stöhnen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungstöh-nen
Wortbildung mit ›stöhnen‹ als Letztglied: ↗aufstöhnen · ↗vorstöhnen
eWDG, 1976

Bedeutung

vor Schmerz, Anstrengung, Erregung die Luft rasch und mit einem verhaltenen, unartikulierten Laut ausstoßen
Beispiele:
er stöhnte vor Schmerz, Anstrengung, Wut
der Kranke wälzte sich stöhnend in seinem Bett
aus der Kammer drang ein schweres, wimmerndes Stöhnen
»Mein lieber Mann«, stöhnte er (= »Mein lieber Mann«, sprach er unter Stöhnen)
bildlich
Beispiel:
die alte Tür stöhnte (= knarrte) in den Angeln
übertragen
Beispiele:
wir stöhnten (= litten sehr) unter der großen Hitze
Viele Völker, die jahrzehntelang unter dem Kolonialjoch gestöhnt hatten [Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung12,11]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stöhnen Vb. ‘laut seufzen, klagen’. Die schwach flektierenden Formen mhd. (md.) stenen (14. Jh.), frühnhd. (mit gerundetem Vokal) stönen (16. Jh.), mnd. stēnen haben neben sich mnl. (stark und schwach flektierend) stēnen, nl. stenen und stark flektierendes aengl. stenan sowie die ablautenden Formen mnd. stȫnen, aengl. stunian, anord. stynja, schwed. stöna. Sie sind verwandt mit griech. sténein (στένειν) ‘stöhnen, seufzen, jammern’, lit. stenė́ti ‘stöhnen’, aslaw. stenati, russ. stenát’ (стенать) ‘stöhnen’ und gehören mit den unter ↗Donner (s. d.) angeführten Wortformen zur Wurzel ie. *(s)ten(ə)- ‘donnern, rauschen, dröhnen, stöhnen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
seufzen · stöhnen · ↗ächzen
Assoziationen
Synonymgruppe
jammern · sich beklagen · stöhnen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Hitze Hitzewelle Joch Last Schuldenlast Steuerlast Verwundete aufstöhnen fluchen flüstern genervt grunzen hecheln jammern keuchen kreischen laut lauter leise lustvoll röcheln schluchzen schnaufen schreien schwitzen seufzen wimmern winseln ächzen über

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stöhnen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er stöhnt, sein Kopf hebt sich, er sieht das Mädchen, ihr Kinn, ihren Hals.
Der Tagesspiegel, 14.04.2000
Dieser stöhnt jeweils - losgelöst von seinem Instrument - wacker mit, nimmt es dann wieder an sich.
Süddeutsche Zeitung, 17.03.1995
Er stöhnt, sein Kopf hebt sich, er sieht das Mädchen, ihr Kinn, ihren Hals.
Döblin, Alfred: Berlin Alexanderplatz, Olten: Walter 1961 [1929], S. 28
Dann hatte er sich in seiner alten Manier die Haare gerauft und gestöhnt.
Konsalik, Heinz G.: Der Arzt von Stalingrad, Hamburg: Dt. Hausbücherei 1960 [1956], S. 286
Zitationshilfe
„stöhnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/stöhnen>, abgerufen am 16.12.2019.

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