnd. stof, stōf, mnl. nl. stof (germ. *stuba-) sowie (mit j-Suffix) ahd. stubbi (8. Jh.), mnd. stübbe, mnl. (ge)stubbe, got. stubjus (germ. *stubja-) sind ablautende Verbalsubstantive zu dem unter stieben (s. d.) behandelten Verb. staubig Adj. ‘voller Staub, mit Staub bedeckt’, mhd. stoubec, stoubic. stauben Vb. ‘als Staub umherwirbeln, Staub abgeben, Staub beseitigen’, ahd. stouben ‘stieben machen’ (10. Jh.; vgl. irstouben, 8. Jh.), mhd. stouben ‘stieben machen, Staub erregen, aufwirbeln, aufscheuchen, aufjagen’ und gleichbed. stäuben Vb. mhd. stöuben sind Kausativa zu dem unter stieben (s. d.) behandelten Verb; heutiges Sprachempfinden sieht darin Ableitungen vom Substantiv Staub. abstauben Vb. auch abstäuben, ‘Staub abschütteln, entfernen’ (16. Jh.), ‘von Staub reinigen’ (17. Jh.), ‘sich etw. (unerlaubt) aneignen, zunutze machen’ (Anfang 20. Jh.). verstauben Vb. ‘staubig werden, sich mit Staub überziehen’ (18. Jh.); vgl. mhd. verstouben ‘verscheuchen’. verstäuben Vb. ‘wie Staub auseinanderwirbeln, versprühen’, mhd. versteuben ‘sich verflüchtigen’. verstaubt Part.adj. ‘mit Staub bedeckt’, übertragen ‘veraltet, altmodisch’ (18. Jh.). bestäuben Vb. ‘mit Staub bedecken’, ahd. bistouben (um 1000), mhd. bestouben; ‘mit Blütenstaub befruchten’ (19. Jh.). zerstäuben Vb. ‘auseinanderjagen, zerstreuen’, ahd. zistouben (um 1000), mhd. zerstouben; ‘zu Staub machen, wie Staub verwehen, verschwinden lassen’ (17. Jh.), ‘fein versprühen’ (19. Jh.); Zerstäuber m. ‘wer etw. auseinanderjagt’ (17. Jh.), ‘Gerät zum Versprühen einer wohlriechenden Flüssigkeit’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›stäuben‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stäuben‹.

Verwendungsbeispiele für ›stäuben‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn ich mit den Füßen drauftrete oder mit der Hand hinfasse, stäubt der weiße Sand auseinander. [konkret, 1988]
Sie haben die Kunst verachtet, die Kunst gestäubt in ihm, durch ihn. [Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 964]
Stäubte es nicht sogar weißlich auf über dem weißen Händekloß? [Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 76]
Sie lärmen und zappeln, toben und tollen, stäuben mit Mehl, spritzen mit Wasser und schmieren mit Farbe. [Der Tagesspiegel, 14.04.2002]
Die Sänger laufen, tanzen, springen, wälzen sich am Boden, finden sich zu Paaren und Gruppen und stäuben wieder aufeinander. [Die Zeit, 26.12.2011 (online)]
Zitationshilfe
„stäuben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/st%C3%A4uben>.

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