sticheln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungsti-cheln
Wortbildung mit ›sticheln‹ als Erstglied: ↗Stichelrede · ↗Stichler  ·  mit ›sticheln‹ als Letztglied: ↗zusammensticheln
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
eifrig, emsig (mit kleinen Stichen) nähen oder sticken
Beispiele:
sie stichelte mit großer Hast
die Mutter hatte für ihr Kind gestichelt und genäht
2.
abwertend mit kleinen boshaften Bemerkungen, Anspielungen gegen jmdn., etw. hetzen
Beispiele:
gegen jmdn. sticheln
sie hatte überall zu sticheln und zu höhnen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sticheln · Stichelei
sticheln Vb. ‘mit spitzem Gegenstand wiederholt in etw. einstechen’, mhd. stichelen ‘umgraben’; übertragen ‘mit spitzen Worten reizen’ (15. Jh.). Iterativbildung zu ↗stechen (s. d.). Stichelei f. ‘freundschaftlich neckende oder böswillig aufreizende Rede’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
hänseln · ↗necken · ↗plagen · ↗quälen · sticheln · ↗traktieren · zu schaffen machen · ↗zusetzen  ●  zwicken und zwacken  fig. · auf die Schippe nehmen  ugs. · ↗aufziehen  ugs. · ↗piesacken  ugs. · ↗triezen  ugs. · utzen  ugs. · ↗uzen  ugs. · ↗vexieren  geh., veraltet · ↗ärgern  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
nähen · ↗schneidern · sticheln
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anspielung Bayern-Trainer CSU-Generalsekretär Interview Kanzler Koalitionspartner Kollege Konkurrent Konkurrenz Kritiker Manager Nationalspieler Richtung Rivale Sport Tageszeitung Teamchef Trainer an erneut gegeneinander gern gerne gestern herum mal stänkern weiter zurück zündeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sticheln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zwar stichelt er, er sei auch nach 25 Jahren nicht Journalist, weil er sich nicht abgewöhnen könne zu arbeiten.
Die Zeit, 09.05.2008, Nr. 20
Und der stichelte dann, wenn auch vornehm, gegen den Minister.
Süddeutsche Zeitung, 02.04.2003
Darnach waren sie ausgeronnen, und man konnte sticheln, beide lachten nur.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1917], S. 19
Auch die Mutter stichelte ruhelos, hatte immer nasse Augen und war dabei doch immer lustig.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 26260
Er stichelte, verdächtigte und geiferte, wo er ging und stand.
Mann, Thomas: Der Zauberberg, Gütersloh: Bertelsmann 1998 [1924], S. 798
Zitationshilfe
„sticheln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sticheln>, abgerufen am 11.12.2019.

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