Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

stationieren

Grammatik Verb · stationiert, stationierte, hat stationiert
Aussprache 
Worttrennung sta-ti-onie-ren · sta-tio-nie-ren
Wortzerlegung Station -ieren
Wortbildung  mit ›stationieren‹ als Erstglied: Stationierung
Herkunft Station
eWDG

Bedeutung

etw., jmdn. an einen bestimmten Ort bringen, stellen
Beispiel:
einen Verkehrsposten an der Kreuzung stationieren (= postieren)
etw., jmd. ist stationiertetw., jmd. befindet sich an seinem zugewiesenen Platz
Beispiele:
der Dampfer ist in Rostock stationiert
die Transportpolizei ist auf dem Bahnhof stationiert
Militär eine militärische Einheit, eine Militärperson befindet sich an dem ihr befohlenen Standort
Beispiel:
das Regiment ist an der Grenze stationiert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Station · stationär · stationieren
Station f. ‘Standort, Aufenthaltsort, Haltestelle öffentlicher Verkehrsmittel, Krankenhausabteilung’, frühnhd. statze, statziān, stacion, station, in allen Verwendungen zu verschiedener Zeit (seit dem 15. Jh.) entlehnt aus lat. statio (Genitiv statiōnis) ‘das Stehen, Stillstehen, Standort, Aufenthalt’, mlat. auch ‘Verkaufsbude, -stand, Apotheke’; zu lat. stāre (statum) ‘stehen’. Zuerst (mhd. frühnhd.) ‘Verkaufsbude’, danach ‘das Anhalten auf einem Wege, das Verweilen’, z. B. vor den festgelegten Stellen des Kreuzwegs, vor Heiligenbildern bei Prozessionen (15. Jh.), überhaupt ‘Ort, wo haltgemacht wird’, z. B. ‘Anlegeplatz für Schiffe’ (1. Hälfte 16. Jh.), ‘(Post)haltestelle’ (18. Jh.), ‘die Stelle, die jmd. innehat, Posten, Amt (im Staatsdienst), Dienststelle’ (17. Jh.), ‘Standort und Unterkunft für Personal und Einrichtung’ (vgl. Gendarmeriestation, meteorologische, zoologische Station), auch ‘Krankenhausabteilung’ (19. Jh.). In festen Wendungen freie Station ‘kostenlose Unterkunft und Verpflegung’ (17. Jh.), Station machen ‘eine Rast machen, eine Reise unterbrechen’ (19. Jh.). stationär Adj. ‘ortsfest, ortsgebunden, unverändert’ (Anfang 19. Jh.), z. B. stationäre Behandlung (im Krankenhaus, im Unterschied zur ambulanten Behandlung), auch ‘eine Krankenhausabteilung, den Aufenthalt daselbst betreffend’ (1. Hälfte 20. Jh.); nach gleichbed. afrz. frz. stationnaire, spätlat. statiōnārius ‘stillstehend, zum Standort gehörend’. stationieren Vb. militärisch ‘Truppen an einen bestimmten Ort legen’ (18. Jh.), zuvor (im Anschluß an die frühen Verwendungen von Station) ‘mit Reliquien durchs Land ziehen, um sie gegen Geld zur Schau zu stellen oder zu verkaufen’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
aufmarschieren lassen · aufstellen · formieren · stationieren

Typische Verbindungen zu ›stationieren‹ (berechnet)

Abfangrakete Atomrakete Atomwaffe Bataillon Blauhelm Bundeswehr-soldat Bundeswehrsoldat Erdölprospektor Eurogroup-staaten Friedenstruppe Kampftruppe Kernwaffe Kurzstreckenrakete Mittelstreckenrakete Nato Nato-truppe Rakete Raketenabwehrsystem Schwarzmeerflotte Soldat Truppenkontingent Un-soldat Un-truppe Uno-soldat Us-soldat Us-truppe

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stationieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›stationieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch nie waren sie am selben Ort mit uns stationiert. [Hahn, Ulla: Unscharfe Bilder, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2003, S. 256]
Es sollen dort 8 Boote stationiert werden, und zwar so schnell wie sie gebaut werden. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1964]]
Man mußte sie gar nicht anwenden, es reichte, sie zu stationieren. [Die Zeit, 17.08.1990, Nr. 34]
Oder man rechnet sich aus, daß eines Tages ein gewisser Druck auf die europäischen Länder ausgeübt werden wird, sie bei sich zu stationieren. [Die Zeit, 14.08.1981, Nr. 34]
Dort war das Team Coast stationiert, doch Team Coast gibt es nicht mehr. [Süddeutsche Zeitung, 03.06.2003]
Zitationshilfe
„stationieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/stationieren>.

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