stranden

Grammatik Verb · strandet, strandete, ist gestrandet
Aussprache 
Worttrennung stran-den
Wortbildung  mit ›stranden‹ als Erstglied: ↗Strandung
eWDG, 1976

Bedeutung

auf Grund auflaufen
Beispiele:
ein Schiff ist gestrandet
wir kamen vom Fahrwasser ab und strandeten
gehoben, übertragen scheitern
Beispiele:
er ist (in seinem Beruf) gestrandet
die melancholische Klage eines jener österreichischen Raunzer, die gestrandet sind, bevor sie recht in See stachen [ Weiskopf8,181]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Strand · stranden · Strandgut
Strand m. ‘vom Meer bespülter Küstenstreifen, Sandstreifen am Meer’, mhd. strant, von Seeleuten der Ostsee (Ende 13. Jh.) aus dem Skandinav. entlehnt, zuerst in der Literatur des Deutschen Ordens, also im Nordosten des dt. Sprachgebietes und von da nach Westen vordringend, vgl. mnd. mnl. strant, nl. strand, dann (17. Jh.) auch bei obd. Autoren. Anord. strǫnd ‘Strand, Küste’, schwed. strand (germ. *stranda-, *strandu-) und (ablautend) anord. strind ‘Kante, Seite, Rand’ stellen sich als ‘ausgebreiteter Streifen’ zu der unter ↗streuen (s. d.) angeführten Wurzel ie. *ster(ə)- ‘ausbreiten, (aus)streuen’. de Vries Nl. 708 möchte lieber von einer Bedeutung ‘Trennlinie’ (zwischen Wasser und Land) ausgehen und daher an die Wurzelbedeutung ‘Streifen, Strich’ (s. ↗Strahl, ↗streichen, ↗Strich, ↗Streifen) anknüpfen. Auch aengl. engl. (älter) strand stammen wohl aus dem Skandinav. Dem Dt. eigene, ältere Bezeichnungen sind ↗Gestade und ↗Ufer (s. d.). stranden Vb. ‘auf den Strand oder eine Untiefe geraten’ (15. Jh.), ‘scheitern, Mißerfolg haben’ (17. Jh.). Strandgut n. ‘am Strand angespülte (vornehmlich aus einem Schiffbruch stammende) und daher herrenlose Gegenstände’ (17. Jh.), übertragen ‘herrenlos Zurückgebliebenes’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Assoziationen
  • gestrandet sein · ↗kleben bleiben · nicht (wieder) wegkommen · nicht weiterkommen  ●  ↗(irgendwo) festsitzen  auch figurativ · ↗hängen bleiben  fig. · ↗hängenbleiben  fig.
  • auf dem Trockenen sitzen  ugs. · aufgeschmissen sein  ugs.
  • (es ist) kein Fortschritt erkennbar · es gibt kein Vorwärtskommen · es gibt kein Weiterkommen · ↗festhängen · ↗feststecken · nicht vom Fleck kommen · ↗nicht von der Stelle kommen · nicht vorankommen · nicht vorwärtskommen · nicht weiterkommen  ●  (sich) im Kreis drehen  fig. · an einem toten Punkt sein  fig. · ↗auf der Stelle treten  fig. · in der Sackgasse stecken  fig. · in einer Sackgasse gelandet sein (mit)  fig.
  • (irgendwo) hängenbleiben · nicht loskommen · sich nicht loseisen können · sich nicht losreißen können
  • (irgendwo) stranden  fig. · ↗(jemanden an einen Ort) verschlagen  Hauptform · hingekommen sein  ugs. · ↗landen  ugs., fig. · ↗unterkommen  ugs.
  • (eine) Panne haben · ↗liegen bleiben · ↗liegenbleiben  ●  nicht weiterfahren können  Hauptform
  • (es) zu nichts bringen · (es) zu wenig bringen  ●  (im Leben) nicht weiterkommen  fig., variabel · auf keinen grünen Zweig kommen  fig. · ↗herumkrebsen  fig. · nicht vorwärtskommen  fig., variabel · kein Bein auf die Erde kriegen  ugs., fig., variabel
Synonymgruppe
(irgendwo) stranden  fig. · ↗(jemanden an einen Ort) verschlagen  Hauptform · hingekommen sein  ugs. · ↗landen  ugs., fig. · ↗unterkommen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(auf etwas) fahren · auf Grund laufen · ↗auffahren (auf) · ↗auflaufen · stranden
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›stranden‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stranden‹.

Verwendungsbeispiele für ›stranden‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vielleicht haben wir über Nacht die Erde verlassen und sind auf dem Mars gestrandet?
Der Tagesspiegel, 23.03.2002
Schlimmer ist ein groß geplantes Unternehmen schon lange nicht mehr gestrandet.
Die Zeit, 23.09.1999, Nr. 39
Er strandete dort, nach der Welle seines Lebens, vor ihren Füßen.
Kopetzky, Steffen: Grand Tour, Frankfurt am Main: Eichborn 2002, S. 1003
Das Unternehmen strandete infolgedessen schnell, und sein Urheber starb zudem noch bald.
Heuß, Alfred: Das Zeitalter der Revolution. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 20490
Mannschaft, die vom Kurs abgetrieben landete, mehr strandete, fand selten den Weg zurück.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 2, Berlin: Aufbau-Verl. 1955, S. 340
Zitationshilfe
„stranden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/stranden>, abgerufen am 28.11.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Stranddistel
Strandcasino
Strandcafé
Strandburg
Strandbad
Strandfest
Strandflieder
Strandfloh
Strandfunk
Strandgang