stammen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungstam-men
Wortbildung mit ›stammen‹ als Letztglied: ↗abstammen · ↗herstammen
eWDG, 1976

Bedeutung

etw. stammt aus etw.etw. hat seinen Ursprung, seine Herkunft in etw., kommt von etw. her
Beispiele:
diese seltenen Tiere stammen aus der Zucht eines Tierliebhabers
die Kartoffel stammt aus Amerika
dieses Wort stammt aus dem Lateinischen
die Urkunde, das Manuskript stammt aus dem Mittelalter
das Geld stammt aus meinen Ersparnissen
diese lästige Angewohnheit stammt noch aus ihrer Kindheit
woher stammt dieser Brauch?
jmd. stammt aus etw.jmd. ist jmds. Nachkomme
Beispiel:
er stammt aus einer Arbeiterfamilie
jmd. ist gebürtig aus
Beispiel:
ich stamme aus Thüringen, Dresden
etw. stammt von jmdm.etw. geht auf jmdn. zurück, kommt von jmdm., ist von jmdm. überliefert
Beispiele:
das Gedicht stammt von Goethe
diese Arbeiten stammen offenbar vom gleichen Künstler
der Schmuck, das Haus stammt noch von meinen Großeltern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stamm · stammen · abstammen · Abstammung · angestammt · stämmig · Stammbaum · Stammbuch · Stammhalter · Stammvater
Stamm m. senkrecht gewachsener Teil eines Baumes, von dem die Äste abgehen, übertragen ‘Geschlecht, durch gesellschaftliche, sprachliche und kulturelle Gemeinsamkeiten verbundene Menschengruppe, Sippenverband’, ahd. stam (um 800; vgl. auch liutstam ‘Volksstamm, Leute’, 8. Jh.), mhd. stam (Genitiv stammes) ‘(Baum)stamm, Geschlecht, Abstammung’, mnd. stam(me), mnl. nl. stam führen auf germ. *stamna- (vgl. dazu das unter ↗Steven, s. d., behandelte Substantiv), während aengl. stemn, stefn, engl. stem germ. *stemni- voraussetzt. Dies läßt sich wie griech. stámnos (στάμνος) ‘großer Krug’, eigentlich ‘stehendes Gefäß’, air. tamun ‘Baumstamm’, toch. A ṣtām ‘Baum’ mit m-Formans von der unter ↗stehen (s. d.) genannten Wurzel ie. *stā-, *stə- ‘stehen, stellen’ herleiten. Als Ausgangsbedeutung ist ‘Ständer’ anzunehmen. Die übertragene Bedeutung ‘Teil eines Volkes, Volksstamm, Geschlecht, Familie’ (vgl. oben ahd. liutstam) folgt dem Bild des sich nach allen Seiten ausbreitenden Baumes, dessen Äste aus einem gemeinsamen Stamm wachsen. Von einer ähnlichen Vorstellung ausgehend (in der Sprachwissenschaft) ‘einer Ableitung, einer Wortfamilie zugrundeliegendes Wort’ (17. Jh.), dann ‘bedeutungstragender Teil eines Wortes’ ohne wort- und formbildende Elemente, (in der Wirtschaft) ‘Grundstock, Kapital’ im Unterschied zu den Zinsen (18. Jh.), ‘fester Bestand an Personen, Mitarbeitern, Kunden, Mitgliedern’ (19. Jh.). stammen Vb. ‘seinen Ursprung haben’, mhd. stammen; dafür auch abstammen Vb. (17. Jh.); Abstammung f. ‘Herkunft, Ursprung’ (Ende 17. Jh.). angestammt Part.adj. ‘ererbt, überkommen, althergebracht’ (16. Jh., geläufig seit dem 18. Jh.). stämmig Adj. ‘(wie ein Baumstamm) kräftig, fest’ (17. Jh.). Stammbaum m. ‘(wie ein Baum mit Geäst dargestelltes) Geschlechtsregister mit dem ältesten Vorfahren als Stamm’ (17. Jh.), vgl. lat. arbor generātiōnis. Stammbuch n. ‘Register, Buch, in das die Mitglieder einer Familie, eines Geschlechts eingetragen werden’ (16. Jh.), dann ‘Buch, in das sich Freunde und Bekannte mit einem Denkspruch eintragen’ (17. Jh.). Stammhalter m. ‘männlicher Nachkomme, der das Geschlecht erhalten soll’ (17. Jh.). Stammvater m. ‘Begründer eines Geschlechts’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) ergeben (aus) · ↗abstammen · ↗entspringen · ↗herkommen · ↗resultieren (aus) · stammen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausland Besitz Bestand Drittel Entwurf Familie Feder Gegend Geld Großteil Hälfte Idee Jahrhundert Kapitalerhöhung Quelle Sammlung Satz Teil Zeit Zitat abstammen ausschließlich davon ebenfalls herstammen meist selbst ursprünglich vermutlich überwiegend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stammen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Davon stammen dann künftig sieben aus unserem Haus », erläuterte er.
Die Zeit, 29.06.2012 (online)
In diesem Film würden die schlechten Szenen alle von mir stammen.
Die Welt, 23.12.2005
Die erste Beschreibung erfolgreicher Anwendung in der Medizin stammt aus dem Jahre 1982.
o. A. [mcs]: Wasser-Skalpell. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1999]
Die vielleicht wichtigste Äußerung über Jens stammt von ihm selber.
Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 422
Er stammt noch aus dem vorigen Jahrhundert von meinem Opa.
Brief von unbekannt an Ernst G. vom 14.12.1937, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„stammen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/stammen>, abgerufen am 21.05.2019.

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