Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

stunden

Grammatik Verb · stundet, stundete, hat gestundet
Aussprache 
Worttrennung stun-den
Wortbildung  mit ›stunden‹ als Erstglied: Stundung
eWDG

Bedeutung

jmdm. etw. stundenjmdm. einen Zahlungsaufschub für etw. gewähren, eine Zahlungsfrist verlängern
Beispiele:
kannst du mir den Betrag, diese Summe noch etwas stunden?
ich stunde dir deine Schuld, die Zinsen, bis du sie bezahlen kannst
jmdm. einen Kredit langfristig, kurzfristig, befristet stunden
ein Teil der Kaufsumme, Steuern, Abgaben wurde gestundet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stunde · stunden · Stundung · stündlich
Stunde f. ‘Zeitmaß von 60 Minuten, Zeitpunkt’, ahd. stunta ‘Stunde, Zeit, Zeitpunkt’ (8. Jh.), mhd. mnd. stunde, stunt ‘Zeitabschnitt, Zeit(punkt), Gelegenheit’, asächs. stunda ‘Stunde, Zeit, Weile’, mnl. stonde ‘Zeit(punkt)’, nl. stonde ‘Stunde’, afries. stunde, stonde, aengl. stund ‘Zeitpunkt, Augenblick, Stunde’, anord. stund ‘Weile, Zeit, Stunde’, schwed. stund ‘Weile, Augenblick, Stunde’ (germ. *stundō) gilt allgemein als Bildung (mit Ablautentgleisung) zu dem unter stehen (s. d.) dargestellten nasalierten Präsensstamm germ. *stand- mit einer Ausgangsbedeutung ‘stehender Punkt, Haltepunkt’ (im Zeitverlauf), dann ‘feststehende, festgesetzte Zeit, bestimmter Zeitraum’. Etwa vom 15. Jh. an bezeichnet Stunde den festgesetzten, an der Uhr markierten Zeitraum (des 24stündigen Tages), bald darauf auch den Inhalt dieses Zeitraumes, z. B. ‘Andacht, Versammlung’ (16. Jh.; vgl. in die Stunde kommen) und besonders (seit dem 18. Jh.) ‘Unterricht’. In adverbiellen Verbindungen von Stund an ‘sofort, sogleich, von diesem Augenblick an’ (15. Jh.), auf die Stunde ‘sofort’ (16. Jh.), alle Stunden ‘immerzu, ununterbrochen’ (16. Jh.). stunden Vb. ‘Aufschub gewähren’ (in Geldangelegenheiten, 17. Jh.), wohl nach in der hansischen Geschäftssprache entwickeltem mnd. stunden ‘noch nicht kommen, auf sich warten lassen’, transitiv ‘vertagen, aufschieben, rechtlich aussetzen, verschieben, Aufschub oder Frist gewähren’; vgl. mhd. stunden ‘in Stunden einteilen, sich aufhalten, beharren’. Stundung f. ‘Aufschub’ (17. Jh.), mnd. stundinge ‘Aufschub einer Gerichtsverhandlung, Befristung einer Schuld’, vgl. spätmhd. stundunge ‘Stundeneinteilung’. stündlich Adj. ‘zu jeder Stunde, dauernd’, mhd. stundelich; vgl. ahd. stuntlīh ‘zeitlich, augenblicklich’ (8. Jh.); als Adv. ‘sogleich’ (bis 17. Jh.), mhd. stundelīche.

Thesaurus

Ökonomie
Synonymgruppe
Laufzeit verlängern · Zahlungsfrist aufschieben · ausdehnen · hinausschieben · hinausziehen · stunden  ●  prolongieren  geh., lat.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›stunden‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stunden‹.

Verwendungsbeispiele für ›stunden‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dieser habe ihm "Arbeit ohne Ende" zugesagt und versprochen, seine Schulden bei der Stadt in Höhe von 120000 Euro zu stunden. [Süddeutsche Zeitung, 06.11.2002]
Und wenn ich nicht zahlen kann, wird der Lohn gestundet. [Brussig, Thomas: Helden wie wir, Berlin: Verl. Volk und Welt 1996 [1995], S. 198]
Wo ich das Geld dafür hergenommen habe, weiß ich nicht mehr; vielleicht sind sie mir gestundet worden, vielleicht habe ich auch hospitiert. [Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 708]
Zahlungen sollten gestundet werden, statt einer halbjährlichen Abrechnung sollte nunmehr monatlich an Bayer überwiesen werden. [Die Zeit, 03.09.2011 (online)]
Zudem wurde ein Teil der Gehälter gestundet, um später ausgezahlt zu werden. [Süddeutsche Zeitung, 10.03.2004]
Zitationshilfe
„stunden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/stunden>.

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