steinerweichend

Grammatik partizipiales Adjektiv · ohne Steigerung
Aussprache [ˈʃtaɪ̯nʔɛɐ̯ˌvaɪ̯çn̩t]
Worttrennung stein-er-wei-chend
Wortzerlegung Stein erweichen -end2
Rechtschreibregel § 36 (1.1)

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [bildlich, gelegentlich ironisch] großes Mitgefühl erregend
  2. 2. [meist ironisch, bildlich] Synonym zu zermürben
ZDL-Vollartikel

Bedeutungen

1.
bildlich, gelegentlich ironisch großes Mitgefühl erregend
Beispiele:
Am Spreeufer steht eine Frau und fleht steinerweichend um Hilfe. [Berliner Zeitung, 06.10.1946]
[Das Lastenfahrzeug] Wall‑E ist den Designern von Pixar so steinerweichend niedlich geraten, dass man ihn ohne zu zögern streicheln und in die Arme nehmen möchte – trotz seines rostigen und furchtbar verbeulten Erscheinungsbildes. [Welt am Sonntag, 13.07.2008, Nr. 28]
Vor drei Jahren überraschten [die schwedische Rockband] Logh mit einem grandiosen Debüt, dessen steinerweichende Traurigkeit […] ihresgleichen sucht. [Der Tagesspiegel, 28.04.2005]
In »Central Station«, einem Road Movie[…] sind die Grande Dame und der kleine Junge ein anrührendes, steinerweichendes Gespann, zwei Verlorene, die noch einmal eine Chance bekommen: die Möglichkeit, ein neues Leben zu beginnen. [Die Welt, 23.08.2001]
Die Sänger der A‑Capella‑Gruppe […] singen […] als erstes Stück eine steinerweichend schöne Version des »Depeche Mode«‑Hits »Shake the disease«. [Die Welt, 28.10.1999]
Keine Showgröße im deutschen Fernsehen kann auch nur annähernd so herzzerreißend mitmenscheln wie sie. Mit heiser‑weinerlicher Stimme, einem Blick, so steinerweichend wie der eines Tierheimhundes[…] hat sich die 38jährige […] [Talkmasterin] zur Beichtmutter der Nation entwickelt […]. [Der Spiegel, 19.08.1996, Nr. 34]
Mit hängenden Schultern und dem steinerweichenden Blick einer deprimierten Meerkatze hing der dreifache Sibermedaillengewinner in seinem Stuhl. Kaum mehr als ein Flüstern kam über seine Lippen: »Ich bin furchtbar enttäuscht. Ich wollte nichts als Gold.[«] [die tageszeitung, 04.08.1992]
2.
meist ironisch, bildlich Synonym zu zermürbend
Beispiele:
Dass wir über die deutsche Einigung im Jahre 2003 anlässlich des anstehenden Beitritts von Polen und anderer Länder zur Europäischen Union noch streiten müssen, ist wirklich steinerweichend. [Die Zeit, 01.01.2003, Nr. 01]
Wie die steinerweichend wortreiche Diskussion über das Berliner Stadtschloss zeigt, hat die Einheit es damit nicht eilig. [Süddeutsche Zeitung, 31.07.2002]
Drüben in der Südkurve singen, 90 Minuten lang, einige hundert junge Leute eine steinerweichende Weise, deren Text ausschließlich aus den Wörtern »Bayern Müncheeen« besteht. [Süddeutsche Zeitung, 03.11.2000]

letzte Änderung:

Zitationshilfe
„steinerweichend“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/steinerweichend>.

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