stümpern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungstüm-pern
Wortbildung mit ›stümpern‹ als Erstglied: ↗Stümperei  ·  mit ›stümpern‹ als Letztglied: ↗Gestümper · ↗herumstümpern · ↗hinstümpern · ↗zusammenstümpern
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend schlechte Arbeit leisten
a)
schlechte Arbeit leisten wegen mangelhafter Kenntnisse und geringen Könnens auf einem Fachgebiet
Beispiel:
wochenlang stümpert er in seiner Werkstatt und bringt doch nichts Ordentliches zustande
b)
schlechte Arbeit leisten aus Nachlässigkeit, Oberflächlichkeit; pfuschen
Beispiel:
wenn ihr weiter so stümpert, können wir nicht mehr mit euch zusammenarbeiten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stümper · stümperhaft · stümpern
Stümper m. ‘Nichtskönner, Pfuscher’, mhd. (md.) stümper ‘Schwächling, unbedeutender Tropf’, mnd. stümper ‘wer sozial schlecht gestellt ist, nichts leistet’, mnl. stomper, stumper ‘langsamer Schwächling, Trödler’, nl. stumper, abgeleitet von dem unter ↗Stumpf (s. d.) behandelten Substantiv, eigentlich wohl ‘Verstümmelter, Krüppel, Schwächling’ und daher bemitleidenswert (bis 16./17. Jh.; vgl. ahd. stumbal ‘verstümmelt’, s. ↗Stummel), danach ‘wer physisch unvermögend, untüchtig ist, ohne Fähigkeit und Fertigkeit in seiner Arbeit’ und daher verachtenswert. stümperhaft Adj. ‘unzulänglich, wie ein Pfuscher’ (17. Jh.). stümpern Vb. ‘pfuschen, unzulänglich, schlecht arbeiten’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(eine) Pfuscharbeit abliefern · nachlässig arbeiten · ↗pfuschen · unordentlich arbeiten  ●  ↗fuddeln  ugs. · ↗fudeln  ugs. · ↗hinrotzen  ugs. · ↗hinschmieren  ugs. · ↗hudeln  ugs. · ↗murksen  ugs. · rumfuckeln (an etwas)  ugs., ruhrdt. · ↗rummachen (an)  ugs. · ↗schlampen  ugs. · ↗schlampern  ugs. · ↗schludern  ugs. · ↗schustern  ugs. · stümpern  ugs. · ↗sudeln  ugs. · ↗vermasseln  ugs. · ↗versauen  vulg.
Assoziationen
  • schlecht geführtes Unternehmen  ●  ↗Saftladen  ugs., abwertend · Scheißladen (beleidigend)  derb

Typische Verbindungen
computergeneriert

herum herumstümpern stolpern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stümpern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur der Fremdenverkehr stümpert noch mit seinem Bemühen, diese latent vorhandenen Fähigkeiten zu wecken.
Die Zeit, 06.06.1969, Nr. 23
Er hatte die Bayern spielen, tanzen, zaubern sehen und seine Lauterer ackern, stolpern und stümpern.
Süddeutsche Zeitung, 19.03.1999
Die Kandidaten der zweiten Staffel stümpern da nur mediengeil hinterher und sind doch bloß fürchterlich verkrampft.
Die Welt, 30.12.2000
Erhard stümpert und entwickelt nur wenig Gespür für das komplizierte Instrument CDU.
Schwarz, Hans-Peter: Anmerkungen zu Adenauer, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2005 [2004], S. 61
Der BVB stümpert im Mittelfeld, lässt die Kiezkicker munter marschieren.
Bild, 04.03.2002
Zitationshilfe
„stümpern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/stümpern>, abgerufen am 14.11.2019.

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