Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

stieben

Grammatik Verb · stiebt, stob, ist/hat gestoben
Nebenform stieben · Verb · stiebte, ist/hat gestiebt
Aussprache 
Worttrennung stie-ben
Wortbildung  mit ›stieben‹ als Letztglied: abstieben · aufstieben · auseinanderstieben · davonstieben · emporstieben · verstieben · zerstieben
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. stiebtkleinste Teilchen wirbeln, fliegen wie Staub durch einen Luftstrom auseinander
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’ bzw. mit ‘hat’
Beispiele:
er schlägt auf den Stein, dass die Funken stieben
die Wassertropfen haben, sind nur so gestoben
im Wald hat der Schnee nicht mehr so gestoben
etw. stiebt irgendwohin
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
Schnee stiebt in, durch alle Ritzen
die Spreu, der Sand, das Mehl stob, stiebte durch die Luft
etw. stiebt etw. irgendwohin
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiel:
der Wind hat uns den Staub ins Gesicht gestoben (= getrieben)
2.
rasch, panikartig laufen, fliegen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
die Hühner stieben rechts und links ins Gebüsch
aus vielen Unterschlupfen und Verstecken stoben die Menschen auf die Straße
er sah, wie das Pferd mit dem Wagen durch die Felder stob
aufgeschreckt stoben die Dohlen und Mauersegler aus Löchern und Spalten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stieben · auseinanderstieben · zerstieben
stieben Vb. ‘fortwirbeln, umherwirbeln sprühen’. Das stark (nhd. auch schwach) flektierende Verb ahd. stioban (8. Jh.), mhd. stieben, stiuben ‘als oder wie Staub umherfliegen, Staub von sich geben, schnell laufen, rennen, fliegen’, mnd. mnl. stūven, nl. stuiven, (mundartlich) stieven (germ. *steuban) hat keine sicheren Anschlußmöglichkeiten. Nahe steht griech. tȳ́phesthai (τύφεσθαι) ‘rauchen, qualmen, Rauch machen, langsam verbrennen’, tȳphṓs (τυφώς) ‘Wirbelwind’, tȳ́phos (τῦφος) ‘Rauch, Dampf, Qualm, Dunst’, zu ie. *dheubh- ‘stieben, rauchen’, Labialerweiterung der unter Dunst (s. d.) angeführten Wurzel ie. *dheu-, *dheu̯ə ‘stieben wirbeln’, besonders von Staub, Rauch, Dampf. Zugehörige Kausativa sind stauben, stäuben (s. Staub). – auseinanderstieben Vb. ‘umher-, auseinanderwirbeln’ (18. Jh.); zerstieben Vb. ahd. zi(r)stioban (um 1000), mhd. zerstieben.

Thesaurus

Synonymgruppe
hasten · hetzen · rasen · rennen · schnellen · sprinten · stieben · wirbeln  ●  (schnell) laufen  Hauptform · fegen  fig. · galoppieren  Tier · schießen  fig. · dahinpreschen  ugs. · die Beine in die Hand nehmen  ugs., fig. · düsen  ugs. · eilen  geh. · fetzen  ugs. · fitschen  ugs., ruhrdt. · fliegen (mit Richtungsangabe)  geh., dichterisch, fig. · flitzen  ugs. · jagen  ugs. · pesen  ugs. · preschen  ugs. · sausen  ugs. · spurten  ugs. · stürmen  ugs. · wetzen  ugs., regional · zischen  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›stieben‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stieben‹.

Verwendungsbeispiele für ›stieben‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und dann stob ich mit der Geschwindigkeit ab, die es dem zurückweichenden Gegner so schwermacht, dazwischen zu gehen. [Die Zeit, 15.09.1989, Nr. 38]
Da hat es nicht nur geknistert, da sind Funken gestoben. [Süddeutsche Zeitung, 09.03.1994]
Und während wir so schabten und kratzten, stoben plötzlich die Funken. [Süddeutsche Zeitung, 05.10.2000]
Am nächsten Morgen regnet es in der Stadt, unser Bus stiebt durch tiefe Pfützen. [Die Zeit, 15.07.2013, Nr. 29]
Die Augenblicke springen hinauf wie Funken und stieben dahin und haben miteinander keine Verbindung. [Gehlen, Arnold: Der Mensch, Berlin: Junker und Dünnhaupt 1940, S. 443]
Zitationshilfe
„stieben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/stieben>.

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