stromern

GrammatikVerb · stromerte, ist/hat gestromert
Aussprache
Worttrennungstro-mern
Wortbildung mit ›stromern‹ als Letztglied: ↗herumstromern · ↗rumstromern · ↗umherstromern
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›ist‹
umgangssprachlich durch etw. stromernumherstreifen, etw. ohne bestimmtes Ziel durchwandern
Beispiel:
durch eine Stadt, den Wald stromern
2.
mit Hilfsverb ›hat‹
umgangssprachlich, abwertend sich herumtreiben
Beispiel:
Martin, Johannes und Traugott waren eigentlich nur zufällig dabei, sie hatten gestromert und waren ... den flüchtenden Kindern nachgerannt [WelkHeiden188]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stromer · stromern
Stromer m. ‘Landstreicher, Strolch’, zuerst 1350 (mit dem Interpretament kelsnyder) in einer rotw. Quelle bezeugt, gelangt im 18. Jh. in die Studentensprache und wird danach umgangssprachlich. Der Ausdruck ist wohl zu mhd. strūmen, strōmen ‘strömen, hin und her fahren, stürmend einherziehen, verzweifeln’ gebildet, vgl. rotw. stromen, strömen ‘umhertreiben’, möglicherweise verwandt mit der unter ↗Strom (s. d.) behandelten Wortgruppe. Oder ist rotw. stromen, Stromer (mit ¹DWB 10, 4, 59) als Ableitung von rotw. Strom ‘Bordell, Hurenhaus’ (belegt seit 1510) aufzufassen, einem Wort unbekannter Herkunft? stromern Vb. ‘sich herumtreiben, umherstrolchen’ (19. Jh.), älteres stromen (s. oben) verdrängend.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sein) Unwesen treiben · frei schweifen · ↗herumstreunen · ↗herumstrolchen · ↗herumstromern · ↗herumvagabundieren · ↗herumziehen · ↗streunen · ↗strolchen · stromern · um die Häuser ziehen · ↗vagabundieren  ●  ↗(ziellos) herumlaufen  Hauptform · ↗(sich) herumtreiben  ugs. · ↗(ziellos) rumlaufen  ugs. · herumstreunern  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
herumlaufen · ↗herumstreichen · ↗laufen · ↗streichen · ↗streifen · stromern · ↗umherstreichen · ↗umherstreifen · ↗ziehen  ●  ↗schnüren  fig. · ↗strawanzen  bair., österr.
Oberbegriffe
  • einen Fuß vor den anderen setzen · ↗gehen · ↗laufen  ●  zu Fuß gehen  Hauptform · ↗latschen  ugs., salopp · zu Fuß laufen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gang Gegend Hund Wald herum herumstromern umher vorbei

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stromern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dieser hatte sich schon vor Jahren von seiner Frau getrennt und stromerte durch das Land.
Süddeutsche Zeitung, 08.12.2000
Der elfjährige Junge stromerte durch den Wald in der Nähe seines südrussischen Dorfes.
Die Zeit, 14.04.2013, Nr. 15
Ein Monolog von einem, der ein Zimmer für die Nacht sucht, herum stromert, so ganz ohne Geld.
Die Welt, 27.02.2004
Nach der Schule stromerte er mit seinen Freunden durch die umliegenden Wälder.
Bild, 02.12.1999
Einstmals, ich entsinne mich daran noch aus meiner Jugendzeit, stromerten viele verbrecherische und sonstig verdächtige Elemente ohne Papiere durch die Welt.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1960]
Zitationshilfe
„stromern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/stromern>, abgerufen am 24.03.2019.

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