Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

stinken

Grammatik Verb · stinkt, stank, hat gestunken
Aussprache 
Worttrennung stin-ken
Wortbildung  mit ›stinken‹ als Erstglied: Stinkbombe · Stinkbude · Stinkdrüse · Stinkefinger · Stinkepeter · Stinker · Stinkfinger · Stinkfrucht · Stinkkäfer · Stinkmarder · Stinkmolch · Stinkmorchel · Stinknase · Stinkpeter · Stinkstiefel · Stinktier · Stinkwanze · stinkig
 ·  mit ›stinken‹ als Letztglied: abstinken · anstinken · erstinken
 ·  mit ›stinken‹ als Grundform: Gestank · stink-
Mehrwortausdrücke  Eigenlob stinkt · zum Himmel stinken
eWDG

Bedeutung

abwertend einen üblen Geruch haben, verbreiten
Beispiele:
die Senkgrube, der Käfig, das Rieselfeld stank
faule Eier stinken entsetzlich
das Fleisch, der Käse fing an zu stinken
es stinkt hier nach Teer, Petroleum, Schwefel, kaltem Rauch
er hat nach Bier, Schnaps, Tabak gestunken
hier stinkt es wie die Pest (= riecht es scheußlich)
salopper stank sieben Meilen, auf sieben Schritt gegen den Wind
ein pestilenzialisch stinkendes Gas
er klopfte seine stinkende Pfeife aus
salopp, übertragen
Beispiele:
die Schluderei, der Betrug, das Verbrechen stinkt zum Himmel (= ist empörend)
an dieser Sache stinkt etw. (= an dieser Sache stimmt etw. nicht, ist etw. verdächtig)
das stinkt nach Verrat (= sieht nach Verrat aus)
nach Geld stinken (= sehr reich sein)
derber stinkt vor Faulheit, Geiz (= er ist sehr faul, geizig)
derbsie ist stinkend (= sehr, überaus) faul
sprichwörtlichEigenlob stinkt (= es macht einen schlechten Eindruck, wenn man sich selbst lobt)
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stinken · erstinken · erstunken und erlogen · Stunk · Stinktier
stinken Vb. ‘üblen Geruch von sich geben, unangenehm riechen’, ahd. stinkan ‘Geruch von sich geben, duften, riechen’, auch ‘nach Fäulnis, übel riechen’ (um 800), mhd. stinken ‘(üblen) Geruch von sich geben, durch den Geruchssinn wahrnehmen’, mnd. mnl. nl. stinken ‘üblen Geruch verbreiten’, aengl. stincan ‘springen, hüpfen, stieben, Geruch verbreiten und wahrnehmen’, engl. to stink ‘üblen Geruch verbreiten’, anord. støkkva ‘springen, bersten, (be)spritzen, fliehen’, norw. støkke ‘erschrecken’, got. stigqan ‘zusammenstoßen’ (germ. *stenkwan). Herkunft ungewiß. Mit Ablautentgleisung zu den unter Stock und Stück (s. d.) angeführten Formen zur Wurzelerweiterung ie. *(s)teug- ‘stoßen, schlagen’ (Pokorny 1, 1032)? Lautlich stehen nahe lat. stinguere ‘auslöschen’, exstinguere ‘auslöschen, austrocknen, vernichten’, intransitiv ‘ausgehen (vom Feuer)’, lit. stìgti ‘entbehren’, vielleicht auch aind. táṅgati ‘strauchelt, zittert’ und tyájati ‘gibt auf, läßt im Stich’ (vgl. Seebold 472). Die Bedeutungsentwicklung dürfte dann ausgehen von ‘stoßen’, woraus über ‘spritzen, stieben’ im Westgerm. ‘ausdünsten, Geruch verbreiten’. erstinken Vb. ‘anfangen zu stinken, verfaulen’, mhd. erstinken, ahd. irstinkan ‘stark duften’ (um 1000). Dazu die Wendung erstunken und erlogen Part. Prät. ‘erdichtet, nicht der Wahrheit entsprechend, gelogen’ (16. Jh.). Stunk m. ‘Zänkerei, Streit’, späte Ablautbildung (Ende 19. Jh., südwestd., md., berlin.) zu stinken und Stank (s. Gestank), nach Vorbildern wie trinken, Trank, Trunk. Unabhängig davon asächs. stunk ‘Gestank, Geruch’. Vgl. Stunk machen ‘Streit, Ärger anfangen’. Stinktier n. Marderart, die Angreifer mit einem übelriechenden Drüsensekret bespritzt (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(die) Luft verpesten · (einen) pestilenzartigen Geruch verströmen · (einen) strengen Geruch verbreiten · bestialisch stinken · fürchterlich stinken · schlecht riechen · streng riechen · unangenehm riechen · zum Himmel stinken · übel riechen  ●  stinken  Hauptform · aus allen Knopflöchern stinken  ugs., fig. · stinken wie die Pest  ugs., Verstärkung
Unterbegriffe
  • nach Fisch riechen  ●  fischeln schweiz., österr.
Assoziationen
Synonymgruppe
(es) stimmt etwas nicht (an / mit)  ●  (es) ist etwas faul (an)  ugs., fig. · stinken (die Sache / die Geschichte ...)  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›stinken‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stinken‹.

Verwendungsbeispiele für ›stinken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und weil er damit irgendwo hineingetreten ist, stinkt es gewaltig. [Ossowski, Leonie: Die große Flatter, Weinheim: Beltz & Gelberg 1986 [1977], S. 83]
In dem Raum, in den sie nun traten, stank es fürchterlich. [Held, Kurt: Die rote Zora und ihre Bande, Aarau: Sauerländer 1989 [1941], S. 64]
Diese sind nicht mehr überall an der Macht, aber die Eier, die sie gelegt haben, stinken immer noch. [Die Zeit, 16.05.1997, Nr. 21]
Es gibt kein Fenster und es stinkt nach frischer Farbe. [Die Zeit, 21.11.2012 (online)]
Das unheimliche Tier hockte tatsächlich nicht mehr in seiner Ecke, aber es stank noch immer. [Held, Kurt: Die rote Zora und ihre Bande, Aarau: Sauerländer 1989 [1941], S. 72]
Zitationshilfe
„stinken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/stinken>.

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