steigern
GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungstei-gern (computergeneriert)
Wortbildung mit ›steigern‹ als Erstglied: ↗steigerbar  ·  mit ›steigern‹ als Letztglied: ↗ersteigern · ↗hinaufsteigern · ↗hineinsteigern · ↗reinsteigern · ↗übersteigern
 ·  Ableitung von ›steigern‹: ↗versteigern
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
etw., sich vergrößern, verstärken
Beispiele:
die Aufmerksamkeit, Spannung steigern
seine Angst, Wut steigerte sich
sich zu etw. steigern
Beispiele:
der Wind steigert sich zum Sturm
die Unruhe steigerte sich zur Angst [ApitzNackt170]
etw., sich messbar erhöhen
Beispiele:
die Geschwindigkeit, Produktion steigern
die Kraft, Leistung einer Maschine steigern
das Tempo, der Ertrag hat sich gesteigert
die Preise steigern
der Hauswirt hat die Miete gesteigert
oft im Part. Prät.
Beispiele:
gesteigerte Ansprüche stellen
gesteigerten Wert auf etw. legen
etw. mit gesteigertem Interesse verfolgen
2.
etw., jmdn., sich auf eine höhere Stufe bringen
Beispiele:
der Dichter steigerte seine gestalterische Kraft, Leistung
daß ich seine Bewunderung für mein Genie benütze, um mich zu steigern [Th. MannKröger9,229]
sich steigern Sport eine höhere Leistung zeigen
Beispiel:
sie steigerte sich im Schwimmen zu hervorragender Form
sich in etw. steigernsich in einen bewegteren Gemütszustand versetzen
Beispiele:
sich in Begeisterung steigern
so steigerte ich mich während des Spieles in eine fast manische Erregung [St. ZweigSchachnovelle1,235]
3.
Sprachwissenschaft
Beispiel:
ein Adjektiv steigern (= den Grad einer Eigenschaft beim Adjektiv mit Hilfe von Endungen oder zusätzlichen Wörtern angeben)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

steigern · Steigerung · ersteigern · versteigern · Versteigerung
steigern Vb. ‘verstärken, vergrößern, erhöhen’, refl. ‘sich in einen bestimmten Gemütszustand versetzen, sich verbessern’, spätmhd. steigern ‘(den Preis) erhöhen’, zuerst bair. (14. Jh.), dann md. (15. Jh.), schließlich allgemein literatursprachlich (18. Jh.), steht als Iterativum zu schwach flektierendem mhd. frühnhd. steigen ‘steigen machen, aufrichten, erhöhen, sich erheben’ (nach dem 16. Jh. kaum noch bezeugt), Kausativum zu dem unter ↗steigen (s. d.) behandelten Verb. steigern entwickelt sich zum Fachausdruck für das Bieten bei Auktionen ‘mehr bieten, den Preis hinauftreiben’ (16. Jh.) und zum grammatischen Terminus ‘die Komparationsstufen des Adjektivs bilden’ (18. Jh.), dafür älter vergleichen, ergrößern, vergrößern (17. Jh.). Steigerung f. ‘Verstärkung, Vergrößerung, Zunahme’ (15. Jh.), in der Grammatik ‘Komparation’ (18. Jh.). ersteigern Vb. ‘in einer Auktion erwerben’ (18. Jh.), ‘teurer machen, den Preis erhöhen’ (16. Jh.). versteigern Vb. ‘in einer Auktion an den Meistbietenden verkaufen’ (18. Jh.); Versteigerung f. ‘Auktion’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
größer machen · steigern · ↗vergrößern · ↗vermehren · ↗zunehmen (an)  ●  ↗maximieren  geh. · ↗mehren  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
anschwellen lassen · anwachsen lassen · steigern
Synonymgruppe
aufbessern · ↗erhöhen · steigern
Synonymgruppe
erhöhen · ↗potenzieren · steigern
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
komparieren · steigern
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Absatz Anteil Attraktivität Betriebsergebnis DM Effizienz Ergebnis Ertrag Geschäftsjahr Gewinn Halbjahr Konzern Konzernumsatz Marktanteil Milliarden Millionen Produktion Produktivität Prozent Quartal Steuern Umsatz Vergleich Vorjahr Vorjahreszeitraum deutlich erheblich hineinsteigert kräftig weiter

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›steigern‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber nach dem Preis hat sich die Nachfrage noch einmal gesteigert.
Die Zeit, 19.07.2006, Nr. 30
Erst wenn wir das immer schaffen, können wir auch unsere Leistung insgesamt steigern.
Der Tagesspiegel, 17.01.2005
Sicher steigert die praktische Arbeit die Fähigkeit des Behaltens und ermöglicht dadurch ein flottes Bedienen.
Kölling, Alfred: Fachbuch für Kellner, Leipzig: Fachbuchverl. VEB 1962 [1956], S. 1
Das Nebeneinander der zwei Funktionen wird durch nachträgliche Überlegung geschieden, und dieses notwendige Verfahren läßt sich durch Übung zu einem hohen Grade von Sicherheit steigern.
Witkowski, Georg: Von Menschen und Büchern, Erinnerungen 1863-1933. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 1181
Die Zahl der verbotenen Bücher ist bedeutend gesteigert; sie betrug im Jahre 1797 allein 169 Nummern.
Goldfriedrich, Johann: Geschichte des Deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1909], S. 17796
Zitationshilfe
„steigern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/steigern>, abgerufen am 11.12.2017.

Weitere Informationen …