Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

sterblich

Grammatik Adjektiv
Aussprache  [ˈʃtɛʁplɪç]
Worttrennung sterb-lich
Wortzerlegung sterben -lich
Wortbildung  mit ›sterblich‹ als Erstglied: Sterblichkeit  ·  mit ›sterblich‹ als Letztglied: unsterblich
Mehrwortausdrücke  sterbliche Hülle · sterbliche Überreste

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. dem Tode unterworfen, vergänglich
  2. 2. [umgangssprachlich, scherzhaft] sehr, in höchstem Grade
eWDG

Bedeutungen

1.
dem Tode unterworfen, vergänglich
Beispiele:
alle Menschen sind sterblich
die sterblichen (Über)reste beisetzen
gehoben, verhüllenddie sterbliche Hülle beisetzen
Diese Schreiberlinge stehen sich alle … besser als jeder gewöhnliche Sterbliche (= Mensch) [ MarchwitzaUnter uns96]
2.
umgangssprachlich, scherzhaft sehr, in höchstem Grade
Grammatik: adverbiell
Beispiele:
er ist sterblich verliebt in das Mädchen
an dem Abend hat sie sich sterblich gelangweilt
sich sterblich blamieren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sterben · absterben · aussterben · ersterben · versterben · Verstorbener · sterbenskrank · Sterbenswörtchen · sterblich · Sterblichkeit · unsterblich · Unsterblichkeit
sterben Vb. ‘das Leben verlieren’. Das nur westgerm. bezeugte starke Verb ahd. sterban (9. Jh.), mhd. sterben, asächs. sterƀan, mnd. mnl. nl. sterven, afries. sterva, aengl. steorfan, engl. to starve ‘vor Hunger und Durst umkommen’ (westgerm. *sterban) ist verwandt mit ahd. sterbo ‘Pest, Tod’ (9. Jh.), mhd. sterb(e) ‘das Sterben, Tod, ansteckende Krankheit, Pest’, asächs. -sterƀo, aengl. steorfa ‘Pest’, anord. stjarfi ‘Starrkrampf’, stirfinn ‘halsstarrig, trotzig’, starfa ‘sich abmühen’ und mit mir. ussarb (aus *uks-sterbhā) ‘Tod’, griech. stérphos (στέρφος) ‘Haut, Fell, Hülle’, russ. (älter) stérbnut’ (стербнуть) ‘fest, hart werden, erstarren, absterben’ sowie den s-losen Formen lat. torpēre ‘erstarrt, betäubt, gefühllos, taub sein’, lit. tir̃pti ‘erstarren, gefühllos werden’, aslaw. trьpěti ‘ertragen’, russ. terpét’ (терпеть) ‘leiden, dulden’. Alle Bildungen sind auf ie. *(s)terp-, *(s)terbh- rückführbar, eine Labialerweiterung der unter starren (s. d.) verzeichneten Wurzel ie. *(s)ter(ə)-, *(s)trē- ‘starr, steif sein’, so daß für das germ. Verb von einer verhüllenden Bedeutung ‘steif, starr werden’ auszugehen ist. absterben Vb. ‘das Leben beenden, eingehen, welken’, mhd. abesterben, rechtssprachlich ‘durch den Tod des Besitzers frei werden’; seit dem 18. Jh. auch ‘gefühllos werden’ (durch Druck, Abschnürung, Kälte). aussterben Vb. ‘untergehen, aufhören zu existieren, sich verlieren’ (15. Jh.). ersterben Vb. ‘vergehen’, ahd. irsterban (8. Jh.), mhd. ersterben ‘(ab)sterben’. versterben Vb. ‘sterben’, mhd. versterben; Verstorbener m. substantiviertes Part.adj. (16. Jh.). sterbenskrank Adj. ‘sehr krank’ (17. Jh.), anfangs neben sterbekrank Sterbenswörtchen n. in der Fügung kein Sterbenswörtchen ‘überhaupt nichts’ (19. Jh.), verkürzt aus kein sterbendes (‘schwaches, vergängliches’) Wörtchen (18. Jh.); vgl. auch kein Sterbenswort (18. Jh.). sterblich Adj. ‘dem Tod unterworfen, vergänglich’, mhd. sterblich; vgl. ahd. stirbīg (9. Jh.); Sterblichkeit f. ‘Vergänglichkeit, Zahl der Todesfälle’, mhd. sterbelīcheit; unsterblich Adj. mhd. unsterbelich; vgl. ahd. unstirbīg (11. Jh.); Unsterblichkeit f. mhd. unsterbelīcheit.

Thesaurus

Synonymgruppe
mortal · sterblich · vergänglich

Typische Verbindungen zu ›sterblich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sterblich‹.

Verwendungsbeispiele für ›sterblich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ab 1951 ging man daran, die sterblichen Überreste aus den verstreuten Gräbern systematisch hierher umzubetten. [Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR - ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 281]
Es fehlte nur noch, die sterblichen Überreste zu exhumieren für die Translation. [Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 410]
Ähnlich schlimm erging es den sterblichen Überresten des großen Philosophen. [o. A.: René Descartes - der Denker mit zwei Köpfen. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1997 [1996]]
Ich bin ein Tier, alle Tiere sind sterblich, also bin auch ich sterblich. [Die Zeit, 05.12.2011, Nr. 49]
Ich bin ein Tier, alle Tiere sind sterblich, also bin auch ich sterblich. [Die Zeit, 05.12.2011, Nr. 49]
Zitationshilfe
„sterblich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sterblich>.

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