Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

sterbenskrank

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung ster-bens-krank
Wortzerlegung sterbens- krank
Wortbildung  mit ›sterbenskrank‹ als Letztglied: todsterbenskrank
Duden, GWDS, 1999

Bedeutungen

a)
emotional sterbenselend
b)
sehr schwer krank, todkrank
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sterben · absterben · aussterben · ersterben · versterben · Verstorbener · sterbenskrank · Sterbenswörtchen · sterblich · Sterblichkeit · unsterblich · Unsterblichkeit
sterben Vb. ‘das Leben verlieren’. Das nur westgerm. bezeugte starke Verb ahd. sterban (9. Jh.), mhd. sterben, asächs. sterƀan, mnd. mnl. nl. sterven, afries. sterva, aengl. steorfan, engl. to starve ‘vor Hunger und Durst umkommen’ (westgerm. *sterban) ist verwandt mit ahd. sterbo ‘Pest, Tod’ (9. Jh.), mhd. sterb(e) ‘das Sterben, Tod, ansteckende Krankheit, Pest’, asächs. -sterƀo, aengl. steorfa ‘Pest’, anord. stjarfi ‘Starrkrampf’, stirfinn ‘halsstarrig, trotzig’, starfa ‘sich abmühen’ und mit mir. ussarb (aus *uks-sterbhā) ‘Tod’, griech. stérphos (στέρφος) ‘Haut, Fell, Hülle’, russ. (älter) stérbnut’ (стербнуть) ‘fest, hart werden, erstarren, absterben’ sowie den s-losen Formen lat. torpēre ‘erstarrt, betäubt, gefühllos, taub sein’, lit. tir̃pti ‘erstarren, gefühllos werden’, aslaw. trьpěti ‘ertragen’, russ. terpét’ (терпеть) ‘leiden, dulden’. Alle Bildungen sind auf ie. *(s)terp-, *(s)terbh- rückführbar, eine Labialerweiterung der unter starren (s. d.) verzeichneten Wurzel ie. *(s)ter(ə)-, *(s)trē- ‘starr, steif sein’, so daß für das germ. Verb von einer verhüllenden Bedeutung ‘steif, starr werden’ auszugehen ist. absterben Vb. ‘das Leben beenden, eingehen, welken’, mhd. abesterben, rechtssprachlich ‘durch den Tod des Besitzers frei werden’; seit dem 18. Jh. auch ‘gefühllos werden’ (durch Druck, Abschnürung, Kälte). aussterben Vb. ‘untergehen, aufhören zu existieren, sich verlieren’ (15. Jh.). ersterben Vb. ‘vergehen’, ahd. irsterban (8. Jh.), mhd. ersterben ‘(ab)sterben’. versterben Vb. ‘sterben’, mhd. versterben; Verstorbener m. substantiviertes Part.adj. (16. Jh.). sterbenskrank Adj. ‘sehr krank’ (17. Jh.), anfangs neben sterbekrank Sterbenswörtchen n. in der Fügung kein Sterbenswörtchen ‘überhaupt nichts’ (19. Jh.), verkürzt aus kein sterbendes (‘schwaches, vergängliches’) Wörtchen (18. Jh.); vgl. auch kein Sterbenswort (18. Jh.). sterblich Adj. ‘dem Tod unterworfen, vergänglich’, mhd. sterblich; vgl. ahd. stirbīg (9. Jh.); Sterblichkeit f. ‘Vergänglichkeit, Zahl der Todesfälle’, mhd. sterbelīcheit; unsterblich Adj. mhd. unsterbelich; vgl. ahd. unstirbīg (11. Jh.); Unsterblichkeit f. mhd. unsterbelīcheit.

Thesaurus

Synonymgruppe
schwer krank · sterbenskrank · todgeweiht · todkrank · unheilbar krank  ●  es bald hinter sich haben  sarkastisch · schwerkrank  Hauptform · am Abnibbeln  ugs. · am Abnippeln  ugs. · es nicht mehr lange machen  derb · schwer darniederliegen  geh., veraltet
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›sterbenskrank‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sterbenskrank‹.

Verwendungsbeispiele für ›sterbenskrank‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Obwohl sterbenskrank, hat er sich soeben noch einmal zu Wort gemeldet. [Die Zeit, 13.01.2005, Nr. 03]
Sterbenskrank schleppt sie sich durch die Tage, und nachts tut sie den Sternen leid. [Die Zeit, 16.09.1988, Nr. 38]
Woher auch hätte ein sterbenskranker Mann noch die Kraft dazu nehmen sollen? [Die Zeit, 15.10.1971, Nr. 42]
Wenn du dir nämlich Blattgrün unter die Haut spritzen würdest, wärst du kurz darauf sterbenskrank. [Süddeutsche Zeitung, 19.05.2000]
Das Mädchen, das Sie auf diesen Fotos sehen, war sterbenskrank. [Bild, 20.08.2001]
Zitationshilfe
„sterbenskrank“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sterbenskrank>.

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