stemmen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungstem-men
Wortbildung mit ›stemmen‹ als Erstglied: ↗Stemm-Meißel · ↗Stemmarbeit · ↗Stemmbogen · ↗Stemmeisen · ↗Stemmmeißel
 ·  mit ›stemmen‹ als Letztglied: ↗abstemmen · ↗anstemmen · ↗aufstemmen · ↗ausstemmen · ↗dagegenstemmen · ↗durchstemmen · ↗einstemmen · ↗emporstemmen · ↗entgegenstemmen · ↗gegenstemmen · ↗herausstemmen · ↗hochstemmen · ↗vorstemmen · ↗wegstemmen
 ·  formal verwandt mit: ↗Gewichtstemmen
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
etw. Schweres, jmdn. in die Höhe heben, nach oben drücken
Beispiele:
Gewichte, Hanteln stemmen
ein Gewicht mit einem Arm, mit beiden Armen stemmen
der Artist stemmt seine Partnerin mit einem Arm in die Höhe
der Gewichtheber hat 100 Kilogramm gestemmt (= zur Hochstrecke gebracht)
2.
etw., sich kräftig gegen etw. drücken
Beispiele:
die Ellenbogen, Arme auf den Tisch stemmen
den Rücken, sich gegen eine Tür, Wand stemmen
sie stemmten die Schultern, sich mit ihren Schultern gegen die Rückwand des liegengebliebenen Autos und schoben es an die Straßenseite
die Mütze tief in die Stirn gezogen, stemmte er sich gegen den Sturm
die Arme, Hände, Fäuste in die Seiten, Hüften stemmen
sie stemmte die Arme in die Seiten und sah ihn empört, herausfordernd an
3.
etw. durch Bearbeitung mit Stemmeisen und Hammer herstellen
Beispiel:
ein Loch, eine Vertiefung in die Wand, in eine Mauer stemmen
etw. mit Stemmeisen und Hammer von etw. abspalten
Beispiel:
er stemmte einen dicken Span aus dem Balken
4.
übertragen sich gegen etw. stemmengegen etw. Widerstand leisten, etw. aufzuhalten, zu verhindern suchen
Beispiel:
sich gegen die Einführung einer technischen Neuerung, gegen eine Entwicklung stemmen
5.
berlinisch, salopp
Beispiel:
eine Molle, ein Bier stemmen (= ein Glas Bier trinken)
6.
salopp etw. stehlen
Beispiel:
der Dieb hat Mauersteine, einen Sack Zement gestemmt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stemmen Vb. ‘dagegendrücken, sich widersetzen’, mhd. mnd. mnl. stemmen ‘stehen machen, steif machen, aufgestaut werden (vom Wasser)’, anord. stemma ‘dämmen, aufhalten’ (woraus gleichbed. engl. to stem), schwed. stämma ‘hemmen’ und anders gebildetes ahd. gistemen ‘bezähmen’ (8. Jh.), gistemōn ‘(sich) beruhigen’ (11. Jh.), mhd. gestemen ‘Einhalt tun, einhalten’ stehen wohl im Ablaut zu den unter ↗ungestüm (s. d.) und ↗stumm (s. d.) genannten Formen, können daher vielleicht an die unter ↗stammeln (s. d.) angeführte Wurzel ie. *stem- ‘stoßen, anstoßen, stottern, stammeln, hemmen’ angeschlossen werden. Auszugehen wäre von einer Bedeutung ‘im Lauf hindern, stehen machen’ (vor allem von Wasserläufen und vom Stillen des Blutes). Seit dem Ende des 17. Jhs. bedeutet stemmen vor allem ‘(sich) kräftig und fest gegen etw. drücken’, in der Sportsprache ‘ein Gewicht mit festem Druck der Arme nach oben drücken’ (Ende 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
anheben · ↗aufheben · ↗aufnehmen · ↗heben · ↗hieven · ↗hochheben · ↗hochziehen · stemmen · ↗wuchten
Assoziationen
Synonymgruppe
(einer Sache) Herr werden · ↗bewerkstelligen · ↗bewältigen · ↗fertigbekommen · ↗meistern · ↗schaffen · zu Wege bringen · zustande bringen · zuwege bringen  ●  ins Lot bringen  fig. · auf die Beine stellen  ugs., fig. · auf die Kette kriegen  ugs. · auf die Reihe bekommen  ugs. · auf die Reihe bringen  ugs. · auf die Reihe kriegen  ugs. · ↗fertigkriegen  ugs. · gebacken bekommen  ugs. · gebacken kriegen  ugs. · geregelt bekommen  ugs. · geregelt kriegen  ugs. · getan kriegen  ugs. · ↗hinbekommen  ugs. · ↗hinkriegen  ugs. · in den Griff bekommen  ugs. · ↗packen  ugs. · ↗rocken  ugs. · ↗schaukeln  ugs. · ↗schultern  ugs. · stemmen  ugs. · ↗wuppen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abstieg Abwärtstrend Arme Aufwertung Faust Gewicht Hantel Hüfte Kraftakt Kraftraum Kurbelwelle Markttrend Maßkrug Newtonmeter Niederlage Pokal Trend Trophäe abstemmen alleine anstemmen aufstemmen dagegen dagegenstemmen empor energisch entgegen entgegenstemmen hochstemmen vehement

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stemmen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Statt Gewichte zu stemmen standen Übungen mit dem Ball auf dem Programm.
Die Welt, 16.09.2004
Er stemmte sich kurz auf meine Handgelenke, dann sah ich nichts mehr.
Schulze, Ingo: Simple Storys, Berlin: Berlin-Verl. 1998, S. 21
Was einer allein nicht schafft, können mehrere meist besser stemmen.
Der Tagesspiegel, 23.09.1997
So stemmt sich, schon im März, starker Halm gegen schwachen Fuß.
Süddeutsche Zeitung, 17.03.1995
Ich versuchte mich mit der freien Hand gegen die Decke zu stemmen.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 181
Zitationshilfe
„stemmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/stemmen>, abgerufen am 11.12.2019.

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