stumpfsinnig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungstumpf-sin-nig
WortzerlegungStumpfsinn-ig
Wortbildung mit ›stumpfsinnig‹ als Erstglied: ↗Stumpfsinnigkeit
eWDG, 1976

Bedeutungen

entsprechend der Bedeutung von Stumpfsinn (1)
Beispiele:
ein stumpfsinniger Mensch
seine Schweigsamkeit ließ uns erst spät erkennen, wie stumpfsinnig er war
er konnte stundenlang stumpfsinnig Karten spielen
diese Tätigkeit kann einen stumpfsinnig machen
entsprechend der Bedeutung von Stumpfsinn (2)
Beispiel:
eine stumpfsinnige Tätigkeit
entsprechend der Bedeutung von Stumpfsinn (3)
Beispiel:
sie sangen ein stumpfsinniges, gänzlich inhaltsloses Lied
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stumpf · stumpfen · abstumpfen · Stumpfheit · stumpfsinnig · Stumpfsinn
stumpf Adj. ‘ohne Spitze, nicht scharf’, ahd. stumph (Hs. 12. Jh.), mhd. stumpf, (md.) stump ‘verstümmelt, gestutzt, unvollkommen, übel’, mnd. stump, mnl. nl. stomp. Das nur im Dt. und Nl. heimische Adjektiv stellt sich mit ↗Stumpf, ↗Stümper und (ablautend) ↗Stempel (s. d.) sowie lit. stùmbas ‘Strunk, Stamm’, stimburỹs ‘Schwanzstumpf, Stummel’ zu der unter ↗stampfen (s. d.) angegebenen Variante ie. *stemb- der unter ↗Stab (s. d.) genannten Wurzel. Die älteste Bedeutung ist ‘verstümmelt, verkürzt’. In der Mathematik stumpfer Winkel (um 1400), d. h. ‘nicht spitzer, sondern breiter, weiter Winkel’ (wohl Übersetzung von lat. angulus obtūsus). stumpfen Vb. ‘stutzen, beschneiden, stumpf machen’, mhd. stumpfen. abstumpfen Vb. ‘stutzen, stumpf machen bzw. werden’ (16. Jh.), übertragen ‘abschwächen, unempfindlich, gefühllos machen bzw. werden’ (Ende 18. Jh.). Stumpfheit f. ‘Zustand des Stumpfseins’, spätmhd. stump-, stumpfheit; überwiegend übertragen (seit Ende 18. Jh.) auf die körperliche und geistige menschliche Haltung der ‘Unempfindlichkeit, Trägheit, mangelnden Reaktionsfähigkeit’. stumpfsinnig Adj. ‘geistesschwach, dumm’ (15. Jh.; vgl. mhd. stumpfer sin), ‘geistig uninteressiert und träge, gefühllos’ (18. Jh.); daraus rückgebildet Stumpfsinn m. ‘Geistesschwäche’ (Ende 18. Jh.), dann besonders ‘geistige Trägheit, Teilnahmslosigkeit’, auch ‘Langweiligkeit, Monotonie’.

