subaltern

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung sub-al-tern
Herkunft Latein
Wortbildung  mit ›subaltern‹ als Erstglied: ↗Subalternbeamte  ·  mit ›subaltern‹ als Grundform: ↗Subalterne · ↗Subalternität
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
in der hierarchischen Rangordnung, besonders in der Beamtenlaufbahn, eine untergeordnete, niedrige Stellung einnehmend
Beispiele:
in einer subalternen Position sein
in einem subalternen Verhältnis stehen
Es gab [gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland] untere, mittlere – auch subalterne genannte – und höhere Beamte [MietheGroße Fahrt116]
ich subalterner Offizier, um den sich beim Regiment niemand recht kümmerte [St. ZweigUngeduld59]
2.
übertragen geistig unselbstständig
Beispiel:
Obwohl er im Grunde eine subalterne Natur war und kein schöpferischer Geist [WintersteinLeben2,241]
von Untertanengehorsam geprägt, unterwürfig
Beispiele:
sich subaltern benehmen
subalternes Verhalten
Aus subalterner Höflichkeit ... lachen bei jeder Anspielung einige Nachbarn gefällig mit [St. ZweigUngeduld289]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sub- · subaltern · subkutan · subsumieren · Subsumtion · subarktisch · subpolar · Subverlag · Subunternehmer
sub- in Zusammensetzungen ‘unter, unterhalb’. Lat. sub Präp. ‘unter, unterhalb, unten, unmittelbar hinter, bei’ bildet im Lat. eine Vielzahl von Komposita, z. B. subicere, subiectum (s. ↗Subjekt), subscrībere (s. ↗subskribieren), subtrahere (s. ↗subtrahieren). Dabei wird das auslautende -b an folgende Konsonanten assimiliert, z. B. suf- (s. ↗Suffix), sug- (s. ↗suggerieren), sur- (s. ↗Surrogat); außerdem sus- aus subs- mit Ausfall von b (s. ↗suspendieren, ↗suspekt). Vgl. auch subaltern Adj. ‘untergeben, untergeordnet, abhängig’, entlehnt (Anfang 17. Jh.) über mfrz. frz. subalterne ‘untergeben, untergeordnet’ (frz. auch ‘mittelmäßig, beschränkt’) aus spätlat. subalternus ‘untergeordnet’; vgl. lat. alternus ‘einer um den andern, abwechselnd, gegenseitig’, zu lat. alter ‘der eine von zweien, der andere’. Oft (nach mlat. Vorbild) innerhalb einer Rangordnung, vgl. subalterner Offizier (18. Jh.), subalterner Beamter (19. Jh.). subkutan Adj. ‘unterhalb der Haut befindlich’ (19. Jh.), medizinischer Terminus, spätlat. subcutāneus; vgl. lat. cutis ‘Haut, Vorhaut, Leder’. subsumieren Vb. ‘unterordnen, einordnen, das Besondere dem Allgemeinen unterordnen’ (Ende 18. Jh.), mlat. subsumere ‘zusammenfassen, unter-, einordnen’; vgl. lat. sūmere ‘nehmen, kaufen, an-, aufwenden’. Subsumtion f. ‘Einordnung, Einbeziehung, Zusammenfassung’ (18. Jh.), gleichbed. mlat. subsumptio; vgl. lat. sūmptio (Genitiv sūmptiōnis) ‘Aufwand, Voraussetzung’. Als Neuprägung z. B. subarktisch Adj. subpolar Adj. ‘zwischen Arktis und gemäßigter Zone befindlich’ (19. Jh.); s. ↗arktisch und ↗polar. Auch in hybriden Bildungen wie Subverlag m. (im Musikverlagswesen) ‘Verlag, der vom Originalverlag die Verlagsrechte für einen bestimmten Bereich erhält’, Subunternehmer m. ‘Unternehmer, der von einem anderen Unternehmer einen Auftrag erhält’ (beide 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
subaltern · ↗untergeordnet

Typische Verbindungen zu ›subaltern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›subaltern‹.

Verwendungsbeispiele für ›subaltern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was ihm nicht gefiel, verbannten die subalternen Beamten aus dem turkmenischen Leben.
Die Zeit, 22.12.2006, Nr. 47
Wer seine politische Linie so subaltern markiert, hat keine Linie sondern ist bestenfalls ein Schatten.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1954]
Seine eigene Revolution war ein läppischer Kampf mit einem subalternen Kerkermeister, zermürbend, aussichtslos.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 951
Ein subalterner Beamter sah solche täglich zu Hunderten eingehenden Zuschriften durch und leitete sie dorthin, wo sie vielleicht eine sachliche Bearbeitung finden könnten.
o. A.: Einhundertsechsundachtzigster Tag. Donnerstag, 25. Juli 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 18265
Sie hatten keine Macht, keine Verantwortung, konnten nur eine ziemlich subalterne Honoratiorenrolle spielen und waren infolgedessen neuerlich beseelt von den überall typischen Zunftinstinkten.
Weber, Max: Politik als Beruf. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Politische Schriften, München: Drei Masken Verl. 1921 [1919], S. 431
Zitationshilfe
„subaltern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/subaltern>, abgerufen am 06.08.2020.

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