stutzen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungstut-zen
Wortbildung mit ›stutzen‹ als Erstglied: ↗Stutzbart · ↗Stutzflügel · ↗Stutzuhr · ↗Stutzung
 ·  mit ›stutzen‹ als Letztglied: ↗abstutzen · ↗einstutzen · ↗wegstutzen · ↗zurechtstutzen · ↗zurückstutzen
 ·  formal verwandt mit: ↗Federstutz · ↗Reiherstutz
eWDG, 1976

Bedeutung

etw. kürzer schneiden, beschneiden, verkürzen
Beispiele:
jmd. lässt sich die Haare, den Bart stutzen
er hatte dunkles, kurz gestutztes Haar
er trug einen gestutzten Spitzbart
die Hecken, Bäume, Sträucher waren streng, sorgsam (mit der Schere) gestutzt
man hat dem Pferd den Schwanz gestutzt
eine Dohle, ein Storch, Hahn mit gestutzten Flügeln
bildlich
Beispiel:
jmdm. die Flügel stutzen (= jmds. Übermut dämpfen, jmds. Bewegungsfreiheit einschränken)
übertragen
Beispiele:
das Stück wurde um alle Szenen gestutzt, die den historischen Hintergrund beleuchten
sie gaben sich mit den gestutzten (= eingeschränkten) Rechten nicht zufrieden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stutzen · stutzig · Stutzer
stutzen Vb. ‘innehalten, (erschreckt) stehenbleiben, aufmerksam werden, zurückschrecken’, auch (älter bzw. landschaftlich) ‘zum Stillstand bringen, hemmen, gegenstoßen, Widerstand leisten’, ahd. irstuzzen ‘wegscheuchen, ins Unglück stürzen’ (um 1000), spätmhd. stutzen ‘scheu werden’ (vom Pferd), eigentlich ‘durch Anstoßen gehemmt werden und sich versteifen, anhalten’, dann auch ‘steif, aufrecht gehen, stolzieren, prunken, protzen’ (16. Jh.), wohl eine Intensivbildung mit expressiver Konsonantengemination (germ. *stuttjan) zu dem unter ↗stoßen (s. d.) behandelten Verb. Die heutige Bedeutung entwickelt sich aus ‘anstoßen und dadurch scheu und gehemmt sein’, dann ‘stehenbleiben, zurückschrecken’; anfangs auf das Verhalten der Pferde, seit dem 16. Jh. auch auf menschliche Reaktionen bezogen. Dann auch (unter Einfluß von ↗Stutzen m., s. d.) ‘kürzer machen, abschneiden, verstümmeln’ (16. Jh.), übertragen ‘beeinträchtigen’ (17. Jh.). stutzig Adj. ‘mißtrauisch, befremdet’ (16. Jh.). Stutzer m. ‘Modenarr, Elegant, Geck’ (17. Jh.), zu stutzen ‘stolzieren, protzen’ (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
beschneiden · ↗einkürzen · ↗kappen · ↗kürzen · stutzen · ↗zurechtstutzen · ↗zurückschneiden · ↗zurückstutzen  ●  beischneiden  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
abbreviieren · ↗abkürzen · ↗kappen · ↗kürzen · kürzer machen · ↗raffen · stutzen · ↗verkürzen
Synonymgruppe
erschrecken · ↗innehalten · ↗stocken · stutzen · stutzig werden
Assoziationen
  • (sich) wundern über · stutzen  ●  (etwas) merkwürdig finden  variabel · (jemandem) komisch vorkommen  ugs., variabel
  • stoßen auf · zufällig entdecken  ●  stolpern über  fig.
Synonymgruppe
(sich) wundern über · stutzen  ●  (etwas) merkwürdig finden  variabel · (jemandem) komisch vorkommen  ugs., variabel
Assoziationen
Synonymgruppe
Panikattacke erleiden · ↗erschaudern · ↗erstarren · in Bestürzung geraten · sich entsetzen · sich erstaunen · ↗stocken · stutzen · stutzig werden · verblüfft werden · vom Schlag getroffen (gerührt) werden

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ast Bart Baumkrone Flügel Gärtner Haar Hecke Klau Kotelette Kralle Locke Millimeter Mittelmaß Mähne Normalmaß Rasen Rasenfläche Schnurrbart Schwinge Strauch Trieb Vollbart Wildwuchs herunter staunen zurechtstutzen zurückstutzen zusammenstutzen zustutzen Überflieger

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stutzen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als er mit einem Tuch die Schrift auswischen wollte, stutzte er.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 278
Er sagt, er habe Architekten "domestiziert", aber keineswegs zurecht gestutzt.
Der Tagesspiegel, 06.03.2001
Sein Ziel ist es, der Nationalen Front die Flügel zu stutzen.
Süddeutsche Zeitung, 22.04.1998
Die Mutter erbietet sich, dem Vater die Flügel zu stutzen.
Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 180
Man kann einen erwachsenen Mann dazu zwingen, sich die Haare zu stutzen.
Schulz, Johannes: Erziehung zum Untertan. In: Haug, Hans-Jürgen u. Maessen, Hubert (Hgg.) Kriegsdienstverweigerer - Gegen die Militarisierung der Gesellschaft, Frankfurt a. M.: Fischer 1971, S. 24
Zitationshilfe
„stutzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/stutzen#1>, abgerufen am 20.06.2019.

