stillen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungstil-len
Wortbildung mit ›stillen‹ als Erstglied: ↗Stillbüstenhalter · ↗Stillgeld · ↗Stillpause · ↗Stillperiode · ↗Stillung · ↗Stillzeit · ↗stillbar · ↗stillfähig
 ·  mit ›stillen‹ als Letztglied: ↗abstillen  ·  formal verwandt mit: ↗blutstillend · ↗durststillend · ↗fieberstillend · ↗hustenstillend · ↗krampfstillend
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
einen Säugling, ein Kind an der Brust trinken lassen, natürlich ernähren
Beispiele:
den Säugling, das Kind stillen
die Mutter konnte nicht stillen
stillende Frauen, Mütter
2.
ein Bedürfnis, Verlangen befriedigen
Beispiele:
seinen Durst, Hunger, Appetit stillen
seine Sehnsucht, Wünsche, Begierden, seinen Ehrgeiz, Zorn stillen
seine Neugier war einstweilen gestillt
jmds. Lesewut, Wissbegier stillen
3.
etw. Flüssiges zum Stillstand bringen, am Weiterfließen hindern
Beispiele:
sie konnte ihre Tränen nicht stillen
das hervorströmende Blut stillen
die Blutung war bald gestillt
bildlich
Beispiele:
als die Mutter ihr Kind in die Arme schloss, war alles Leid, aller Schmerz gestillt
Aber der nicht zu stillende Schmerz bleibt [KlepperSchatten1096]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

still · Stille · stillen · Stilleben
still Adj. ‘ohne Bewegung, lautlos, ruhig, leise, verborgen, geheim’, ahd. stilli (8. Jh.), mhd. stille, asächs. stilli, mnd. mnl. stille, nl. stil, aengl. stille, engl. still (westgerm. *stellja-) läßt sich, ausgehend von ‘unbeweglich stehend’, als Ableitung mit (zu ll assimiliertem) n-Suffix an die unter ↗Stall (s. d.) angegebene Wurzel ie. *stel- ‘stellen, aufstellen; stehend, unbeweglich, steif; Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel’ anschließen. Die im Mhd. verbreitete Bedeutung ‘verborgen, geheim, heimlich’ bewahren Fügungen wie stiller (‘heimlich gehegter’) Wunsch (18. Jh.), im stillen ‘im geheimen, im verborgenen’ (17. Jh.). Stille f. ‘Bewegungslosigkeit, Lautlosigkeit, Ruhe, Verborgenheit, Heimlichkeit’, ahd. stillī (8. Jh.), mhd. stille. stillen Vb. ‘beruhigen, zum Schweigen bringen, befriedigen’, ahd. stillen ‘zum Schweigen bringen, beruhigen’ (8. Jh.), stillēn ‘ruhig werden, verstummen, nachlassen’ (10. Jh.), mhd. stillen ‘beruhigen, zur Ruhe kommen’, auch ‘einem Säugling die Brust geben’, eigentlich ‘durch Nahrung beruhigen’. Stilleben n. ‘bildliche Darstellung alltäglicher Gegenstände in künstlerischer Anordnung’ (2. Hälfte 18. Jh.), älter stilliegende Sachen (Anfang 18. Jh.), nach nl. stilleven bzw. stilstaand oder stilliggend leven; vgl. auch (ebenfalls aus dem Nl.) engl. still life, in dt. Übersetzung stilles Leben (1. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
befriedigen · stillen
Synonymgruppe
laktieren · stillen · ↗säugen
Synonymgruppe
stillen (Blutung) · zum Stillstand bringen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schließlich versucht sie ihre Lüste nur mit Ihnen zu stillen.
Bild, 21.05.2001
Schließlich sei es sehr wichtig, das Kind sechs Monate lang voll zu stillen.
Süddeutsche Zeitung, 26.01.1995
Gestillt habe ich das Kind allerdings sehr gern, zwei Jahre lang.
Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 135
Wenn diese ihren Hunger gestillt haben, fallen auch die erwachsenen Tiere über das mitgebrachte Futter her.
Natzmer, Gert von: Tierstaaten und Tiergesellschaften, Berlin: Safari-Verl. 1967, S. 155
Als die erste Neugier gestillt war, begaben sich die Frauen wieder an ihre Arbeit.
Rangnow, Rudolf: Tropenpracht und Urwaldnacht, Braunschweig: Gustav Wenzel & Sohn 1938 [1938], S. 145
Zitationshilfe
„stillen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/stillen>, abgerufen am 21.11.2019.

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