stauen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungstau-en
Wortbildung mit ›stauen‹ als Erstglied: ↗Stauanlage · ↗Staubecken · ↗Staudamm · ↗Stauer · ↗Staukraftwerk · ↗Staumauer · ↗Stauraum · ↗Stausee · ↗Stauwasser · ↗Stauwehr · ↗Stauwerk
 ·  mit ›stauen‹ als Letztglied: ↗abstauen · ↗anstauen · ↗aufstauen · ↗einstauen · ↗zurückstauen
 ·  mit ›stauen‹ als Grundform: ↗verstauen
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
etw. Fließendes, Strömendes, besonders Wasser, durch Absperren zum Stillstand bringen, sodass es ansteigt
Beispiele:
Wasser stauen
einen Fluss durch eine Talsperre stauen
ein gestauter Bach
sich stauen
sich ansammeln, anhäufen
Beispiele:
die Wellen stauen sich am Damm
das Eis staute sich am Brückenpfeiler
das Blut hat sich im Herzen gestaut
bildlich
Beispiel:
die Menschenmenge, der Verkehr staut sich
übertragen
Beispiele:
sein Ärger staute sich
die ganze gestaute Wut brach sich Bahn
2.
Seemannssprache eine Fracht auf Fahrzeugen, besonders auf Schiffen, sachgemäß unterbringen
Beispiele:
Ballen, Kisten auf einem Frachter, Wagen stauen
die Ladung war gut gestaut
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stauen · Stau · Staudamm · Staumauer · Stausee · Stauung · verstauen
stauen Vb. ‘fließendes Wasser in seinem Lauf hemmen’ (17. Jh.), ‘Waren, Gegenstände fest schichten’ (18. Jh.), aus dem Nd. ins Hd. aufgenommen; vgl. als vereinzelten Vorläufer bereits mhd. (md.) stouwen ‘Wasser zum Stehen bringen’. Mnd. stouwen, (ablautend) stūwen ‘hemmen, stauen, stillen, stocken, nicht abfließen (lassen)’, (hansisch) ‘Güter im Schiff fest verpacken’, mnl. nl. stouwen ‘aufstauen (vom Wasser), jagen, quälen, reizen’, aengl. stōwian ‘zurückhalten’, engl. to stow ‘verstauen, packen’ und (in der Bedeutung abweichend) ahd. stouwōn (9. Jh.), stouwen (10. Jh.; irstouwen, 9. Jh.), mhd. stöuwen, stouwen, stöun, stoun ‘(an)klagen, (Einhalt) gebieten, schelten’, got. stōjan ‘richten’ lassen sich mit der gemeinsamen Ausgangsbedeutung ‘zum Stehen bringen’ wie aslaw. staviti ‘stellen, zum Stehen bringen, verhindern, beenden’, russ. stávit’ (ставить) ‘stellen, setzen’, lit. stovė́ti ‘(da-, still)stehen’, lett. stāvēt ‘stehen’ auf die zur Wurzel ie. *stā-, *stə- ‘stehen, stellen’ (s. ↗stehen) gehörende Erweiterung ie. *st(h)āu-, *st(h)ū- zurückführen (s. auch ↗Staude, ↗staunen, ↗stützen). Stau m. ‘Hemmung, Stillstand von Fließendem’ (Wasser, Verkehr), auch ‘das angestaute Wasser’ (18. Jh.), mnd. stouw ‘Stauung eines fließenden Gewässers, Stauwerk’. Staudamm m. Staumauer f. (19. Jh.), Stausee m. (20. Jh.). Stauung f. ‘Abdämmung, aufgestautes Gewässer’ (18. Jh.), mnd. stöuwinge. verstauen Vb. ‘fest und ordnungsgemäß in einen Raum, einen Behälter packen’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auto Autobahn Autoschlange Autoverkehr Berufsverkehr Blechlawine Damm Elbtunnel Fahrtrichtung Fahrzeug Fahrzeugkolonne Fluß Gesamtlänge Grenzübergang Hitze Kilometer Lastwagen Länge Menschenmaß Schlange Vene Verkehr Zufahrtsstraße anstauen aufstauen kanalisieren kilometerlang kilometerweit zeitweise zurückstauen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stauen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In der Stadt selbst stauten sich hupend in den breiten Straßen die Autos, die vom Einkaufen nach Hause fahren wollten.
Die Welt, 10.11.2003
Denn weil das Abbiegen hier nur einspurig möglich ist, stauen sich die Autos häufig.
Süddeutsche Zeitung, 21.02.2001
Hinter ihr ist in manchen der angegebenen Fälle latente psychische Energie gestaut.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 2, Berlin: Aufbau-Verl. 1955, S. 244
Erst als sich alles Blut in seinen Beinen staute und ihn unwiderruflich in die Tiefe zog, dachte er für einen Moment daran aufzugeben.
Düffel, John von: Houwelandt, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2004, S. 152
Dicke Luft, und nicht nur Luft, die unausdenkbarste und dickste Scheiße, noch staut sie sich ringsherum, aber voraussichtlich wird man bald mittendrin sitzen!
Plievier, Theodor: Stalingrad, München u. a.: Desch 1973 [1946], S. 226
Zitationshilfe
„stauen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/stauen>, abgerufen am 14.11.2019.

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