stichhaltig

GrammatikAdjektiv
Nebenform österreichisch stichhältig · Adjektiv
Worttrennungstich-hal-tig ● stich-häl-tig
Wortzerlegungstichhalten-ig
Wortbildung mit ›stichhaltig‹ als Erstglied: ↗Stichhaltigkeit
eWDG, 1976

Bedeutung

überzeugend, wohlbegründet, nicht widerlegbar
Beispiele:
eine stichhaltige Begründung, Antwort
die Argumente, Gründe sind nicht stichhaltig
eine Behauptung, die sich als nicht stichhaltig erwies
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stich · Stek · stichhaltig · Stichprobe · Stichtag · Stichwahl · Stichwort
Stich m. ‘Einbohren eines spitzen Gegenstandes, die dadurch entstandene Wunde, Einstechen einer Nadel (mit Faden), das dadurch entstehende Fadenmuster, stechender Schmerz, steile Anhöhe, beginnende Fäulnis’, ahd. stih (um 900), mhd. stich, auch ‘Knoten, Punkt, Augenblick, abschüssige Stelle, steile Anhöhe’, asächs. stiki, mnd. stēk(e), mnl. stēke, nl. steek, aengl. stice, engl. stitch, got. stiks ‘Stich, Punkt’ (germ. *stiki-) steht als Verbalabstraktum zu den unter ↗stechen (s. d.) angeführten Wurzelerweiterungen ie. *(s)teg- bzw. *(s)teig-, *(s)tig- ‘stechen, spitz’. Die Wendung im Stich lassen ‘bei Gefahr allein lassen, verlassen’ (15. Jh., geläufig seit 17. Jh.) bedeutet eigentlich ‘im Stich des Gegners lassen’ (beim ritterlichen Turnier). Aus dem Nd. wird übernommen Stek m. seemännischer ‘Knoten’ (20. Jh.), im Anschluß an mnd. stēk(e) (s. oben), eigentlich ‘Stich’, hier ‘das Durchgesteckte’. stichhaltig Adj. ‘unwiderlegbar, überzeugend’ (um 1800); vgl. Stich halten ‘standhalten, sich als zuverlässig erweisen’ (16. Jh.), wohl ebenfalls aus dem ritterlichen Turnierwesen stammend. Stichprobe f. ‘Prüfung ausgewählter einzelner Exemplare’ (19. Jh.), eigentlich ‘beim Abstich des Schmelzofens entnommene Probe’ (16. Jh.). Stichtag m. ‘für etw. Bestimmtes (durch Auswahl) festgelegter Tag’ (18. Jh.), vgl. mnd. stēkedach. Stichwahl f. ‘zwischen zwei Kandidaten eine Entscheidung herbeiführende Wahl’ (19. Jh.). Stichwort n. ‘stechendes, verletzendes Wort’ (15. Jh.), ‘für einen bestimmten Zweck aus einem Zusammenhang herausgenommenes Wort, letztes Wort eines Schauspielers, nach dem ein anderer einsetzt’ (18. Jh.), ‘Lemma, behandeltes Wort in Lexika’, im Plural ‘Anhaltspunkte, Gedanken für den Aufbau einer Rede, eines Aufsatzes’ (19. Jh.), in den letztgenannten modernen Verwendungen im Sinne von ‘hervorstechendes, herausgestochenes Wort’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sehr) überzeugend · bestechend · ↗beweiskräftig · ↗schlagend · stichhaltig · ↗treffend · ↗triftig · ↗überlegen
Assoziationen
Synonymgruppe
gesichert · ↗handfest · ↗sicher · stichhaltig  ●  ↗belastbar  fig., Jargon · ↗hieb- und stichfest  fig., Hauptform · sicher wie das Amen in der Kirche  ugs. · ↗wasserdicht  ugs., fig.
Assoziationen
Antonyme
  • stichhaltig
Synonymgruppe
denkrichtig · ↗folgerichtig · ↗kohärent · ↗konsequent · ↗logisch · ↗schlüssig · stichhaltig · ↗stimmig · ↗stringent · ↗triftig · ↗widerspruchsfrei · ↗zwingend · ↗überzeugend  ●  ↗folgerecht  veraltend
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alibi Anhaltspunkt Argument Argumentation Bedenken Begründung Behauptung Beleg Beweis Beweismaterial Einwand Entschuldigung Erklärung Gegenargument Grund Hinweis Hypothese Indiz Nachweis These Vorwurf durchaus ebensowenig erweisen glaubwürdig juristisch keinerlei nicht unbedingt wenig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stichhaltig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie gut war die Rede, wie stichhaltig das Argument, wie sehr hat es die Gesetzgebung vorangebracht, Bürgern geholfen?
Süddeutsche Zeitung, 17.02.2003
Es gebe keine ökonomisch stichhaltige Begründung für die Beschränkung der Öffnungszeiten.
Die Zeit, 14.10.1999, Nr. 42
Dafür werden zwar Gründe angeführt, aber sie sind nicht stichhaltig.
o. A.: Fünfzigster Tag. Montag, 4. Februar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 6903
Die rein praktischen Gründe, die zur Erklärung dafür gesucht wurden, sind schließlich alle nicht stichhaltig.
Gudenrath, Eduard: Geist und Gestalt in der Baukunst, Berlin: Oestergaard 1929, S. 161
Es hilft uns, Bedenken zu zerstreuen, Einwände stichhaltig zu widerlegen.
Reklame-Praxis, 1928, Nr. 9, Bd. 4
Zitationshilfe
„stichhaltig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/stichhaltig>, abgerufen am 24.05.2019.

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