strammstehen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungstramm-ste-hen
Wortzerlegungstrammstehen
eWDG, 1976

Bedeutung

in strammer Haltung stehen, Haltung annehmen
Beispiele:
die Wachen mußten vor mir strammstehen [SeghersTransit5,203]
wie die Soldaten an die Wände flitzten und strammstanden [WelkHeiden246]
salopp, bildlich
Beispiele:
vor seiner Frau muss er strammstehen (= bei ihr hat er nichts zu sagen, sie hat das Kommando)
wegen dieser Leistung muss man vor ihm strammstehen (= ihm Hochachtung bezeugen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stramm · strammstehen · strammziehen
stramm Adj. ‘straff, fest gespannt, prall, kräftig’. Seit dem Anfang des 15. Jhs. belegtes mnd. stram, vereinzelt auch stramp ‘straff gespannt, steif, steil, hochaufgerichtet’ ist zu Ende des 17. Jhs. auch in hd. Wörterbüchern nachweisbar und wird im 18. Jh. von Schriftstellern nd. Herkunft, immer noch als mundartlich geltend, im Hd. verbreitet, setzt sich aber im 19. Jh., wohl durch die Militärsprache, allgemein durch. Es kann (bei m(m) aus mb, wie das vereinzelte mnd. Zeugnis nahelegt) mit nl. stram ‘stark, steif, gespannt’, anord. -strambr (in hafstrambr eine Walart), isl. strembinn ‘mühevoll, schwierig, schwer verdaulich’, norw. (mundartlich) stremben ‘aufgebläht’, stremba ‘spannen, Brust oder Magen aufblähen’, den unter ↗strampeln (s. d.) und ↗Strumpf (s. d.) verzeichneten Formen und lit. stram̃pas ‘Knüttel’, apreuß. strambo ‘Stoppel’ auf ie. *stremb-, *stremp- zurückgeführt werden, eine nasalierte Labialerweiterung der unter ↗starren (s. d.) genannten Wurzel ie. *(s)ter(ə)- ‘starr, steif sein’. de Vries Nl. 707 möchte allerdings in dem relativ spät bezeugten Wort eine sekundäre Bildung (ähnlich straff) annehmen. Im Hd. wird in allgemeiner Verwendung straff bevorzugt. Jedoch bildet stramm die Verbalkomposita strammstehen Vb. ‘militärisch geradestehen’ und strammziehen Vb. ‘straffziehen’ (beide 19. Jh.); vgl. die Hosen strammziehen ‘durch Schläge bestrafen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Haltung annehmen · in Grundstellung gehen · stramm stehen · strammstehen  ●  (die) Grundstellung einnehmen  militärisch
Assoziationen
  • (militärisch) grüßen · ↗salutieren  ●  (die) Hand an den Mützenrand legen  variabel · (die) Hand an die Schläfe legen  variabel · (sich) mit zwei Fingern an die Stirn tippen  variabel

Typische Verbindungen
computergeneriert

Offizier marschieren nackt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›strammstehen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er mußte strammstehen ab 5 Uhr, den ganzen Tag, und den Kopf hoch, Burmester, den Kopf hoch, verdammt nochmal.
Süddeutsche Zeitung, 14.07.2001
Zeitweise sei er gezwungen worden, jeden Abend nackt vor seinen Wärtern strammzustehen.
Die Zeit, 15.12.2011 (online)
Allerdings habe Bush dies verschuldet, indem er versuche, in der Irak-Frage sämtliche Nationen strammstehen zu lassen wie im Warschauer Pakt.
Die Welt, 05.03.2003
Daß ich heute im Dienst vor jedem Scharführer strammstehen muß, das verdanke ich ihm.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1960], S. 44
Um die literarische Abrundung meiner Vorstellung bemüht, sah ich mich in Unterhosen strammstehen, zitternd in der eisigen Zugluft, jedoch unbeugsam.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 219
Zitationshilfe
„strammstehen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/strammstehen>, abgerufen am 23.04.2019.

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