stricken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungstri-cken
Wortbildung mit ›stricken‹ als Erstglied: ↗Strickapparat · ↗Strickarbeit · ↗Strickart · ↗Strickbeutel · ↗Strickgarn · ↗Strickhandschuh · ↗Strickjacke · ↗Strickkleid · ↗Strickkostüm · ↗Strickleiter · ↗Strickmaschine · ↗Stricknadel · ↗Strickstrumpf · ↗Strickware · ↗Strickwolle · ↗Strickzeug
 ·  mit ›stricken‹ als Letztglied: ↗abstricken · ↗anstricken · ↗einstricken · ↗mitstricken · ↗umstricken
 ·  mit ›stricken‹ als Grundform: ↗bestricken1 · ↗bestricken2 · ↗verstricken
 ·  formal verwandt mit: ↗Gestrick · ↗handgestrickt · ↗maschinengestrickt · ↗rundgestrickt · ↗selbstgestrickt
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
einen Faden mit der Stricknadel zu Maschen verschlingen
Beispiele:
sie strickte jeden Tag fleißig
zwei rechts, zwei links (= zwei rechte und zwei linke Maschen im Wechsel) stricken
an einem Pullover stricken
2.
etw. durch 1 herstellen
Beispiele:
einen Strumpf, Schal stricken
eine gestrickte Decke, Weste
gestrickte Strümpfe
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Strick · Fallstrick · stricken · bestricken · Strickzeug
Strick m. ‘kurzes, gedrehtes Seil, kräftige Schnur’, nur dt. und nl. Ahd. stric ‘(Fang)schlinge’ (8. Jh.), mhd. stric ‘Schlinge, Fessel, Fallstrick, Seil’, mnd. strik ‘derbe Schnur, Fangnetz, Falle’, mnl. stric, strec, stricke, nl. strik, auch ‘Knoten, geknüpfte Schleife’ führen auf (expressives kk aufweisendes) westgerm. *strikka-, das sich mit lat. stringere (strictum) in der Bedeutung ‘straff anziehen, zusammenbinden, schnüren’ (vgl. strictus ‘straff’) zu ie. *streig- ‘steif, straff, zusammendrehen, Strick’ stellt, wohl eine Erweiterung der unter ↗starren (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *(s)ter(ə)- ‘starr, steif sein’. Im Sinne von ‘Fangschlinge’ hält sich Strick in der Jägersprache (bei Vogel- und Wildfang) bis ins Nhd., wird aber schließlich von Schlinge abgelöst. Seit mhd. Zeit zunehmend für ‘Seil, kräftige Schnur’, vgl. wenn alle Stricke reißen ‘im äußersten Notfall’ (18. Jh.); dann auch ‘Strang des Henkers’, vgl. den Strick (‘Tod am Galgen’) verdient haben (18. Jh.), jmdm., sich einen Strick drehen ‘auf sein Verderben hinarbeiten’ (16. Jh.). Aus der Übertragung auf eine Person (Strick ‘einer, der den Galgenstrick verdient hat’, 16. Jh.) entwickelt sich ‘Tunichtgut, Schlingel’, meist von Kindern (ebenfalls 16. Jh.). Fallstrick m. ‘Schlinge, Strick, der zu Fall bringt’ (16. Jh.). stricken Vb. ‘einen Faden zu einem Maschengewebe verknüpfen’ (mit Stricknadeln), ahd. stricken ‘eine Schlinge, einen Knoten knüpfen’ (um 1000), mhd. stricken ‘(Stricke) zusammenfügen, verknüpfen (zu Netzen für Fisch- und Vogelfang), festschnüren, heften, schlingen, binden, stricken’. bestricken Vb. ‘umgarnen, bezaubern, betören’, eigentlich ‘mit Stricken, mit Netzen fangen’, ahd. bistricken ‘zusammenbinden, schnüren’ (8. Jh.), mhd. bestricken ‘(mit einem Strick) fangen, fesseln’, bildlich ‘umgarnen, betören, für sich einnehmen’. Strickzeug n. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
handarbeiten · ↗knüpfen · stricken

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dolchstoßlegende Legende Masche Muster Mütze Nadel Pulli Pullover Pulswärmer Rückreihe Schal Socke Socken Streifenmuster Strumpf Verschwörungstheorie Wolle Wollpullover abstricken einstricken häkeln mitstricken nähen rechts sticken stricken umstricken weben weiterstricken zusammenstricken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stricken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Klar kann man auch einen Tisch schreinern, aber wenn man sich für Mode interessiert, warum sollte man nicht stricken?
Die Zeit, 05.01.2009, Nr. 01
Ja Ernst es ist sehr lieb von Dir gedacht, aber wenn ich nicht schreibe, dann stricke ich.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 15.02.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
An einem der niedrigen Fenster sitzt eine alte Frau und strickt an einem Schal.
Völkischer Beobachter (Berliner Ausgabe), 04.03.1934
Wenn sie nicht spielt: malt sie oder tischlert oder stickt oder strickt oder... sie ist unerschöpflich.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1930. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1930], S. 168
Ich sitze oft abends, wenn sie schlafen, bis 10 oder 11 Uhr hier und stricke, nähe oder stopfe.
Brief von Friedchen
Zitationshilfe
„stricken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/stricken>, abgerufen am 20.10.2019.

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