stereotyp
GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungste-reo-typ (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›stereotyp‹ als Erstglied: ↗stereotypieren
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
bildungssprachlich (meist von menschlichen Aussage-, Verhaltensweisen o. Ä.) immer wieder in der gleichen Form (auftretend), in derselben Weise ständig, formelhaft, klischeehaft wiederkehrend
2.
Druckwesen mit feststehenden Schrifttypen gedruckt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stereotyp Adj. ‘feststehend, unveränderlich, ständig wiederkehrend, in der Form erstarrt, leer, langweilig’ (20er Jahre 19. Jh.), anfangs Fachwort der Buchdruckersprache ‘mit feststehendem Schriftsatz, gegossener Schriftplatte gedruckt’ (um 1800, zuerst mit dt. Ableitungssilbe stereotypisch, auch in der Zusammensetzung Stereotyp-Platte und substantiviert Stereotype f. ‘nach dem Schriftsatz gegossene Druckplatte’), in dieser terminologischen Verwendung entlehnt aus frz. stéréotype ‘mit Schriftplatten gedruckt’ (auch stéréotype m. ‘gegossene Schriftplatte’), einer Bildung aus frz. stéréo- (nach Vorbildern wie mfrz. frz. stéréométrie, griech. stereometría, στερεομετρία ‘das Messen fester Körper’, vgl. griech. stereós, στερεός, ‘steif, hart, fest’) und mfrz. frz. type m. ‘Druckstock’, griech. týpos (τύπος) ‘Schlag, Abdruck, Gepräge, erhabene Arbeit, Bildwerk, Abbild’ (s. ↗Typ). Das frz. Adjektiv und seine Substantivierung werden erst in jüngerer Zeit ebenfalls übertragen gebraucht.

Thesaurus

Synonymgruppe
klischeeartig · klischeebeladen · ↗klischeehaft · ↗schablonenhaft
Assoziationen
Synonymgruppe
mechanisch · ↗routinemäßig · ↗schablonenhaft · ↗schematisch  ●  nach Schema F  ugs.
Assoziationen
  • (alle) nach dem gleichen Muster · (wie) vorgefertigt · ↗schablonenhaft · versatzstückartig · wie ausgestanzt
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Antwort Ausreden Beteuerung Bewegungsmuster Blonde Denkmuster Feindbilder Floskeln Formel Gestik Grinsen Klischees Muster Phrasen Posen Redewendungen Reihung Rollenverhalten Schema Verhaltensmuster Verhaltensweisen Wendungen Wiederholung klischeehaft schematische sterilen vorgetragene wiederholte wiederkehrenden wiederkehrt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stereotyp‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Über ein stereotypes Verdammen der Macht geht der Film nicht hinaus.
Die Zeit, 13.01.2000, Nr. 3
Zu oft hat man dergleichen schon gesehen, zu stereotyp ist alles erdacht.
Süddeutsche Zeitung, 30.07.1997
Es reicht gewissermaßen jede Frage durch eine stereotype Wendung des Kopfes an die Mutter weiter.
Schücking, Beate: Wir machen unsere Kinder krank, München: List 1971, S. 124
Sie alle weisen konstante und stereotype Züge auf, und dichterisch geformt und künstlerisch gestaltet ist keines.
Bauer, Hans: Wenn einer eine Reise tat, Leipzig: Koehler & Amelang 1973, S. 71
Stereotype Ornamente wie bei den deutschen Koloristen der Zeit sind verhältnismäßig selten.
Steele, John: Redford. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1963], S. 36180
Zitationshilfe
„stereotyp“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/stereotyp>, abgerufen am 22.09.2017.

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