Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

strapaziös

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung stra-pa-zi-ös
GrundformStrapaze
Herkunft Strapaze, vgl. gleichbedeutend strapazzosoital
eWDG

Bedeutung

mit Strapazen verbunden, anstrengend
Beispiele:
eine strapaziöse Reise, Fahrt, (Gebirgs)wanderung
ein strapaziöser Marsch
er hat strapaziösen Dienst
Am strapaziösesten war die Infanterieausbildung [ NollHolt1,410]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Strapaze · strapazieren · strapaziös
Strapaze f. ‘große Anstrengung’, entlehnt (17. Jh.) aus ital. strapazzo m. ‘Abarbeitung, Quälerei, schlechte Behandlung’, zu ital. strapazzare ‘mißhandeln, schlecht behandeln, pfuschen’, dessen Herleitung unsicher ist. Mit hoher Wahrscheinlichkeit kann man in dem ital. Verb eine Bildung mit steigerndem ital. stra- ‘überaus, äußerst’ (lat. extrā ‘außerhalb’) zum Präsensstamm des Verbs lat. patī ‘(er)dulden, sich gefallen lassen, hinnehmen, (er)leiden’ sehen. Im Dt. ist Strapatz, dem Ital. folgend, zunächst Mask., seit dem 18. Jh., vielleicht unter Einfluß von Anstrengung, Mühe, Qual, gilt fem. Genus. – strapazieren Vb. ‘sehr beanspruchen’, (reflexiv) ‘sehr anstrengen, sich abarbeiten’ (17. Jh.), ital. strapazzare. strapaziös Adj. ‘sehr anstrengend’ (19. Jh.), französierende Bildung zu Strapaze, wohl nach gleichbed. ital. strapazzoso.

Thesaurus

Synonymgruppe
anspruchsvoll · anstrengend · aufwendig · aufwändig · belastend · fordernd · mühsam · mühselig · schwierig · strapaziös · voll Plackerei  ●  beschwerlich  geh. · heavy  ugs., Anglizismus
Synonymgruppe
anstrengend · auszehrend · beschwerlich · hart · kraftraubend · kraftzehrend · kräftezehrend · mit Mühe verbunden · mühevoll · mühsam · mühselig · schlauchend · schweißtreibend · schwer · strapaziös  ●  (eine) Herausforderung  verhüllend · kein Sonntagsspaziergang  ugs., fig. · kein Zuckerlecken  ugs., fig. · kein Zuckerschlecken  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (das Leben ist) kein Kindergeburtstag  fig. · (das Leben ist) kein Ponyhof  fig. · (das ist hier) kein 'Wünsch dir was'  fig. · (wir sind hier) nicht bei 'Wünsch dir was'  fig. · kein Wunschkonzert  fig. · Das Leben ist hart.  ugs., auch ironisch, Gemeinplatz
  • da kommt was auf uns zu · das wird kein Sonntagsspaziergang · mach dich auf was gefasst

Typische Verbindungen zu ›strapaziös‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›strapaziös‹.

Verwendungsbeispiele für ›strapaziös‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Muss man über den strapaziösen Inhalt nur ein Wort mehr verlieren? [Die Zeit, 17.02.2008 (online)]
Was denn nun eigentlich strapaziöser, war, wagt man schon gar nicht mehr zu fragen. [Die Zeit, 18.05.1973, Nr. 21]
Man könnte ein Buch lesen, aber die Literatur ist leider manchmal strapaziös. [Süddeutsche Zeitung, 14.08.2004]
Denn selten hat es für Alba eine derart strapaziöse Phase gegeben. [Die Welt, 04.11.2002]
Ich könnte doch zu Hause sitzen und eine andere, nicht so strapaziöse Arbeit machen. [Der Spiegel, 16.12.1996]
Zitationshilfe
„strapaziös“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/strapazi%C3%B6s>.

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