stören

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungstö-ren (computergeneriert)
Wortbildung mit ›stören‹ als Erstglied: ↗Störaktion · ↗Störanfälligkeit · ↗Störer · ↗Störerei · ↗Störfaktor · ↗Störfeuer · ↗Störfrequenz · ↗Störgeräusch · ↗Störmanöver · ↗Störquelle · ↗Störsender · ↗Störtätigkeit · ↗Störung · ↗Störvariable · ↗Störzone · ↗störanfällig · ↗störfrei · ↗störsicher
 ·  mit ›stören‹ als Letztglied: ↗aufstören · ↗entstören  ·  mit ›stören‹ als Grundform: ↗gestört · ↗zerstören  ·  formal verwandt mit: ↗gemeinschaftsstörend · ↗ruhestörend
eWDG, 1976

Bedeutung

jmdn., etw. aus seiner gewohnten Ordnung bringen
a)
jmdn. von seiner Arbeit, Tätigkeit abhalten, belästigen
Beispiele:
entschuldigen Sie bitte, wenn ich störe
darf ich Sie einen Augenblick stören?
lassen Sie sich nicht stören!
jmdn. dauernd, unnötig, ernstlich stören
jmdn. bei der Arbeit, in seiner Ruhe, im Schlaf stören
etw. stört jmdn.
Beispiele:
der Krach stört ihn
das soll uns alles nicht stören
sich an etw. stören
sich durch etw. belästigt fühlen, an etw. Anstoß nehmen
Beispiele:
ich störte mich an seinem Benehmen
störende Geräusche
er empfand den unverhofften Besuch als störend
Nun wollten zwar die Frauen schelten, aber sie störte sich nicht daran [KügelgenJugenderinnerungen49]
bildlich
Beispiel:
ihn stört die Fliege an der Wand (= ihn ärgert jede Kleinigkeit)
b)
etw. beeinträchtigen, behindern
Beispiele:
die Ordnung, Ruhe, den Unterricht stören
einen Plan, ein Fest stören
den häuslichen Frieden stören
das Gleichgewicht ist gestört
das gute Einvernehmen ist gestört
der Motor war gestört (= defekt)
der Kreislauf ist gestört (= funktioniert nicht richtig)
übertragen
Beispiel:
störe meine Kreise nicht! (= behindere nicht mein Vorhaben!)
oft im Part. Prät.
Beispiele:
eine gestörte Eintracht
eine gestörte (= defekte) Leitung
ein gestörter (= nicht mehr richtig funktionierender) Stoffwechsel
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stören · entstören · verstört · zerstören · Zerstörer · Störenfried
stören Vb. ‘den ruhigen Fortgang hindern, belästigen, nicht in einen Zusammenhang hineinpassen’. Ahd. stōren ‘zerstören’ (9. Jh., irstōren, um 800), mhd. stœren ‘auseinanderstreuen, zerstreuen, verwirren, vernichten, zerstören’, asächs. testōrian ‘zerstören’, mnd. stȫren ‘(ver)hindern, unterbrechen’, mnl. stören ‘hindern, verwüsten’ (germ. *staurjan) und andererseits ablautendes nhd. stüren ‘stochern, herumwühlen’ (bis 18. Jh.), ahd. stur(i)en ‘vernichten’ (um 800), mhd. stürn ‘stochern, stacheln, antreiben’, asächs. farsturian ‘zerstören, verwirren’, mnl. steuren, nl. storen ‘berühren, hindern, verwüsten’, aengl. styrian ‘bewegen, verwirren, aufrühren’, engl. to stir ‘bewegen, anregen, aufrühren, rütteln’ (germ. *sturjan) sowie anord. styrr ‘Tumult, Kampf’, sturla ‘in Unordnung bringen, stören’ (germ. *stur-) lassen sich wie ↗Sturm (s. d.) mit s-Anlaut zu der unter ↗Quirl (s. d.) angeführten Wurzel ie. *tu̯er-, *tur-, *tu̯ṛ-, *tru- ‘drehen, quirlen, wirbeln’ stellen. Die beiden ursprünglich getrennten Verben (‘zerstreuen’ und ‘stochern’) sind in nhd. stören zusammengefallen. entstören Vb. elektrotechnisch ‘störungsfrei machen’ (20. Jh.). verstört Part.adj. ‘verwirrt, aus dem seelischen Gleichgewicht gebracht, erschreckt, beunruhigt’ (17. Jh.). zerstören Vb. ‘vernichten’, ahd. zistōren, zirstōren (9. Jh.), mhd. zerstœren ‘völlig auseinanderbringen und zerstreuen, in Verwirrung bringen, zunichte machen’. Zerstörer m. ‘wer etw. vernichtet’, ahd. zistōrāri (11. Jh.), mhd. zerstœrer; ‘schnelles Kriegsschiff’ (Anfang 20. Jh.), nach voraufgehendem engl. destroyer (1882). Störenfried m. ‘Unruhestifter’, anfangs auch im Sinne von ‘Teufel’, zuerst imperativischer Satzname Störefried (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) in die Quere kommen · ↗behindern · stören  ●  (jemandem) in die Parade fahren  fig. · (jemandem) ins Gehege kommen  ugs. · (jemandes) Kreise stören  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
behindern · ↗hemmen · ↗hindern · stören
Synonymgruppe
ablenken · ↗bestürzen · ↗irritieren · ↗konsternieren · stören · ↗verblüffen · ↗verunsichern · ↗verwirren  ●  aus der Fassung bringen  ugs.
Synonymgruppe
(jemanden) behindern · im Weg sein · im Weg(e) stehen · stören  ●  sperrig herumstehen  geh.
Unterbegriffe
Assoziationen
  • (jemandem) in die Quere kommen · ↗behindern · stören  ●  (jemandem) in die Parade fahren  fig. · (jemandem) ins Gehege kommen  ugs. · (jemandes) Kreise stören  geh.
Synonymgruppe
behelligen · ↗belästigen · ↗nachstellen · ↗plagen · ↗stalken · stören · ↗zusetzen  ●  auf den Nerv gehen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ablauf Friede Frieden Gleichgewicht Harmonie Idyll Konzentration Kreis Lärm Nachtruhe Ordnung Ruhe Schlaf Stille Unterricht Verhältnis Vertrauensverhältnis Vorbereitung aufstören da daran empfindlich kaum keineswegs nachhaltig nicht offenbar sonderlich weiter wenig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stören‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch wenn es ihm an politischem Bewusstsein mangelt, stört sein Auftreten die öffentliche Ordnung.
Die Zeit, 27.06.2013, Nr. 23
Unser Kommen schien die beiden in keiner Weise zu stören.
Hasselbach, Ingo u. Bonengel, Winfried: Die Abrechnung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1993], S. 30
Am Wohnen hat sich auch noch niemand gestört; dabei ist das auch saumäßig radioaktiv.
o. A.: WAS LERNEN WIR AUS TSCHERNOBYL? In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1986]
Der junge Mann ließ sich nicht stören, er sprach weiter.
Held, Kurt: Die rote Zora und ihre Bande, Aarau: Sauerländer 1989 [1941], S. 288
Es roch bei ihm alles durcheinander, aber das störte keinen.
Welk, Ehm: Die Heiden von Kummerow, Rostock: Hirnstorff 1978 [1937], S. 186
Zitationshilfe
„stören“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/stören>, abgerufen am 22.10.2019.

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