strolchen

Grammatik Verb · strolcht, strolchte, ist gestrolcht
Aussprache 
Worttrennung strol-chen
Wortbildung  mit ›strolchen‹ als Letztglied: herumstrolchen · umherstrolchen
eWDG

Bedeutung

ziellos und müßig umherlaufen, umherstreifen
Beispiele:
durch den Wald, die Stadt, Straßen strolchen
durch die Welt strolchen
alle zusammen strolchten wir abends durch die kleinen Lokale am Montmartre [ DurieuxTür161]
sich herumtreiben
Beispiel:
Jugendliche strolchten in Banden [ KoeppenAmerikafahrt38]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Strolch · strolchen
Strolch m. ‘Landstreicher, Spitzbube, Lump’, zuerst (Anfang 17. Jh.) als gaunersprachlicher Ausdruck (nach älterem Strölchling, 16. Jh.), danach (17./18. Jh.) vor allem bei schweiz. und südwestd. Schriftstellern belegt, schließlich (seit 19. Jh.) allgemein literatursprachlich. Herkunft unbekannt. Vielleicht mit Gutturalerweiterung aus alem. strollen ‘ziellos umherstreifen’, Stroll ‘Landstreicher’ hervorgegangen. Storfer Wörter (1935) 336 f. glaubt, daß ital. astrologo ‘Astrologe, Sterndeuter, Prophet’ (s. Astrologe), lombard. strolago, strolegh ‘Astrologe im Heerestroß, Gaukler, Vagabund’ (vgl. ital. strolago ‘Astrologe’, auch ‘böser, pfiffiger Mensch’) im 15. und 16. Jh. durch schweizerische und schwäbische Landsknechte in die alem. Mundarten aufgenommen und zu Strolch umgebildet wurde. strolchen Vb. ‘sich herumtreiben, umherstreifen’ (18. Jh., seit dem 19. Jh. auch literarisch).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sein) Unwesen treiben · frei schweifen · herumstreunen · herumstrolchen · herumstromern · herumvagabundieren · herumziehen · streunen · strolchen · stromern · um die Häuser ziehen · vagabundieren  ●  (ziellos) herumlaufen  Hauptform · (sich) herumtreiben  ugs. · (ziellos) rumlaufen  ugs. · herumstreunern  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›strolchen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Wagen mit einer ausländischen Nummer strolchte über eine Schuttstraße. [Koeppen, Wolfgang: Das Treibhaus. In: ders., Drei Romane, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 [1953], S. 359]
Zehn Minuten später strolchte ein junger Arbeiter durch die Gänge des Lyzeums. [Spoerl, Heinrich: Die Feuerzangenbowle, München: Piper o.J. [1933], S. 167]
Macht es noch Spaß, durch ein solches Museum zu strolchen? [Die Zeit, 05.02.2001, Nr. 06]
Ich strolchte gerne durch Amman. Bereits nach wenigen Tagen kannten mich etliche Jordanier. [Die Zeit, 16.02.2006, Nr. 08]
Sie sind alle aus Berlin, nur am Wochenende strolchen sie hier durch den Wald. [Süddeutsche Zeitung, 26.06.1996]
Zitationshilfe
„strolchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/strolchen>.

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