stöbern

GrammatikVerb · stöberte, hat/ist gestöbert
Aussprache
Worttrennungstö-bern (computergeneriert)
Wortbildung mit ›stöbern‹ als Erstglied: ↗Stöberei · ↗Stöberhund  ·  mit ›stöbern‹ als Letztglied: ↗Gestöber · ↗abstöbern · ↗aufstöbern · ↗durchstöbern · ↗herumstöbern · ↗umherstöbern
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›hat‹
umgangssprachlich wühlend, kramend suchen, herumsuchen
Beispiele:
er stöberte in allen Ecken und Winkeln
er hat in der Kammer in meinen Sachen gestöbert, aber nichts gefunden
Jägersprache einen Hund zum Stöbern (= zum Aufscheuchen, Aufsuchen von Wild) abrichten
nach etw. stöbern
Beispiel:
er stöberte im Trümmerhaufen nach etwas Brauchbarem, auf dem Boden nach alten Büchern
2.
mit Hilfsverb ›hat‹
landschaftlich es stöbertes herrscht Schneetreiben
Beispiele:
draußen stöbert es mächtig
nach kurzer Zeit hatte das Stöbern wieder aufgehört
der Schnee stöberte (= stob) so sehr, dass wir kaum noch etwas sehen konnten
mit Hilfsverb ›ist‹
etw. stöbert durch etw.
Beispiel:
der Schnee stöbert (= stiebt) durch die Straßen
3.
mit Hilfsverb ›hat‹
süddeutsch Räume, ein Haus aufräumen, saubermachen
Beispiele:
einen Schrank, Speicher stöbern
wir müssen wieder einmal ordentlich stöbern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stöbern1 · Gestöber1 · stöbern2 · Stöber · Stäuber · Gestöber2
stöbern1 Vb. ‘wirbelnd umherfliegen’ (18. Jh.), stobern (16. Jh.), Iterativbildung zu nd. stowen, stöben ‘als Staub umherwirbeln’ (entsprechend nhd. stauben, s. ↗Staub). Häufig vom Schneetreiben es stöbert (18. Jh.). Dazu Gestöber1 n. ‘das Durcheinanderwirbeln von niedergehendem Schnee, das Aufwirbeln’ (18. Jh.), ‘aufwirbelnde Staubmasse’ (15. Jh.). stöbern2 Vb. ‘aufwirbelnd, kramend herumsuchen, suchend aufscheuchen’ (16. Jh.), ursprünglich ein Jagdwort, abgeleitet von Stöber m. ‘Jagdhund zum Suchen und Aufscheuchen’ (17. Jh.), auch Stäuber (17. Jh.), Steuber (16. Jh.), mhd. stöuber, mnd. stȫver ‘kleiner Jagdhund zum Aufspüren und Aufscheuchen kleineren Wildes, Spürhund’, Nomen agentis zu mnd. stȫven, mhd. stouben, stöuben ‘aufscheuchen, aufspüren, (ver)jagen’ (s. ↗stauben, ↗Staub). Gestöber2 n. ‘Aufscheuchung, Aufruhr, Auflauf’, mhd. gestubere, gestobere.

Thesaurus

Synonymgruppe
fahnden · ↗forschen · stöbern · ↗suchen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Antiquariat Antiquität Archiv Bibliothek Boutique Buchhandlung Buchhandlunge Buchladen Bücherregal Dachboden Datenbank Flohmarkt Fundus Herzenslust Kiste Kleiderschrank Plattenladen Regal Schublade aufstöbern blättern bummeln durchstöbern herum herumstöbern schmökern stundenlang stöbern umher ungestört

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stöbern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jeweils von 11 bis 18 Uhr können Sie in plattdeutschen Büchern stöbern.
Bild, 14.11.2003
Allerdings bereitet es ein ausgesprochenes Vergnügen, auch ziellos in den über 200 Artikeln zu stöbern.
Die Zeit, 05.11.1998, Nr. 46
Zwischen angeschwemmten Muschelschalen stöberte ein schlanker, weiß und braun gefleckter Hund.
Hahn, Ulla: Unscharfe Bilder, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2003, S. 140
Viel in den Handschriften zu stöbern ließ die Hauptarbeit nicht zu.
Wilamowitz-Moellendorff, Ulrich von: Erinnerungen 1848-1914. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 7688
Auch sie streicht vergebens um Kisten und Kasten, stöbert umsonst im Schutt.
Harig, Ludwig: Ordnung ist das ganze Leben, München u. a.: Hanser 1987 [1986], S. 22
Zitationshilfe
„stöbern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/stöbern>, abgerufen am 20.05.2019.

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