subkortikal

Grammatik Adjektiv · ohne Steigerung
Aussprache 
Worttrennung sub-kor-ti-kal
Wortzerlegung sub-kortikal
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2020

Bedeutung

fachsprachlich unter der Hirnrinde gelegen
Beispiele:
Auch die Gehirne der untersuchten Tiere[…] weisen in den Entwicklungsjahren den höchsten Energieverbrauch auf. Nach der Geburt ist die größte Aktivität in den »subkortikalen« Regionen unterhalb der Großhirnrinde (Kortex) zu verzeichnen. [Der Tagesspiegel, 01.08.1999]
Anfang Jahr zeigte […] eine Studie […] von der University of Edinburgh, dass Männer ein grösseres Volumen bei der Hirnrinde aufweisen als Frauen und dass auch viele subkortikale Regionen, wie etwa der Hippocampus […], die Amygdala […] oder das Striatum […], bei Männern grösser sind. [Neue Zürcher Zeitung, 27.10.2017]
Bereits in den achtziger Jahren zeigten Forscher […], dass Menschen [nach einem Schlaganfall] keinen permanenten Sprachverlust erleiden, ausser wenn subkortikale Hirnregionen beschädigt sind. [Neue Zürcher Zeitung, 14.08.2013]
Der Kortex (= die Hirnrinde) ist mit den tiefer liegenden subkortikalen Zentren verknüpft, die unter anderem emotionale Bewertungen beisteuern. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.09.1995]
[Dem russischen Mediziner und Physiologen] Pawlow gelang ferner die Entdeckung, daß sich im Gehirn Zentren der Wahrnehmung befinden, da die Rinde der Großhirnhemisphäre der Sitz der bedingten Reflexe, das subkortikale Gebiet der Sitz der unbedingten Reflexe ist. [Neues Deutschland, 27.02.1951]
Phrasem:
subkortikale Zentren (= unter der Hirnrinde gelegene, für bestimmte Funktionen zuständige Areale)
Beispiele:
Dort [bei Tieren] wird sexuelle Erregung fast ausschließlich von einer Aktivität in den primitiven »subkortikalen« Zentren unterhalb der Großhirnrinde begleitet. [Die Welt, 25.08.1999]
Diese Areale [der Hirnrinde] gelten als die eigentlichen Integrationszentren der Wahrnehmung; sie erbringen jedoch ihre Leistungen nur in Zusammenarbeit mit subkortikalen Zentren wie dem limbischen System, den Basalkernen, verschiedenen thalamischen Kernen und der retikulären Formation […]. [Roth, G. u. Menzel, Randolf: Neuronale Grundlagen kognitiver Leistungen. In: Dudel, Josef u. a. (Hgg.) Neurowissenschaft, Berlin: Springer 1996, S. 553]
Den subkortikalen Zentren wird dabei [bei der Auslösung von Reflexen] vor allem eine aktivierende Funktion zugeschrieben. [Foppa, Klaus: Lernen, Gedächtnis, Verhalten, Köln u. a.: Kiepenheuer & Witsch 1965, S. 330]

Typische Verbindungen zu ›subkortikal‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›subkortikal‹.

Zitationshilfe
„subkortikal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/subkortikal>, abgerufen am 24.09.2020.

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