sterblich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungsterb-lich
Wortzerlegungsterben-lich
Wortbildung mit ›sterblich‹ als Erstglied: ↗Sterblichkeit  ·  mit ›sterblich‹ als Letztglied: ↗unsterblich
Dieser Eintrag war DWDS-Artikel des Tages am 14.04.2019.
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
dem Tode unterworfen, vergänglich
Beispiele:
alle Menschen sind sterblich
die sterblichen (Über)reste beisetzen
gehoben, verhüllend die sterbliche Hülle beisetzen
Diese Schreiberlinge stehen sich alle ... besser als jeder gewöhnliche Sterbliche (= Mensch) [MarchwitzaUnter uns96]
2.
adverbiell
umgangssprachlich, scherzhaft sehr, in höchstem Grade
Beispiele:
er ist sterblich verliebt in das Mädchen
an dem Abend hat sie sich sterblich gelangweilt
sich sterblich blamieren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sterben · absterben · aussterben · ersterben · versterben · Verstorbener · sterbenskrank · Sterbenswörtchen · sterblich · Sterblichkeit · unsterblich · Unsterblichkeit
sterben Vb. ‘das Leben verlieren’. Das nur westgerm. bezeugte starke Verb ahd. sterban (9. Jh.), mhd. sterben, asächs. sterƀan, mnd. mnl. nl. sterven, aengl. steorfan, engl. to starve ‘vor Hunger und Durst umkommen’ ist verwandt mit ahd. sterbo ‘Pest, Tod’ (9. Jh.), mhd. sterb(e) ‘das Sterben, Tod, ansteckende Krankheit, Pest’, asächs. -sterƀo, aengl. steorfa ‘Pest’, anord. stjarfi ‘Starrkrampf’, stirfinn ‘halsstarrig, trotzig’, starfa ‘sich abmühen’ und mit mir. ussarb (aus *uks-sterbhā) ‘Tod’, griech. stérphos (στέρφος) ‘Haut, Fell, Hülle’, russ. (älter) stérbnut’ (стербнуть) ‘fest, hart werden, erstarren, absterben’ sowie den s-losen Formen lat. torpēre ‘erstarrt, betäubt, gefühllos, taub sein’, lit. tir̃pti ‘erstarren, gefühllos werden’, aslaw. trьpěti ‘ertragen’, russ. terpét’ (терпеть) ‘leiden, dulden’. Alle Bildungen sind auf ie. *(s)terp-, *(s)terbh- rückführbar, eine Labialerweiterung der unter ↗starren (s. d.) verzeichneten Wurzel ie. *(s)ter(ə)-, *(s)trē- ‘starr, steif sein’, so daß für das germ. Verb von einer verhüllenden Bedeutung ‘steif, starr werden’ auszugehen ist. absterben Vb. ‘das Leben beenden, eingehen, welken’, mhd. abesterben, rechtssprachlich ‘durch den Tod des Besitzers frei werden’; seit dem 18. Jh. auch ‘gefühllos werden’ (durch Druck, Abschnürung, Kälte). aussterben Vb. ‘untergehen, aufhören zu existieren, sich verlieren’ (15. Jh.). ersterben Vb. ‘vergehen’, ahd. irsterban (8. Jh.), mhd. ersterben ‘(ab)sterben’. versterben Vb. ‘sterben’, mhd. versterben; Verstorbener m. substantiviertes Part.adj. (16. Jh.). sterbenskrank Adj. ‘sehr krank’ (17. Jh.), anfangs neben sterbekrank Sterbenswörtchen n. in der Fügung kein Sterbenswörtchen ‘überhaupt nichts’ (19. Jh.), verkürzt aus kein sterbendes (‘schwaches, vergängliches’) Wörtchen (18. Jh.); vgl. auch kein Sterbenswort (18. Jh.). sterblich Adj. ‘dem Tod unterworfen, vergänglich’, mhd. sterblich; vgl. ahd. stirbīg (9. Jh.); Sterblichkeit f. ‘Vergänglichkeit, Zahl der Todesfälle’, mhd. sterbelīcheit; unsterblich Adj. mhd. unsterbelich; vgl. ahd. unstirbīg (11. Jh.); Unsterblichkeit f. mhd. unsterbelīcheit.

Thesaurus

Synonymgruppe
mortal · sterblich · ↗vergänglich

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dichter Existenz Geschöpf Gott Hülle Individuum Kreatur Körper Leib Lippe Mensch Natur Rest Seele Wesen alle du endlich irdisch normal unsterblich verlieben Überrest

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sterblich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Stammen die sterblichen Überreste von einem bisher nicht aufgeklärten Verbrechen?
Bild, 07.06.2003
Sie schießen aufeinander, subjektiv, per Objektiv, um ihr Leben festzuhalten, oft nackt, nie pornographisch, immer auf fast anrührende Weise sterblich.
Der Tagesspiegel, 25.06.1999
Ab 1951 ging man daran, die sterblichen Überreste aus den verstreuten Gräbern systematisch hierher umzubetten.
Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR - ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 281
Es fehlte nur noch, die sterblichen Überreste zu exhumieren für die Translation.
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 410
Ich hatte mich sterblich verliebt und durfte doch so nicht hoffen, jemals ans Ziel meiner Sehnsucht zu gelangen.
Voß, Ernst: Lebenserinnerungen und Lebensarbeit des Mitbegründers der Schiffswerft von Blohm & Voß. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1924], S. 8672
Zitationshilfe
„sterblich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sterblich>, abgerufen am 26.04.2019.

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