statistisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungsta-tis-tisch (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›statistisch‹ als Erstglied: ↗Statistik  ·  mit ›statistisch‹ als Letztglied: ↗verkehrsstatistisch
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
die Wissenschaft der Statistik betreffend, auf ihr beruhend
Beispiele:
die statistische Methode, Analyse, Wahrscheinlichkeit
eine statistische Untersuchung
Physikdie statistische Mechanik (= Teilgebiet der Physik, das sich mit der Erklärung physikalischer Erscheinungen aus dem Verhalten sehr vieler kleiner Teilchen befaßt)
etw. statistisch auswerten, beweisen
2.
entsprechend der Bedeutung von Statistik (2)
Beispiele:
eine statistische Tabelle, Übersicht
statistische Daten
etw. statistisch erfassen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Statist · Statistik · Statistiker · statistisch
Statist m. ‘Staatsmann, (weltkluger oder intriganter) Politiker’ (17. Jh., wohl nach voraufgehenden engl. statist, ital. statista), anfangs (in Anlehnung an ↗Staat, s. d.) auch in der Schreibweise Staatist. In der Bühnensprache ‘Darsteller einer stummen, gleichsam stehenden (nicht agierenden) Rolle’ (18. Jh.). In beiden Verwendungen gebildet zu lat. status ‘das Stehen, Stand’ (auch ‘Zustand, Lage, Stellung, Wohlstand, Gesellschaftsform’, s. ↗Status), zu lat. stāre (statum) ‘stehen’. Übertragen (Anfang 19. Jh.) ‘unbeteiligter Zuschauer, Rand-, Nebenfigur, unbedeutende Person’. Zu Statist ‘Staatsmann’ wird (2. Hälfte 17. Jh.) nlat. Statistica ‘Staatslehre, Staatswissenschaft’ gebildet (vgl. ital. statistica, 17. Jh.), das bald (Anfang 18. Jh.) in der Form Statistik f. für ‘Beschreibung eines Staates, eines Landes’ und (2. Hälfte 18. Jh.) die ‘Wissenschaft von der Erfassung, Erforschung und Beschreibung von Massenerscheinungen in Natur und Gesellschaft’ und die ‘graphische oder tabellarische Darstellung solcher Ergebnisse’ bezeichnet; heute auch die ‘Zusammenstellung, Darstellung der Ergebnisse von Massenuntersuchungen oder Befragungen’ (20. Jh.). Statistiker m. ‘Staatswissenschaftler, Staatenkenner’, dann ‘Fachmann der Statistik’ (18. Jh.). statistisch Adj. ‘die Statistik betreffend, durch Zahlen belegt’ (Ende 18. Jh.), zuvor ‘Staatsverhältnisse betreffend’ (Mitte 17. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›statistisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Amt Analyse Auswertung Basiseffekt Berechnung Bundesamt Daten Datum Durchschnitt Durchschnittswert Effekt Erfassung Erhebung Jahrbuch Landesamt Lebenserwartung Material Methode Mittelwert Reichsamt Staatsamt Trick Unterlage Verzerrung Wahrscheinlichkeit Zentralamt Zentralbüro erfasst rein signifikant

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›statistisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›statistisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Immerhin habe statistisch gesehen jede vierte Frau und jeder siebte Mann als Kind selbst irgendeine Form von Übergriffen erfahren müssen.
Die Welt, 21.02.2004
Rein statistisch werden wir gegenwärtig alle acht Jahre ein Jahr älter.
Der Tagesspiegel, 25.04.2002
Statistisch sind die Chancen, daß mir das gelingt, allerdings ziemlich schlecht.
Der Spiegel, 19.09.1994
Ob er als solcher gelten darf oder nicht, kann erst eine statistische Analyse zeigen.
Lienert, Gustav A.: Testaufbau und Testanalyse, Weinheim: Beltz 1961, S. 384
Die unverwertbare Energie erweist sich der statistischen Deutung des Satzes als Energie ungeordneter Bewegung.
Wieland, W.: Entwicklung. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 3039
Zitationshilfe
„statistisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/statistisch>, abgerufen am 20.01.2020.

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