Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

steril

Grammatik Adjektiv
Aussprache  [ˌʃteˈʀiːl]
Worttrennung ste-ril
Wortbildung  mit ›steril‹ als Erstglied: sterilisieren  ·  mit ›steril‹ als Grundform: Sterilität
Herkunft aus stérilefrz ‘unfruchtbar, fortpflanzungsunfähig, geistig unschöpferisch, unproduktiv’ < sterilislat ‘unfruchtbar, ertraglos, erfolglos’
eWDG

Bedeutungen

1.
keimfrei, frei von Mikroorganismen
Beispiele:
ein steriler Verband
sterile Watte
sterilste Bedingungen sind heute Voraussetzung für jede Operation
eine Wunde steril versorgen
2.
unfruchtbar
Beispiel:
ein steriler Boden
nicht zur Zeugung fähig
bildlich nicht schöpferisch, nicht produktiv
Beispiele:
ein steriler Schriftsteller
seine Gedanken, Vorstellungen sind steril
ein Wissenschaftler ist heute steril, wenn er allein für sich arbeitet [ Gesundheit1966]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

steril · sterilisieren
steril Adj. ‘unfruchtbar, geistig unproduktiv, keimfrei’, entlehnt aus frz. stérile ‘unfruchtbar, fortpflanzungsunfähig, geistig unschöpferisch, unproduktiv’, das auf lat. sterilis ‘unfruchtbar, ertrag-, erfolglos’ zurückgeht. Das Adjektiv begegnet im Dt. zuerst (Anfang 18. Jh.) in philosophischen und literarischen Texten in seiner übertragenen Verwendung ‘geistig unproduktiv’, erst danach (2. Hälfte 18. Jh.) auch im Sinne von ‘unfruchtbar, ertraglos’ (von Vegetation und Bodenverhältnissen), ‘fortpflanzungsunfähig’ und steht schließlich (in der Medizin und Lebensmittelherstellung) für ‘keimfrei’ (20. Jh.). sterilisieren Vb. ‘unfruchtbar, zeugungsunfähig machen’ (Ende 19. Jh.), auch ‘(Lebensmittel, medizinische Instrumente) keimfrei machen’; vgl. mfrz. frz. stériliser (15. Jh.); zuvor (vereinzelt) sterilisiren ‘unfruchtbar machen,’ (von Arzneien) ‘unwirksam werden’ (Paracelsus, 1. Hälfte 16. Jh.).

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
aseptisch · desinfiziert · entkeimt · hygienisch · keimfrei · sauber · steril · sterilisiert
Antonyme
Medizin
Synonymgruppe
Synonymgruppe
auf Zweckmäßigkeit getrimmt · auf die Funktion reduziert · funktional · kahl · klinisch · kühl · nüchtern · schmucklos · steril · ungemütlich · unpersönlich · unwohnlich · zweckbetont
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›steril‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›steril‹.

Verwendungsbeispiele für ›steril‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Du bist nicht weniger steril als das medizinische Personal und das Baby braucht deine Nähe. [Wilberg, Gerlinde M.: Zeit für uns, München: Frauenbuchverl. 1979, S. 131]
Zunächst einmal war die konfuzianische Lehre starr und steril geworden. [Frankel, Hans H.: China bis 960. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 2524]
Das geht nicht so wie in den letzten Jahren: Du bist steril, und du vermehrst dich nicht! [Tucholsky, Kurt: An die Meinige. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1914], S. 660]
Diese Welt wird real in den sterilen Räumen des abgedunkelten Palastes. [Die Zeit, 12.08.1999, Nr. 33]
Weiß und steril, verraten sie nichts über ihren unheimlichen Inhalt. [Die Zeit, 29.09.2007, Nr. 40]
Zitationshilfe
„steril“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/steril>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
stereotypisieren
stereotypieren
stereotyp
stereotaktisch
stereoskopisch
sterilisieren
sterkoral
sternal
sternbestickt
sternbesät