stagnieren

GrammatikVerb · stagniert, stagnierte, hat stagniert
Aussprache
Worttrennungsta-gnie-ren · stag-nie-ren (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›stagnieren‹ als Erstglied: ↗Stagnierung
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
ein Gewässer stagniertein Gewässer staut sich, fließt nicht ab
Beispiel:
da der See keinen Abfluss hatte, stagnierte das Wasser
Grammatik: oft im Part. Präs.
Beispiel:
ein stagnierender Sumpf, Tümpel, Teich
bildlich
Beispiel:
letztlich stagniert die Blutzirkulation [Urania1968]
2.
übertragen stocken, sich nicht weiterentwickeln
Beispiele:
die Reallöhne stagnierten auf Grund der inflationären Entwicklung
der Export stagnierte in diesem Zeitraum
das Leben in unserem Klub stagnierte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stagnation · stagnieren
Stagnation f. ‘das Nichtabfließen’ von Wasser, ‘Stauung’ des Blutes (Ende 17. Jh.), aus zu lat. stāgnāre (s. unten) gebildetem medizin.-lat. stāgnātio ‘Flüssigkeitsstau’ (im Körper); danach übertragen ‘Stockung, Stillstand’ (Mitte 18. Jh.). stagnieren Vb. ‘stocken, stehenbleiben, beharren, sich nicht weiterentwickeln’, Entlehnung (1. Hälfte 18. Jh. in Anlehnung an Stagnation) aus lat. stāgnāre ‘überschwemmen, überschwemmt sein, unter Wasser stehen, nicht abfließen’, zu lat. stāgnum ‘durch Überschwemmung entstandenes Gewässer, See, Teich, Tümpel’. Zunächst nur im Sinne von ‘nicht abfließen, sich stauen’ (vom Blut), seit Ende 18. Jh. vornehmlich übertragen im oben genannten Sinne.

Thesaurus

Synonymgruppe
erlahmen · ↗festfahren · ↗gleichbleiben · ins Stocken geraten · ins Stocken kommen · lahm liegen · ↗ruhen · stagnieren · ↗stehen bleiben · ↗stillstehen · ↗stocken  ●  ↗einfrieren  fig. · auf Eis liegen  ugs., fig. · nicht weiterkommen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Absatz Arbeitslosenquote Auftragseingang Besucherzahl Bruttoinlandsprodukt DM Einkommen Einzelhandelsumsatz Erlös Industrieproduktion Inland Inlandsgeschäft Konsum Konzernumsatz Mitgliederzahl Nachfrage Niveau Realeinkommen Reallohn Umsatz Verbrauch Vorjahreshöhe Vorjahresniveau Vorquartal Wirtschaft Wirtschaftsleistung bestenfalls dagegen nahezu schrumpfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stagnieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im Golf steigt die Zahl der Teilnehmer immer noch, im Tennis stagniert sie.
Süddeutsche Zeitung, 04.05.2001
Doch diese Zahl stagniert bereits seit einiger Zeit, eine Sättigung scheint erreicht.
C't, 2000, Nr. 9
Dafür läßt die theoretische Spekulation auf juristischem und politischem Gebiet nach und stagniert.
Petech, Luciano: Indien bis zur Mitte des 6. Jahrhunderts. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 28842
Ein Mann, der stagniert, raubt dem Kinde die Energie wie ein dunkler Keller der Pflanze das Licht.
Pilgrim, Volker Elis: Manifest für den freien Mann - Teil 1, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt 1983 [1977], S. 119
In den letzten Lebensjahren des Kaisers stagnierte die innere Entwicklung völlig.
Laue, Theodor H. von: Rußland im 19. Jahrhundert. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 17360
Zitationshilfe
„stagnieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/stagnieren>, abgerufen am 17.11.2019.

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