Thesaurus

Synonymgruppe
begriffsstutzig · ↗denkfaul · ↗langsam (im Kopf) · stumpfsinnig  ●  ↗dösig  ugs. · ↗schlafmützig  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
eintönig · ↗geisttötend · ↗gleichförmig · ↗langweilig · ↗monoton · ohne Abwechslung · stumpfsinnig · ↗stupide  ●  ↗einfältig  geh., selten · ↗tumb  geh.
Assoziationen
  • (geistig) beschränkt · ↗(geistig) minderbemittelt · ↗blöd · ↗blöde · ↗dämlich · geistig nicht (mehr) auf der Höhe · ↗idiotisch · ↗irrsinnig · keinen Grips im Kopf (haben) · nicht besonders helle · nicht gerade helle · ↗schwachköpfig · ↗stockdumm · ↗strohdumm · ↗stupid · ↗stupide · unintelligent · weiß nicht (mehr), was er sagt · weiß nicht (mehr), was er tut  ●  Stroh im Kopf (haben)  fig. · ↗dumm  Hauptform · ↗talentfrei  ironisch · (das) Pulver nicht erfunden haben  ugs. · (die) Weisheit nicht mit Löffeln gegessen haben  ugs. · (die) Weisheit nicht mit dem Schöpflöffel gegessen haben  ugs. · (ein) Spatzenhirn haben  ugs. · (jemandem) haben sie ins Gehirn geschissen  derb · (so dumm) dich beißen doch die Schweine im Galopp  ugs., Spruch · (so) dumm wie 10 Meter Feldweg  ugs. · (so) dumm wie Bohnenstroh  ugs. · (so) dumm, dass ihn die Gänse beißen  ugs. · (so) dumm, dass ihn die Schweine beißen  ugs. · (total) Banane (sein)  ugs. · (voll) panne  ugs. · ballaballa  ugs. · ↗bedeppert  ugs. · ↗behämmert  ugs. · ↗bekloppt  ugs. · ↗beknackt  ugs. · ↗belämmert  ugs. · ↗bescheuert  ugs. · beschruppt  ugs. · besemmelt  ugs. · ↗bestusst  ugs. · birnig  ugs. · ↗deppert  ugs., süddt. · ↗doof  ugs. · dumm wie Brot  ugs. · dumm wie Schifferscheiße  derb · dümmer als die Polizei erlaubt  ugs. · ↗gehirnamputiert  derb · ↗grenzdebil  derb · hirnig  ugs. · ↗hohl  ugs. · ↗merkbefreit  ugs. · naturblöd  ugs. · nicht (ganz) bei Trost  ugs. · nicht bis drei zählen können  ugs. · nicht ganz dicht  ugs. · ↗saublöd  ugs. · ↗saudoof  ugs. · ↗saudumm  ugs. · selten dämlich (Verstärkung)  ugs. · strunzdoof  ugs. · ↗strunzdumm  ugs. · strunzendumm  ugs. · unterbelichtet  ugs. · von allen guten Geistern verlassen  ugs.
  • (sich) nie verändernd · immer gleich · ↗immergleich
  • (jemanden) anöden · ↗(jemanden) ermüden · ↗(jemanden) langweilen · Langeweile erzeugen (bei)  ●  (sich) zu Tode langweilen  übertreibend, fig. · ↗(sich) öden  ugs. · vor Langeweile sterben  ugs., übertreibend, fig.
  • (jetzt) fang nicht (schon) wieder damit an  ugs. · leg mal 'ne andere Platte auf  ugs., Spruch · man kann's (bald) nicht mehr hören  ugs., variabel
Synonymgruppe
(ein) Einfaltspinsel · ↗(ein) Gimpel · ↗(ein) Mondkalb · (ein) Simpel (sein) · (ein) schlichtes Gemüt · ↗(im Denken) schwerfällig · ↗dümmlich · ↗einfältig · nicht scharfsinnig · stumpfsinnig · ↗töricht · ↗unbedarft · ↗verständnislos · von schlichter Denkungsart  ●  ↗(ein) Schaf  fig. · (sehr) einfach gestrickt  verhüllend · einfach gestrickt  fig. · ↗(ein) Schäfchen  ugs., fig. · ↗dusselig  ugs. · ↗dusslig  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeit Geschöpf Routine Tätigkeit Wiederholung brutal gefährlich hocken langweilig monoton ziemlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stumpfsinnig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Kritiker haben sich auf das stumpfsinnige Schauen verlegt, sie hören nichts mehr.
Der Tagesspiegel, 08.02.2001
Das Leben dieser Frauen war zu einer stumpfsinnigen Fronarbeit geworden.
Baader, Ottilie: Ein steiniger Weg, Lebenserinnerungen einer Sozialistin. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1921], S. 27404
Es war natürlich ungeheuer stumpfsinnig und ermüdend, den ganzen Tag Kuverts zu zählen; aber seltsamerweise rann der Tag in seiner völligen Leere eilig aus.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1944. In: Nowojski, Walter (Hg.), Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1944], S. 21
Gewiß kann eine Vorschrift überlegt, intelligent, sinnvoll und phantasievoll einerseits oder stumpfsinnig oder schikanös andererseits angewandt oder ausgeführt werden.
Eschenburg, Theodor: Staat und Gesellschaft in Deutschland, Stuttgart: Schwab 1957 [1956], S. 645
Diese stumpfsinnige Art der Parlamentsberichterstattung verkleinert das politische Horizontchen des Lesers noch mehr.
Tucholsky, Kurt: Parlamentsberichterstattung. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1920], S. 1926
Zitationshilfe
„stumpfsinnig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/stumpfsinnig>, abgerufen am 09.12.2019.

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