straffen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung straf-fen
Wortbildung  mit ›straffen‹ als Erstglied: Straffer · Straffung
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. straff machen, spannen
Beispiele:
das Seil, die Leine, Kette, Zügel straffen
ein Leinentuch straffen
der Wind strafft die Segel
dieses Präparat übt eine straffende Wirkung auf die Haut aus
die gestrafften Muskeln seines Gesichts entspannten sich
so liegt ein Boot in starker Strömung ... und strafft seine Taue wie Saiten [ A. ZweigClaudia166]
Weißhaarig, gestrafft und federnd kommt der kleine Mann in das Arbeitszimmer [ TralowNeuhoff84]
sich straffen
Beispiele:
ich sah, wie sich die Stahlseile strafften
sein Gesicht straffte sich
wie die zerknitterte Gestalt sich plötzlich straffte [ St. ZweigAmok275]
2.
etw. auf das Wesentliche beschränken, energisch auf das angestrebte Ziel hin ausrichten
Beispiele:
die Verwaltungsarbeit (einer Behörde) straffen
einen Lehrplan, den Inhalt einer Erzählung, den Schluss eines Films, Romans straffen
sich straffen
Beispiel:
[daß] die lyrische Grundhaltung seiner künstlerischen Aussagen sich immer mehr straffte [ Bild. Kunst1956]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

straff · straffen
straff Adj. ‘angespannt, gedehnt’, spätmhd. straf ‘hart, streng’, mnl. nl. straf. Herkunft ungewiß. Zusammenhang des erst spät bezeugten Wortes mit (ebenfalls erst relativ spät belegbarem) strafen (s. d.) ist nicht zu sichern. Semantisch jedenfalls scheint eine Verbindung zur Wurzel ie. *(s)ter(ə)- ‘starr, steif sein’ (s. starren) denkbar. Vgl. das lautlich nahestehende, unter streben (s. d.) angeführte mnd. strif ‘angespannt, steif, starr’, stref ‘straffgespannt, fest angezogen (von Sehnen), starr, steif, kräftig, standhaft’. straffen Vb. ‘straff machen, fest anziehen, die Spannung erhöhen’ (18. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›straffen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›straffen‹.

Verwendungsbeispiele für ›straffen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie sind gezwungen, die Kosten mehr denn je zu straffen.
Süddeutsche Zeitung, 09.11.1999
Auch bei der Graphik zeigt sich die Tendenz, die Auswahl qualitativ zu straffen.
Die Zeit, 30.05.1975, Nr. 23
Mittendrin aber schüttelt sie etwas von sich ab, strafft sich zur Höhe und wischt sich rasch über die Augen.
Christ, Lena: Die Rumplhanni. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1917], S. 17645
So bringe ich Ihnen die Texte inhaltlich gestrafft, doch keineswegs etwa entstellt oder aufgemotzt, zur Kenntnis.
Schröter, Heinz: Ich, der Rentnerkönig, Genf: Ariston 1985, S. 20
Er sah dem Panzerspähwagen gestrafft entgegen, nicht beklommen, sondern nur gestrafft.
Lenz, Siegfried: Deutschstunde, Hamburg: Hoffmann u. Campe 1997 [1968], S. 341
Zitationshilfe
„straffen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/straffen>, abgerufen am 21.09.2021.

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