Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

stauen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung stau-en
Wortbildung  mit ›stauen‹ als Erstglied: Stauanlage · Staubecken · Staudamm · Stauer · Stauhöhe · Staukraftwerk · Staumauer · Stauraum · Stausee · Staustufe · Stauteich · Stauwasser · Stauwehr · Stauwerk
 ·  mit ›stauen‹ als Letztglied: abstauen · anstauen · aufstauen · einstauen · zurückstauen
 ·  mit ›stauen‹ als Grundform: verstauen
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. Fließendes, Strömendes, besonders Wasser, durch Absperren zum Stillstand bringen, sodass es ansteigt
Beispiele:
Wasser stauen
einen Fluss durch eine Talsperre stauen
ein gestauter Bach
sich stauen
sich ansammeln, anhäufen
Beispiele:
die Wellen stauen sich am Damm
das Eis staute sich am Brückenpfeiler
das Blut hat sich im Herzen gestaut
bildlich
Beispiel:
die Menschenmenge, der Verkehr staut sich
übertragen
Beispiele:
sein Ärger staute sich
die ganze gestaute Wut brach sich Bahn
2.
Seemannssprache eine Fracht auf Fahrzeugen, besonders auf Schiffen, sachgemäß unterbringen
Beispiele:
Ballen, Kisten auf einem Frachter, Wagen stauen
die Ladung war gut gestaut
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stauen · Stau · Staudamm · Staumauer · Stausee · Stauung · verstauen
stauen Vb. ‘fließendes Wasser in seinem Lauf hemmen’ (17. Jh.), ‘Waren, Gegenstände fest schichten’ (18. Jh.), aus dem Nd. ins Hd. aufgenommen; vgl. als vereinzelten Vorläufer bereits mhd. (md.) stouwen ‘Wasser zum Stehen bringen’. Mnd. stouwen, (ablautend) stūwen ‘hemmen, stauen, stillen, stocken, nicht abfließen (lassen)’, (hansisch) ‘Güter im Schiff fest verpacken’, mnl. nl. stouwen ‘aufstauen (vom Wasser), jagen, quälen, reizen’, aengl. stōwian ‘zurückhalten’, engl. to stow ‘verstauen, packen’ und (in der Bedeutung abweichend) ahd. stouwōn (9. Jh.), stouwen (10. Jh.; irstouwen, 9. Jh.), mhd. stöuwen, stouwen, stöun, stoun ‘(an)klagen, (Einhalt) gebieten, schelten’, got. stōjan ‘richten’ lassen sich mit der gemeinsamen Ausgangsbedeutung ‘zum Stehen bringen’ wie aslaw. staviti ‘stellen, zum Stehen bringen, verhindern, beenden’, russ. stávit’ (ставить) ‘stellen, setzen’, lit. stovė́ti ‘(da-, still)stehen’, lett. stāvēt ‘stehen’ auf die zur Wurzel ie. *stā-, *stə- ‘stehen, stellen’ (s. stehen) gehörende Erweiterung ie. *st(h)āu-, *st(h)ū- zurückführen (s. auch Staude, staunen, stützen). Stau m. ‘Hemmung, Stillstand von Fließendem’ (Wasser, Verkehr), auch ‘das angestaute Wasser’ (18. Jh.), mnd. stouw ‘Stauung eines fließenden Gewässers, Stauwerk’. Staudamm m. Staumauer f. (19. Jh.), Stausee m. (20. Jh.). Stauung f. ‘Abdämmung, aufgestautes Gewässer’ (18. Jh.), mnd. stöuwinge. verstauen Vb. ‘fest und ordnungsgemäß in einen Raum, einen Behälter packen’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›stauen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stauen‹.

Verwendungsbeispiele für ›stauen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Hinter ihr ist in manchen der angegebenen Fälle latente psychische Energie gestaut. [Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 2, Berlin: Aufbau-Verl. 1955, S. 244]
Auf den Farmen stauen sich derweil immer mehr schlachtreife Rinder. [Die Zeit, 10.05.1996, Nr. 20]
Autos stauten sich auch auf einigen Straßen, die durch eigens für Olympia freigehaltene Spuren verkleinert worden sind. [Die Zeit, 30.07.2012 (online)]
Aber die Straße ist kurvig, der Verkehr staut sich oft. [Die Zeit, 22.08.2011, Nr. 34]
Und wo gebaut wird, da staut sich der Verkehr erst recht. [Die Zeit, 22.07.1994, Nr. 30]
Zitationshilfe
„stauen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/stauen>.

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