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streicheln

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung strei-cheln
Wortbildung  mit ›streicheln‹ als Erstglied: Streicheleinheit · Streichelwiese · Streichelzoo
eWDG

Bedeutung

jmdn., etw. streichelnmit der Hand sanft, liebkosend über jmdn., etw. streichen
Beispiele:
die Mutter streichelt ihr Kind
er streichelte zärtlich ihren Arm, streichelte ihr die Hände
gehobener streichelte ihr die Wange
(über) jmds. Haar, Kopf streicheln
er sehnte sich nach dem Streicheln ihrer Hände
ein Tier streicheln
umgangssprachlichlässt sich dieser Hund streicheln?
sie streichelte der Katze das Fell
bildlich
Beispiele:
der Wind, die warme Luft streichelte ihr Gesicht
streichelnde Blicke, Worte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

streicheln Vb. ‘wiederholt und sanft (als Liebkosung) mit der Hand über etw. hinstreichen’ (14. Jh.), mit deminutiv-iterativem l-Suffix zu gleichbed. ahd. streihhōn (um 1000), mhd. streichen ‘streifen, berühren, streicheln, glattstreichen, pflegen’ gebildet. Dieses schwache Verb fällt im Frühnhd. mit dem aus ahd. strīhhan, mhd. strīchen (s. streichen) hervorgegangenen starken Verb durch Diphthongierung von ī zu ei in den Präsensformen lautlich zusammen, wird daraufhin aufgegeben und durch streicheln ersetzt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Zärtlichkeiten austauschen · an die Brust drücken · herzen · kraulen · kuscheln · liebkosen · schmiegen · schmusen · streicheln · tätscheln  ●  ei, ei machen  ugs. · herumschmusen  ugs.
Synonymgruppe
dahinsäuseln · fächeln · leicht wehen · sanft wehen · streichen · streifen · säuseln  ●  streicheln  fig.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Streicheleinheiten geben · sanft streichen über · streicheln · zärtlich berühren

Typische Verbindungen zu ›streicheln‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›streicheln‹.

Verwendungsbeispiele für ›streicheln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Mann streckte seine gefesselten Hände nach ihr aus, als wolle er sie streicheln. [Boie, Kirsten: Skogland, Ort: Hamburg 2005, S. 167]
Wie kann der sich so regungslos von mir die Füße streicheln lassen? [Merian, Svende: Der Tod des Märchenprinzen, Hamburg: Buntbuch-Verl. 1980 [1980], S. 123]
Sie streichelten die Geräte, als sie sie wiedersahen, und ein Kind küßte die Kamera. [Der Spiegel, 23.04.1990]
Er sieht süß aus, alle wollen ihn streicheln, das darf man keinesfalls zulassen. [Die Zeit, 12.06.2012, Nr. 11]
Es zuckte ihr in den Händen, leise liebkosend über das dichte Haar zu streicheln. [Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 54]
Zitationshilfe
„streicheln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/streicheln>.

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