sträflich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungsträf-lich
Wortbildung mit ›sträflich‹ als Erstglied: ↗Sträflichkeit  ·  mit ›sträflich‹ als Letztglied: ↗unsträflich
eWDG, 1976

Bedeutung

verurteilenswert, unverzeihlich, Strafe verdienend
Beispiele:
eine sträfliche Gedankenlosigkeit, Leichtfertigkeit
ein (geradezu) sträflicher Leichtsinn, Irrtum
sträflichen missbrauch (mit etw.), ein sträfliches Spiel (mit etw., jmdm.) treiben
sträfliche Beziehungen, Verbindungen unterhalten
eine sträfliche Vernachlässigung der elterlichen Aufsichtspflicht
es ist geradezu sträflich, solche Geschichten zu verbreiten
adverbiell
umgangssprachlich sehr
Beispiele:
jmdn. sträflich vernachlässigen
sich sträflich mit etw. blamieren
übertrieben die sträflich hübsche Evelyna Meisegeier [HartungWunderkinder13]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

strafen · Strafe · strafbar · sträflich · Sträfling
strafen Vb. ‘züchtigen, wegen begangener Delikte zur Rechenschaft ziehen’, mhd. strāfen ‘mit tadelnden Worten zurechtweisen, schelten, züchtigen, mit Leibes- oder Geldstrafe belegen’ und mnd. straffen, strāfen, mnl. nl. straffen. Herkunft unbekannt. Das Verb erscheint um 1200 im Mhd. und löst ahd. refsen ‘schelten, scharf tadeln, schlagen, strafen’ (um 800; vgl. ungirefsentlīh ‘untadelig’, 8. Jh.), mhd. reffen, refsen ‘mit Worten strafen, tadeln, schelten, züchtigen’ ab. Eine Beziehung zu afries. straf(f)ia ‘bestreiten, schelten’ bietet sich an, so daß das Verb auch aus dem Fries., Nd., Nl. ins Hd. gelangt sein kann. Ein Zusammenhang mit wenig später auftretendem spätmhd. mnl. straf (s. ↗straff), ausgehend von einer Bedeutung ‘straff, streng behandeln’, sowie Anschluß an ie. *strep-, Labialerweiterung der Wurzel ie. *(s)ter(ə)- ‘starr, steif sein’ (s. ↗starren), ist, wenngleich semantisch möglich, unsicher. Älter als die Verwendung im Sinne des körperlichen Züchtigens ist die des Scheltens und Tadelns mit Worten. Strafe f. ‘Tadel, Schelte, Sühne für ein begangenes Delikt, Züchtigung’, mhd. strāfe ‘Tadel, Schelte, Strafe, Züchtigung’, mnd. straff(e), strāfe, nl. straf. Im Dt. wenig später bezeugt als das Verb. strafbar Adj. ‘unter Strafe gestellt’ (15. Jh.). sträflich Adj. ‘strafenswert’, in älterer Sprache auch ‘zu Strafen geneigt, strafwillig’, mhd. stræflich ‘tadelnswert’. Sträfling m. ‘in einer Strafanstalt Inhaftierter, zu einer Strafe Verurteilter’ (Anfang 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
illegal · ↗kriminell · ↗mafiös · ↗rechtswidrig · sträflich · ↗ungesetzlich · ↗verbrecherisch
Assoziationen
Zitationshilfe
„sträflich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sträflich>, abgerufen am 20.10.2019.

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