Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

strebsam

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung streb-sam
Wortzerlegung streben -sam
Wortbildung  mit ›strebsam‹ als Erstglied: Strebsamkeit
eWDG

Bedeutung

fleißig und zielbewusst auf das eigene berufliche, gesellschaftliche Fortkommen hinarbeitend
Beispiele:
ein strebsamer Mensch, Schüler
sie ist sehr fleißig und strebsam
»Mädchen, nimm dir einen soliden und strebsamen Arbeiter …« [ BredelVäter311]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

streben · Strebe · verstreben · Strebebogen · Strebepfeiler · Streber · strebsam · widerstreben
streben Vb. ‘auf eine körperliche oder geistige Vorwärtsbewegung gerichtet sein, seine Bemühungen auf etw. richten, wonach trachten’. Das nur im Dt. und Nl. bezeugte schwache Verb ahd. streben, strebōn ‘sich regen, bewegen’ (11. Jh.), mhd. streben (md. auch streven) ‘sich heftig bewegen, zappeln, Widerstand leisten, sich aufrichten, abmühen, kämpfen, starren, steif sein, strotzen’, mnd. strēven ‘zappeln, sich bewegen, sich bemühen, starr in eine Richtung weisen, sich auflehnen’, mnl. strēven ‘nach etw. trachten, sich widersetzen’, nl. streven steht deverbativ neben einem resthaft belegten gleichbed. stark flektierenden Verb mhd. *strīben (vgl. bezeugtes strep, gestreben) und wahrscheinlich nl. (älter) strijven ‘streben, streiten’. Verwandt ist das Adjektiv mnd. strif ‘angespannt, steif, starr’, stref ‘straffgespannt, fest angezogen (von Sehnen), starr, steif’. Vergleichbar ist griech. striphnós (στριφνός) ‘dicht, fest, hart’, so daß auf eine Labialerweiterung ie. *strē̌ibh- der unter starren (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *(s)ter(ə)-, *(s)trē- ‘starr, steif sein’ zurückgegangen werden kann. Möglicherweise sind im Verb streben zwei ursprünglich getrennte, wenn auch zu einer Wurzel gehörende Bildungen zusammengefallen, die sich in älterer Zeit nach ihren Bedeutungen trennen lassen; einmal ‘starren, steif sein, emporragen’ (bis 15. Jh.), dem Adjektiv mnd. strif, stref (s. oben) nahestehend, zum anderen ‘(sich) regen, bewegen’ auf ein ursprünglich räumliches Ziel zu, auch gegen Widerstand, bereits früh (mhd. beginnend) übertragen auf Gedanken und willensbestimmte Handlungen. – Strebe f. ‘Stützpfeiler, Querbalken’ (16. Jh.), anfangs ‘schräge Neigung von Wand- und Mauerflächen’; vgl. mhd. widerstrebe ‘Widerstand’. verstreben Vb. ‘mit Stützbalken versehen’ (19. Jh.), von Strebe abgeleitet. Unabhängig davon mhd. verstreben ‘strebend überwinden’. Strebebogen m. ‘bogenförmige Stütze’ (16. Jh.), in gotischen Kirchen ‘frei schwebender Bogen, der den Schub vom Mittelschiff zu den Strebepfeilern des Seitenschiffs herableitet’ (19. Jh.). Strebepfeiler m. ‘Stützpfeiler’ (15. Jh.). Streber m. ‘wer sich um ein Ziel bemüht’ (18. Jh.), meist abschätzig ‘Ehrgeizling’, vor allem in der Schülersprache (19. Jh.), älter ‘(Wider)streiter’ (16. Jh.). strebsam Adj. ‘beharrlich und fleißig ein Ziel verfolgend’ (Anfang 19. Jh.). zielstrebig Adj. ‘sich um ein bestimmtes Ziel bemühend, zweckgerichtet’ (19. Jh.). widerstreben Vb. ‘Widerstand leisten, sich sträuben, zuwider sein’, mhd. widerstreben.

Thesaurus

Synonymgruppe
Synonymgruppe
ambitioniert · aufstrebend · erfolgshungrig · karrierebewusst · strebsam · zielstrebig  ●  ehrgeizig (Person)  Hauptform · karrieregeil  ugs., abwertend · will nach oben  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›strebsam‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›strebsam‹.

Verwendungsbeispiele für ›strebsam‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Warum will man einem so strebsamen Stand nicht das Recht einräumen, seine Arbeit selbst zu beurteilen? [Allgemeine Deutsche Lehrerzeitung, 1901, Nr. 1, Bd. 53]
Auch als besonders strebsam hat er die Deutschen nicht erfahren. [Die Zeit, 31.12.2012 (online)]
Die Welt, ergänzte noch ein besonders strebsamer Scholar, die Welt ist ja alles, was der Fall sein könnte. [Süddeutsche Zeitung, 03.01.2001]
Sie war viel zu clever, viel zu strebsam, um eine liebende First Lady zu sein. [Süddeutsche Zeitung, 05.09.1998]
Ein ordentlicher Garten, in dem alles eine Linie ergibt, will nur strebsame Bäume. [Süddeutsche Zeitung, 03.04.1995]
Zitationshilfe
„strebsam“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/strebsam>.

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