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stutzen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungstut-zen
eWDG, 1976

Bedeutung

plötzlich (überrascht, erstaunt, verwundert, misstrauisch) einen Augenblick lang anhalten
a)
plötzlich einen Augenblick lang anhalten und stehenbleiben
Beispiele:
auf halbem Wege stutzte er plötzlich und lauschte
das Pferd stutzte (= scheute) bei dem Geräusch, vor dem Hindernis, Graben
Überall stutzten die eiligen Passanten, lasen das Plakat [KreuderGesellschaft158]
b)
aufmerken und innehalten, stutzig werden
Beispiele:
sie blätterte in dem Tagebuch, stutzte plötzlich kurz und blätterte dann rasch weiter
sie stutzte einen Moment, als hätte sie schon zu viel gesagt
diese Frage, Reaktion ließ ihn stutzen
dass sie so verlegen war, machte ihn stutzen
ich stutzte, als ich seinen Namen las
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stutzen · stutzig · Stutzer
stutzen Vb. ‘innehalten, (erschreckt) stehenbleiben, aufmerksam werden, zurückschrecken’, auch (älter bzw. landschaftlich) ‘zum Stillstand bringen, hemmen, gegenstoßen, Widerstand leisten’, ahd. irstuzzen ‘wegscheuchen, ins Unglück stürzen’ (um 1000), spätmhd. stutzen ‘scheu werden’ (vom Pferd), eigentlich ‘durch Anstoßen gehemmt werden und sich versteifen, anhalten’, dann auch ‘steif, aufrecht gehen, stolzieren, prunken, protzen’ (16. Jh.), wohl eine Intensivbildung mit expressiver Konsonantengemination (germ. *stuttjan) zu dem unter ↗stoßen (s. d.) behandelten Verb. Die heutige Bedeutung entwickelt sich aus ‘anstoßen und dadurch scheu und gehemmt sein’, dann ‘stehenbleiben, zurückschrecken’; anfangs auf das Verhalten der Pferde, seit dem 16. Jh. auch auf menschliche Reaktionen bezogen. Dann auch (unter Einfluß von ↗Stutzen m., s. d.) ‘kürzer machen, abschneiden, verstümmeln’ (16. Jh.), übertragen ‘beeinträchtigen’ (17. Jh.). stutzig Adj. ‘mißtrauisch, befremdet’ (16. Jh.). Stutzer m. ‘Modenarr, Elegant, Geck’ (17. Jh.), zu stutzen ‘stolzieren, protzen’ (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
beschneiden · ↗einkürzen · ↗kappen · ↗kürzen · stutzen · ↗zurechtstutzen · ↗zurückschneiden · ↗zurückstutzen  ●  beischneiden  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
abbreviieren · ↗abkürzen · ↗kappen · ↗kürzen · kürzer machen · ↗raffen · stutzen · ↗verkürzen
Synonymgruppe
erschrecken · ↗innehalten · ↗stocken · stutzen · stutzig werden
Assoziationen
  • (sich) wundern über · stutzen  ●  (etwas) merkwürdig finden  variabel · (jemandem) komisch vorkommen  ugs., variabel
  • stoßen auf · zufällig entdecken  ●  stolpern über  fig.
Synonymgruppe
(sich) wundern über · stutzen  ●  (etwas) merkwürdig finden  variabel · (jemandem) komisch vorkommen  ugs., variabel
Assoziationen
Synonymgruppe
Panikattacke erleiden · ↗erschaudern · ↗erstarren · in Bestürzung geraten · sich entsetzen · sich erstaunen · ↗stocken · stutzen · stutzig werden · verblüfft werden · vom Schlag getroffen (gerührt) werden

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ast Bart Baumkrone Flügel Gärtner Haar Hecke Klau Kotelette Kralle Locke Millimeter Mittelmaß Mähne Normalmaß Rasen Rasenfläche Schnurrbart Schwinge Strauch Trieb Vollbart Wildwuchs herunter staunen zurechtstutzen zurückstutzen zusammenstutzen zustutzen Überflieger

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stutzen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als er mit einem Tuch die Schrift auswischen wollte, stutzte er.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 278
Er sagt, er habe Architekten "domestiziert", aber keineswegs zurecht gestutzt.
Der Tagesspiegel, 06.03.2001
Sein Ziel ist es, der Nationalen Front die Flügel zu stutzen.
Süddeutsche Zeitung, 22.04.1998
Die Mutter erbietet sich, dem Vater die Flügel zu stutzen.
Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 180
Man kann einen erwachsenen Mann dazu zwingen, sich die Haare zu stutzen.
Schulz, Johannes: Erziehung zum Untertan. In: Haug, Hans-Jürgen u. Maessen, Hubert (Hgg.) Kriegsdienstverweigerer - Gegen die Militarisierung der Gesellschaft, Frankfurt a. M.: Fischer 1971, S. 24
Zitationshilfe
„stutzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/stutzen#2>, abgerufen am 20.06.2019.

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