stauchen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung stau-chen
Wortbildung  mit ›stauchen‹ als Erstglied: ↗Staucher · ↗Stauchung  ·  mit ›stauchen‹ als Letztglied: ↗aufstauchen · ↗zurechtstauchen · ↗zusammenstauchen
 ·  mit ›stauchen‹ als Grundform: ↗verstauchen
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. kräftig aufstoßen
Beispiele:
einen Stab auf den Boden stauchen
die Arme auf den Tisch stauchen
sich [Dativ] den Fuß stauchen
etw. stauchtetw. verursacht stoßende Bewegungen, fängt trotz der Federung die Unebenheit der Straße, des Unterbaus nicht ab
Beispiel:
der Wagen staucht stark bei dem schlechten Pflaster
2.
etw. kräftig aufstoßen und dadurch den Inhalt zusammendrücken
Beispiele:
die nasse Wäsche stauchen
einen Sack Kartoffeln, Holz stauchen
fachsprachlich etw. durch Stoßen, Schlagen (mit dem Hammer) kürzer und breiter machen
Beispiele:
der Schmied staucht das Eisen
Nägel stauchen (= Nägel an einem Ende in der Längsrichtung breiter machen, sodass der Kopf entsteht)
3.
salopp jmdn. derb zurechtweisen
Beispiel:
er hat ihn tüchtig gestaucht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

verstauchen · stauchen · Stauche · Verstauchung
verstauchen Vb. ‘durch Stoß oder unrechte Bewegung ein Gelenk oder Gelenkbänder verzerren’ (17. Jh.), Präfixbildung zu stauchen Vb. ‘aufrecht aufstellen, aufrichten, kräftig auf den Boden, auf den Tisch stoßen, heftig zusammendrücken, -schieben, damit etw. kürzer und breiter wird’ (16. Jh.). Beide Verben stammen aus dem Nd., wurden jedoch hd. Lautstand angeglichen. Mnd. stūken ‘stoßen’, mnl. stūken, nl. stuiken ‘stoßen, drücken’ bzw. nd. verstūken, nl. verstuiken und die verwandten Bildungen ahd. stūhha ‘langer, weiter Ärmel’ (11. Jh.), mhd. stūche, auch ‘Kopftuch, Schleier’, nhd. Stauche f. ‘Puff, Pulswärmer, weiter Ärmel’, mnd. stūke ‘langer, weiter Ärmel, Baumstumpf, Bund Getreide’, mengl. stouk, engl. (mundartlich) stook ‘Garbenhaufen’, anord. stūka ‘langer Oberärmel’ (in dieser Bedeutung vielleicht aus dem Mnd.), ‘Anbau’ führen mit den unter ↗Stock (s. d.) genannten Formen auf ie. *(s)teug-, eine Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *(s)teu- ‘stoßen, schlagen’. Verstauchung f. ‘Zerrung eines Gelenks oder der Gelenkbänder’ (Ende 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
einrammen · ↗festrammen · ↗rammen · stauchen · ↗stoßen
Synonymgruppe
stauchen · ↗zusammendrücken

Typische Verbindungen zu ›stauchen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stauchen‹.

Verwendungsbeispiele für ›stauchen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zwei tragen eine Frau wie ein Brett, stauchen sie zwischendurch klein.
Die Zeit, 28.05.2007, Nr. 22
Zu den Manipulationen zählen unter anderem: verschieben, vergrößern, verkleinern, dehnen und stauchen der Grafiken.
C't, 1990, Nr. 9
Staucht oder dehnt sich, reckt sich und streckt sich, friert ein, flieht dahin - gewonnene, zerronnene Zeit.
Der Tagesspiegel, 01.01.2002
Er hatte erkannt, dass Zeit und Raum eine untrennbare Einheit bilden, dass beide sich strecken und stauchen können.
Bild, 29.05.2000
Die Nägel durch einen Hammerschlag auf die Spitzen "stauchen", dann platzt das Holz nicht.
o. A.: Das Buch vom Wohnen, Hamburg: Orbis GmbH 1977, S. 150
Zitationshilfe
„stauchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/stauchen>, abgerufen am 17.04.2021.

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